Spondylus
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Geschichte der Spondylusroute in Ecuador

 

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Die Bucht von Bahia de Caráquez am Pazifik von Ecuador wurde zum ersten Mal von dem Eroberer Francisco Pizarro erwähnt, als er im Jahr 1532 auf seiner letzten Reise entlang der Küste nach Süden Richtung Peru segelte, um dann in Cajamarca (Peru) den letzten Inkakaiser Atahualpa gefangen zu nehmen.

Bahia ist somit bekannt als die Pforte und der Geburtsort der ecuadorianischen Nationalität. Der erste ecuadorianische Historiker, Jesuitenpater Juan de Velasco, schrieb im Jahre 1789 eine Legende nieder, dass in der Region von Bahia de Caráquez eines Tages ein Floß mit Fremden erschienen sei aus einem Land Richtung Sonnenuntergang. Diese Menschen nannten sich „Caras“ und ihren Häuptling „Shyri“, was in deren Sprache „Allmächtiger Herrscher“ bedeutete. In Bahia gründeten sie dann ihr Reich und nannten es „Cara“.

HolzfigurDamals gab es noch keine archäologisch fundierten Beweise dafür, dass diese Legende stimmte, aber Ausgrabungen und moderne archäologische Untersuchungen belegen, dass die pazifische Küste schon vor ca. 5.000 Jahren besiedelt wurde. Auch in den maritimen Kulturen mit dem Namen „Bahia“ (500 v. Chr. bis 500 n.Chr.), und der darauf folgenden Manteño Kultur (500 n.Chr. bis 1532 n. Chr.) war dieses Volk bekannt. Die kulturellen Manifestationen der Caras sind durch ausgezeichnete Töpferarbeiten und die Verehrung der Spondylusmuschel bekannt. Heute nennt man die Caras auch die „Phönizier Südamerikas“, da sie über tausende von Kilometern mit ihren Balsaflößen (nach Süden bis Chile und nach Norden bis Mexiko) segelten, um die für religiöse Riten wichtige Spondylus-Muschel gegen Gold, Silber und andere wichtige Elemente einzutauschen. Hinter dem Namen Spondylus verbirgt sich somit die Geschichte Ecuadors. Die Spondylus stellte bei der inkaischen sowie präinkaischen Kulturen der Chibcha in Kolumbien und der Moche Kultur im Norden Perus ein wichtiges sakrales Schmuckstück dar. Die Muschel wurde auch als Nahrungsmittel der Götter betrachtet und war eine der wichtigsten Grabbeigaben; die Toten mit der Muschel an den Körper gepresst, traten mit dem „göttlichen Muschel-Fahrzeug“ den Weg in ihr nächstes Leben ein.

Spondylus (Spondylus gaederopus) auch Stachelauster genannt:
Spondylus Muschel
Spondylus Muschel

ist eine Muschel mit 2 ungleich großen Schalenhälften. Die gewölbte Klappe ist an einem festen Untergrund zementartig verbunden und filtriert Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Die „obere“ Klappe ist stark mit stachelförmigen Fortsätzen versehen, oder mit kräftigen Rippen. Die Außenseite ist rötlich gefärbt. Das Schloss weist auf beiden Klappen zwei etwa gleich große Zähne auf, die in Gruben in die andere Klappe greifen. Dadurch ist einerseits eine feste Verbindung gewährleistet, andererseits aber auch eine leichte Beweglichkeit der Klappen gegeneinander. Es ist nur ein großer Schließmuskel vorhanden, im Gegensatz zu anderen Muscheln, die zwei Schließmuskeln besitzen. Die Arten der Gattung Spondylus kommen weltweit in den gemäßigten und wärmeren Meeren vor. Sie werden in vielen Ländern als Delikatesse geschätzt. In Ecuador wird die Spondylus zu Schmuckstücken verarbeitet, was jedoch heutzutage durch das Artenschutzgesetz verboten ist. Die Spondylusmuschel ist in den letzten Jahren leider selten geworden, so dass vom Verzehr und Kauf derselben dringend abgeraten wird. (Quellenangabe: Wikipedia)

