stechen von magischem tattoo
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Magische Tattoos in Thailand

 

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In dem kleinen thailändischen Dorf Bang Phra, ca. 50 km westlich von Bangkok gelegen, existiert die uralte Tempelanlage „Wat Ban Phra“, was soviel heißt wie „Tempel der wenigen Mönche“, die seit Jahrhunderten ein Pilgerort für die Thailänder ist. Seit Menschengedenken werden dort magische Tattoos („Sak Yant“) gestochen, die dem Träger Stärke, Ausdauer und sogar Schutz vor Gewehrkugeln verleihen sollen.

Bis vor wenigen Jahren noch wurden die Tattoos gemäß einer jahrhundertealten Tradition mit Bambusnadeln gestochen, heutzutage verwendet man dagegen Nadeln aus Stahl. Durch diese Modernisierung erhöht sich die Qualität der Tattoos und die Stahlnadeln sind leichter zu reinigen. Ein Geheimnis wird jedoch wie ein Schatz gehütet: Die Rezeptur der Tinte. Berichte reichen von einer Mischung aus Kerzenruß, Kräutern und blauem Blut von Tintenfischen bis hin zu normaler Tätowierfarbe.
Tätowiert wird täglich von morgens 6 Uhr bis zum Nachmittag. Durchschnittlich kommen in dieser Zeit bis zu 50 Besucher, für die drei Geistliche zuständig sind. Termine gibt es keine und jeder kommt an die Reihe, wenn es gerade passt. Als Bezahlung ist eine Spende an den Wat zu entrichten, wie etwa eine Tempelblüte, eine Kerze oder eine Zigarettenschachtel.

Ein Großteil der Besucher sind Ausländer aus Europa oder Amerika, für die solche Tattoos im Wesentlichen nur eine Modeerscheinung sind, wie man im thailändischen Kulturministerium vermutet. Für die Einheimischen dagegen sind die „Sak Yant“ heilig, was sich schon an den Pflichten zeigt, die mit jedem Tattoo eingehalten werden müssen. Damit die Tattoos ihre Wirkung behalten, müssen sich die Träger nämlich an die 5 Sittlichkeitsregeln („Silas“) halten: Nicht töten, nicht stehlen, kein sexuelles Fehlverhalten, nicht lügen und kein Drogenkonsum. Nachdem das Tattoo fertig ist, wird es mit einem Gebet und einem Atemhauch aktiviert. Anschließend kann der Träger auf die Schutzwirkung hoffen. Jedes Jahr im März findet das Wai Khru-Fest statt, was übersetzt bedeutet „den Lehrer ehren“, bei dem die heiligen Tattoos wiederaufgeladen werden müssen.

Hierzulande sind die „Sak Yant“ vor allem durch die US-Schauspielerin Angelina Jolie bekannt geworden, die 2003 extra nach Thailand reiste, um sich ein solches magisches Tattoo auf Schulterblatt und Rücken stechen zu lassen. Neugierig geworden? Hier finden Sie unsere Thailand-Reisen.

(Quelle: Spiegel online; Foto: Kolja Nolte)

 

 

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