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100 Jahre Entdeckung Machu Picchu

Hiram Bingham „erkennt“ Machu Picchu

Hiram Bingham

Vor 100 Jahren, am 24. Juli 1911 entdeckte US-Archäologe Hiram Bingham die sagenhafte verloren geglaubte Ruinenstadt Machu Picchu in Peru wieder. Zwar war diese legendäre Stätte der Inkas schon zuvor bei den Einheimischen und dem Geschichtsprofessor Jose Uriel Garcia (1782) bekannt. Bereits 1867 war der deutsche Kaufmann August Berns beim Waldroden auf die Anlage gestoßen und hatte vom peruanischen Staat die Gegend mit Landtitel erhalten. 1874 wurde dann das Gebiet von einem deutschen Ingenieur vermessen. Bingham war aber der erste, der die Bedeutung von Machu Picchu erkannte. Er war Forschungsreisender und Politiker aus Hawaii und wurde 1875 in Honolulu geboren und in Yale, Berkeley und Harvard ausgebildet. Zwischen 1906 und 1924 führten ihn sechs Expeditionen nach Südamerika. Nach der Wiederentdeckung des Machu Picchu im Jahr 1911 und den darauffolgenden Jahren der Freilegung bis 1915 dokumentierte Bingham dies in einem seiner Bücher. Bingham wurde 1924 wurde zum Gouverneur von Connecticut gewählt und legte dieses Amt aber schon nach wenigen Tagen nieder, um in den US-Senat einzuziehen. 1948 kam Bingham ein letztes Mal nach Machu Picchu, um die Straße zu der Festung einzuweihen. Bingham verstarb im Jahr 1956 in Washington. Bis dahin hatte der Archäologe Fundstücke von seinen Ausgrabungen zwischen 1911 und 1915 nach den Vereinigten Staaten bringen lassen wie Schmuck, Grabbeigaben oder auch Überreste von Opfertieren. Seit einem Jahr sind diese Funde allerdings wieder nach einem Abkommen in Machu Picchu zurück.

Das Rätsel

 

Machu Picchu: Turm auf der Anlage

Über den Bau der Machu Picchu-Anlage gibt es mehrere Theorien. Es wird vermutet, dass sich Machu Picchu zu Zeiten der spanischen Eroberung noch im Bau befand und dass die Anlage in Folge der Eroberung des Inkareiches durch die Spanier verlassen worden und schließlich in Vergessenheit geraten war. Dagegen spricht aber, dass die Stadt Machu Picchu voll ausgebaut und funktionsfähig war und dass die Wasserversorgung bis heute noch funktionsfähig ist. Was die tatsächliche Bedeutung dieser architektonischen perfekten Meisterleistung dieser Inkastadt in diesem unwegsamen Gelände war, ist noch heute ein Rätsel. Es existiert über sie keine historische Überlieferungen oder wissenschaftliche Aufzeichnungen. Man weiß aber, dass der Inkakaiser Pachcútec, der das Reich zu Ehren des Sonnengottes Inti im 15. Jh. nach Norden bis nach Kolumbien und nach Süden bis nach Argentinien und Chile ausgedehnt hatte, der Erbauer von Machu Picchu war.

Machu Picchu heute

Ralph Sommer am Machu Picchu

Machu Picchu, die größte Inka-Ruinenstadt der Welt, zieht mittlerweile ca. 2.500 Besucher pro Tag an; sie liegt auf 2.400 Meter Höhe, 13 Grad südlicher Breite und 72 Grad westlicher Länge im südöstlichen Teil der Anden Perus. Auf einem ca. 1 km langen und 500 m breiten Bergsattel erstreckt sich diese sagenumwobene Inkastadt, umgeben von zwei steil aufragenden Berggipfeln und üppiger Vegetation. Sie wird von der ehemaligen Inka-Hauptstadt Cusco aus auf einer 3.5-stündigen spektakulären Zugfahrt (ca. 75 km nordwestlich von Cusco) durch das zerklüftete Urubamba-Tal erreicht. Von der Endstation Aguas Calientes aus, einem kleinen Ort, der in den letzten Jahren zur Drehscheibe für den Machu Picchu geworden ist, gelangt man nach einer weiteren 20-minütigen Fahrt mit dem Bus (8 km) über Serpentinen zur Bergstation, von der aus sich die Inkastadt zwischen zwei dem Machu Picchu Gipfel und dem Huayna Picchu als Gebirgssattel erstreckt. Die Gegend ist subtropisch und zählt zu der waldreichen Region der Osthänge der Anden und schon bei der Auffahrt zum Machu Picchu kann man Orchideen und Bromelien und eine üppige artenreiche Vegetation entdecken. Das Klima ist feucht und niederschlagsreich (Sept. bis April). Sie liegt zwischen 70-90%. Die Temperaturschwankungen zwischen Tages- und Nachttemperatur sind beträchtlich und in unseren Sommermonaten kann die Nachttemperatur um die Nullgradgrenze liegen, wobei die Tagestemperatur bis 26 Grad ansteigen kann.