Die Spondylusroute in Ecuador:
Spondylus Muschel
Spondylus Muschel

Die nun unter dem Namen „Spondylus-Route“ beworbene Region Ecuadors beginnt im Norden bei San Lorenzo (Provinz Esmeraldas) und geht entlang der Küste nach Süden und endet im Norden Perus. Insgesamt umfasst die Spondylusroute 7 Provinzen Ecuadors; eine davon befindet sich im Hochland (Loja). Von hier wird ein weiterer unkomplizierter Übergang des ecuadorianischen Teils der Route nach Peru garantiert. Die afroecuadorianische Kultur Esmeraldas, die kulturellen Schätze und die Gastronomie Manabis (Pazifikküste südlich des Äquators), der Tierreichtum der Küste, die Trockenwälder, die endlosen Strände, die Bergnebel- und Trockenwälder, die Fischerkommunen Santa Elenas, die Hafenmetropole Guayaquil, die archäologischen Stätten in der Provinz El Oro und die traditionelle indigene Kultur Lojas sind einige der Highlights der Spondylusroute. Die Idee der Namensgebung Spondylusroute war, die touristische und wirtschaftlich-soziale Entwicklung der Küstenregionen nachhaltig zu fördern und den ökologischen Tourismus mit dem kommunalen zu verbinden.

Touristisches Neuland in Ecuador:
Ceibo Baum
Ceibo Baum

Da Ecuador erst in den letzten Jahren seine Küstenstraße ausgebaut hat, kommen Sie erst jetzt ohne Schwierigkeiten voll in den Genuss, von Quito über La Concordia und Pedernales bis Guayaquil (oder viceversa) die interessantesten touristischen Abschnitte der Spondylusroute zu entdecken. Sie betreten dabei touristisches Neuland und werden durch einige der schönsten Ökosysteme Ecuadors belohnt: Sie erreichen zuerst über den Bergnebelwald der westlichen Andenkette das tropische Küstenvorland nördlich des Äquators. Dann überqueren Sie am Pazifik nach Pedernales den Äquator in Richtung Süden. Hier ändert sich das Landschaftsbild und aus dem Feuchtwald wird ein Trockenwald, der sich durch Mimosen- und Akazienbäume und vor allem aber durch grünbäuchige Ceibo-Bäume (Kapok) charakterisiert. Der Trockenwald ist ein spezielles Habitat für Flora und Fauna. Der Wechsel der Waldformen beruht auf den fischreichen kühlen Humboldtstrom, der von der Antarktis an der Westküste Südamerikas entlang bis zum Äquator fließt und dann Richtung Westen zu den Galápagos-Inseln abgelenkt wird. Das mineralhaltige Auftriebswasser ist reich an Plankton. Die größten Meerestiere wie Bartenwale, Riesenhaie und Teufelsrochen sind Planktonfresser. Eine typische Nahrungskette im Meer besteht aus Phytoplankton > Kleinkrebsen > Fischen > Raubfischen.

Buckelwale, Delfine Riesenmantas, und vielfältige Vogelwelt
Walbeobachtung Spondylus
Wal beim Liebestanz

Auf der neu ausgebauten Traumstraße geht es vorbei an kleinen Fischerdörfern, verträumten Buchten und endlosen Sandständen. Hunderte von Buckelwalen, die jedes Jahr ab Mitte Mai nach einer Wanderung von ca. 7.000 km quer durch das südpolare Meer die Pazifikküste Ecuadors erreichen, um hier zu kalben und zu balzen. In den Gewässern der Küste haben Sie sehr gute Möglichkeit, diese kolossalen Meeressäuger beim Liebestanz zu beobachten, aber auch Riesenmantas mit bis zu 6m Spannweite, wenn diese in weiten Sprüngen aus dem Wasser segeln. Entdecken Sie ebenfalls die artenreiche Flora und Fauna auf der der Küste vorgelagerten Insel „Isla La Plata“, die Galapagos im „Kleinformat“ darstellt sowie die tropischen Küsten- und Bergnebelwälder. Vogelbeobachter finden in den Küstenwäldern eine umfangreiche endemische Vogelwelt von Tumbes-Arten vor. Zu erwähnen sind besonders die Fregattvogelinsel „El Corazon“ in der Bucht von Bahía de Caráquez und die „Isla Fregata“ im Golf von Guayaquil, die zu den größten Fregattvogelkolonien Südamerikas zählen (größer als die auf Galápagos). Hinzu kommen die Mangrovenwälder, die Muscheln, Krebsen, Krabben, Fischen und Wasservögeln einen geeigneten Lebensraum bieten. Die Mangroven sind gleichzeitig ein wichtiger Filter in der Gezeitenzone und Voraussetzung für ökologische geführte Shrimps-Farmen sowie Nahrungsquelle für Einheimische, die sich von Muscheln und Krebsen ernähren.

Archäologie

Kulturinteressierte können Museen und archäologische Stätten mit Fundstücken aus präinkaischen Kulturen besuchen wie z.B. Valdivia, Machalilla , Chorrera. (mit Chirije-Lodge bei Bahía de Caráquez verlinken)

Fisch, Muscheln und Shrimps
Kakaobohne
Kakaobohne

Wer leckere Fischgerichte und Shrimps genießen möchte, kommt in Ecuador voll auf seine Kosten. Süßwasserfische im Küstenvorland sowie verschiedene Meeresfische, Muscheln, Austern, Krebse wie auch Shrimps stehen auf dem Speiseplan. Ecuador ist einer der wichtigsten Shrimps-Produzenten weltweit. Die lokale Gastronomie macht durch leckere Meeresfrüchte-Cocktails „Ceviche“ und andere einheimische Gerichte auf sich aufmerksam.

Ökologischer Anbau von tropischen Früchten und Kakao

Nicht zu vergessen ist auch die Vielzahl von vitaminreichen Früchten, die zum Teil nur in Ecuador vorkommen, und wegen der schnellen Reife nicht exportiert werden können. Auf der Spondylusroute haben Sie auch die Möglichkeit, ökologisch angebauten Kakao, Bananen, Zitrusfrüchte und verschiedene exotische Früchte und deren Fruchtsäfte zu probieren.

Spondylusroute, Anreiz für Kunsthandwerk und Handel
Panamahüte
Panamahüte

Durch die touristisch propagierte Spondylusroute wird die lokale Bevölkerung angeregt, Kunsthandwerk zu erstellen. Besonders zu erwähnen sind die Panamahutflechter in Montecristi und Jipijapa, die den besten Panamahut herstellen, der mittlerweile weltweit als modisches Attribut gefragt ist. Die lokale Hotellerie wird in den Toursimus eingebunden und es entstehen ökologische Hosterías (kleine Hotels) und Ökolodges. Die Besucher werden motiviert, lokale Produkte zu kaufen, wie z.B. „Palo Santo“-Öl vom Balsambaum, welches ein hervorragendes Mückenschutzmittel ist; das harzhaltige duftende Holz des Balsambaumes wird auch als Weihrauch für rituelle und religiöse Zwecke verwendet.

Touristische Infrastruktur der Spondylusroute und nachhaltiger Tourismus

Mit Hilfe der Regierung Ecuadors werden lokale Museen, Aussichtspunkte (Miradores) und Interpretationszentren für die Walbeobachtung eingerichtet. Die touristischen Einrichtungen, Hotels und Hosterías an der Küste sind bis auf wenige Ausnahmen einfach aber gemütlich. Jedoch gibt es mittlerweile auch schon einige Boutique-Hotels und gehobene Hotels. Beim Bau der Unterkünfte wird großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt.

Straßenzustand der Spondylusroute

Der Ausbau der Küstenstraße trug in den letzten dazu bei, dass die Spondylusroute mittlerweile (von wenigen Teilstrecken abgesehen), zu einer der besten Straßen Ecuadors zählt. Jedoch ist auf manchen Strecken noch mit Straßenarbeiten zu rechnen.

Aktivitäten an der Küste:

Ein besonderer Tipp sind die Aktivitäten wie Wandern, Reiten, Paragliding, Tauchen, Surfen, Vogel- und Walbeobachten. An der Küste werden Pferdeausritte angeboten und der Besucher hat auch die Möglichkeit, beim traditionellen Fischfang teilzunehmen. Die freundliche Bevölkerung, reich an Traditionen ist ein weiterer Grund, die Spondylusroute zu entdecken. Und nicht zuletzt locken feine Sandstrände von Palmen gesäumt zum Baden und Verweilen ein.

© Ralph Sommer, Jan. 2012, Irrtum und Änderungen vorbehalten

 

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