Die Anlage

Der Stadtbezirk besteht aus steinernen Bauten, auf Terrassen gelegen und mit Treppen verbunden. Die meisten davon haben Wasserabläufe, die über Kanäle mit Brunnenbecken verbunden sind. Etwa 3.000 Stufen sowie die Außenmauern der Tempel und der zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten sind bis heute noch erhalten und funktionsfähig; teilweise wurden sie zum Teil in inkatypischer Bauweise rekonstruiert. Die Archäologen gehen davon aus, dass die Stadt bis zu 1.000 Menschen fassen und versorgen konnte. Die Anlage, deren ursprünglicher Name unbekannt ist, wurde nach dem nahe gelegenen Berggipfel benannt, an dessen Fuß sich die Ruinenstadt und die Landwirtschaft genutzten Terrassen erstrecken. Auf der anderen Seite des Bergsattels erhebt sich der „junge Gipfel“ (Huayna Picchu) steil in den Himmel, auf dem sich eine weitere kleine Tempelanlage befindet, die vom Stadtbezirk aus über einen steilen befestigten Bergpfad in ca. 45 Minuten erreicht wird (nur für Schwindelfreie). Seit 15. Juli 2011 ist es nötig, schon im Voraus das Ticket für die Besteigung des Huyana Picchu (12 USD) zu bestellen, da nur 400 Besucher pro Tag für die Besteigung zugelassen sind.

Auf den Pfaden der Inkas

Im Südosten von Machu Picchu liegen circa 15 km entfernt im Urubambatal die Inka-Ruinen von Llactapata, durch den Inkapfad verbunden. Wer Machu Picchu auf den Spuren der Inka erreichen will, kann auf dem Inka-Pfad nach Machu Picchu eine mehrtägige Trekking Tour über zwei hohe Pässe (4.200 m und 3.700 m) unternehmen. Der klassische Pfad startet im Urubambafluss (klassisch ab Kilometer 88, Variation ab km 82 der Bahnlinie nach Aguas Calientes) und dauert 4-5 Tage. Es gibt jedoch auch eine Kurzform von 1-2 Tagen (ab km 104), die nach Aguas Calientes führt. Dabei kommt man zum Machu Picchu durch das sogenannte Sonnentor, welches nur ca. 45 Gehminuten von der Ruinenstätte entfernt liegt. Außer den klassischen Inkapfad gibt es attraktive alternative Inkapfade, die noch nicht so überlaufen und so bekannt sind wie der klassische Inkapfad nach Choquequirao, der zu einer äußerst eindrucksvollen Inkaruinenstadt führt, die touristisch noch kaum besucht wird. Für das Trekking ist Voraussetzung, ist 2-3 Tage Höhenanpassung in Cusco und Umgebung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit Voraussetzung. Mehr über das Trekking

UNESCO Welterbe

Machu Picchu wurde 1983 von der UNESCO zum Welterbe erklärt und fasziniert den Besucher durch die einzigartige Inka-Architektur, die großartige Landschaft und die Mystik, die die rätselhafte Inkafestung umweht. Am 7. Juli 2007 wurde Machu Picchu durch eine Privatinitiative zu einem der „neuen sieben Weltwunder“ gewählt. Sowohl die UNESCO als Hüterin des Weltkulturerbes als auch Länder mit „Antiken Weltwundern“ distanzierten sich von der „privaten Kampagne“, die ohne wissenschaftliche Kriterien stattfand. Bis Dezember 2011 zeigt das Hotel Sumaq Machu Picchu, am Fuße der Berge gelegen, eine exklusive Ausstellung mit Fotos von der Wiederentdeckung Machu Picchus durch Hiram Bingham. Seit Anfang Juli sind die Fotos des im Ausstellungsraum des Fünf-Sterne-Hotels unter dem Titel „Machu Picchu 100 Jahre später“ zu sehen: Mit Unterstützung von National Geographic zeigt das Hotel die exklusive Sammlung von Schwarz-weiß-Fotos, die bei der Ausgrabung in den Jahren 1911 bis 1915 von Hiram Bingham gemacht wurden.

 

Unsere Peru-Reisen finden Sie unter www.peru-discover.de

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Das Peruanische Fremdenverkehrsamt hat folgende Einschränkungen bezüglich eines Besuches des Machu Picchu veröffentlicht:

  1. PROMPERUs Position zur der Zugangsbeschränkung für Touristen zum Machu Picchu auf Grund der begrenzten Kapazitäten
  2. Der Masterplan für den archäologischen Nationalpark Machu Picchu des Ministeriums für Umwelt und Kultur aus dem Jahr 2005, sieht vor dass die Zahl der Besucher auf 2500 täglich begrenzt wird.
  3. Im Mai 2011 hat das Kulturministerium ein elektronisches System für den Ticketverkauf installiert um die genaue Anzahl von Besuchern zu erfassen. Dieses System blockiert den Ticketverkauf ab dem 2500. Besucher pro Tag und wird von der Contraloria General de la Republica überwacht und kontrolliert.
  4. Der Ticketverkauf wird sowohl über das Internet als auch von lokal autorisierten Stellen abgewickelt www.machupicchu.gob.pe Dieses System ist allen touristischen Agenturen und Reiseveranstaltern bekannt.
  5. Das Kulturministerium rät, dass die Reiseveranstalter und Agenturen keine falschen Erwartungen wecken sollten, weil dies zu einer überhöhten Nachfrage führte und dem Erhalt der heiligen Stätte schaden würde.
  6. PROMPERU wird die Dirección Regional de Cultura bei der Einhaltung der Anordnung über den begrenzten Ticketverkauf sowohl durch sein nationales als auch das internationale Netzwerk unterstützen und dies auch in alle internationalen Märkte zu kommunizieren.

Lima, 25 Juli 2011 Büro für Image & Kommunikation


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