Kolonialidylle
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Lima aktuell: Stadt zwischen Armut und Reichtum

 

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Eine 4-stündige Stippvisite von Ralph Sommer persönlich

Vor wenigen Tagen flog ich von Ecuador über Panama mit der Fluglinie COPA nach Lima. Nicht unbedingt der direkte Weg, da es erstmal von Quito nach Panama-City ging und dann wieder den selben Weg zurück mit Überflug nochmals über Ecuador nach Süden. Somit wurde aus einem 2,5 Stunden-Flug eine Reise von ca. 11 Stunden.

Am Ende landete ich um ca. 22.00 Uhr auf dem Flughafen Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, der rund 15 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Lima in Callao liegt. Lima ist die Hauptstadt der Republik Peru und liegt 12 Grad südlich des Äquators am Río Rímac, am Fuße der zentralperuanischen Anden auf rund 150 Metern ü.d.M., ca. 15 km vom Pazifik entfernt. Nach den Einreiseformalitäten und mit dem Koffer wieder in der Hand ging es per Taxi in das gepflegte Stadtviertel San Isidro zum Hotel Sonesta Olivar. Olivar ist das spanische Wort für Olivenhain und somit ist das Hotel noch heute von einem ca. 200-jährigen Olivenhain mit knorrigen Bäumen umgeben. Auf dem Flughafen sollte man vorher mit dem Taxifahrer den Fahrtpreis festzumachen (zwischen 15 und 30 USD, je nach Verhandlungsgeschick).

Eine Stadt wächst
zerfallene Kolonialtür
zerfallene Kolonialtür

Nach einer Übernachtung im gepflegten Hotel Sonesta Olivar, einem üppigen Buffet-Frühstück mit frischen Fruchtsäften und einer großer Auswahl von Gerichten war ich bereit, die Stadt Lima, die ich schon von vielen anderen Besuchen kannte, neu zu entdecken. Mit Lima verbinde ich neben positiven auch zwiespältige Erinnerungen. Es ist sehr schwierig, diesem Moloch etwas abzugewinnen, da die ehemalige Ciudad de los Reyes (Stadt der Könige), wie sie der spanische Eroberer Francisco Pizarro bei der Gründung genannt hatte, seit Mitte des 20. Jahrhunderts tentakelartig und gefräßig wächst. Täglich kommen überladene Busse mit Hochland-Indios an, die aus Armut und Arbeitslosigkeit das Hochland Perus verlassen. Sie tauchen unter in der Riesenstadt und siedeln in trostlosen Elendsvierteln in der Wüstenoase, ohne Wasser und Strom. Seit den letzten Jahrzehnten entwickelten sich daraus mit Hilfe der Regierung Vororte, die verschönend Pueblos Jovenes (Junge Dörfer) genannt werden. Die Stadt zählt heute nahezu 10 Millionen Einwohner und ist mit der Hafenstadt Callao und den ehemaligen Fischerorten an der Pazifikküste zusammengewachsen. Lima wächst täglich und frisst sich, allein durch das Meer begrenzt, durch die Küstenwüste nach und nach die Hügel hinauf. Um in dieser Großstadt überleben zu können, muss man erfolgreich korrupt, äußerst flexibel oder ein Lebenskünstler sein.

Unterwegs mit Carlos
Taxifahrer
Carlos, Taxifahrer auf Abruf

Da ich lediglich 4 Stunden Zeit hatte, um die Stadt zu erkunden und mein Flug am selben Tag nach München ging, besorgte ich mir kurzfristig einen vertrauenswürdigen Taxifahrer, der mich entsprechend meinen Wünschen in die Altstadt zum Mercado Central (Zentralmarkt), zum historischen kolonialen Stadtzentrum und zu den Elendsvierteln am Fuß des Berges San Cristobals bringen sollte. Ich wollte diesmal Lima abseits der Museen, volksnah erleben. Mein Fahrer hieß Carlos, war ca. 50 Jahre alt, hatte ein gepflegte Erscheinung, gute Manieren und ein blank poliertes Auto. Nachdem wir uns besprochen hatten, wobei ich ihm der Verständigung wegen meinen Namen Ralph in das spanische „Rafael“ nannte, ging es los. Wir verließen im dichten Verkehr den modernen Stadtteil San Isidro, der vor allem vornehme Residenzen und Hotels sowie Markengeschäfte beinhaltet, in Richtung koloniale Altstadt. Don Carlos, der zuvor als Chef einer Firma in Venezuela vier Jahre lang gearbeitet hatte, aber als seine Firma durch die Wirtschaftskrise pleite gegangen war, nach Lima zurückkam, verdient heute sein Brot durch Taxifahrten, unterstützt durch Empfehlung des Hotelpersonals, das ihn kennt. Lima ist die Stadt der Kollektivbusse und Taxifahrer unter denen sich viele arbeitslose Angestellte und Akademiker befinden.

Ein Insider erzählt

Don Carlos erzählte mir, dass Lima das Trinkwasser vom Rimac-Fluss erhält, das aus reinem Gletscherwasser besteht und dass ein Kraftwerk am Oberlauf des Rimac-Flusses einen Großteil der Elektrizitätsversorgung von Lima liefert. Da der Gletscher wegen der globalen Erwärmung immer weniger Eis hat, wird das Wasser in Lima immer knapper.

Die Stimmung nach der Wahl
Propaganda für Keiko Fujimori
Propaganda für Keiko Fujimori

Ich wollte natürlich auch etwas über die jetzige Stimmung in der Stadt wissen, nach der Präsidentenwahl des Links-Nationalisten Ollanta Humala, der am 05. Juni 2011 zum neuen Präsidenten Perus gewählt wurde. Zum ersten Mal seit 25 Jahren wurde mit ihm ein Vertreter der Linken gewählt. Ollanta Humala wird sein Amt am 28. Juli antreten. Er besiegte in der Stichwahl mit seiner Partei Gana Peru (Peru gewinnt) mit knappen 51 Prozent die Gegenkandidatin Keiko Fujimori der Partei Fuerza 2011 (Kraft 2011). Vor jubelnden Anhängern verkündigte Humala, er werde eine Regierung auf breiter Basis bilden und die internationalen Beziehungen Perus und die „lateinamerikanische Einheit“ stärken. Mit fester Hand werde er gegen die im Land verbreitete Korruption vorgehen und keinerlei Verpflichtung mit irgendeiner Gruppierung oder Person eingehen. Sein einziger Chef sei das peruanische Volk. Das Wirtschaftswachstum werde der Motor der sozialen Integration sein. Mit diesen Worten versuchte der 48-jährige ehemalige Soldat, die Bedenken der Bevölkerung zu zerstreuen und meinte, er könne sich als Marionette des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez erweisen und dessen sozialistisches Modell in Peru einführen. Es wird gemunkelt, dass auch Ollanta Humala beim 1. Wahlgang (April 2011), bei dem er nicht die Mehrheit der Stimmen erreichte konnte, jetzt bei der Stichwahl (5. Juni 2011) von Hugo Chavez finanziell unterstützt wurde, um sich die Stimmen der Bevölkerung zu kaufen. Während des Wahlkampfs hatte sich Humala wohl mehrmals von Chávez distanziert, aber wer weiß schon wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt? Diese und ähnliche Kommentare bekam ich von Don Carlos zu hören.

Die Gegenkandidatin
Plaza Mayor Lima
Plaza Mayor

Seine 36-jährige Gegenkandidatin, Keiko Fujimori, die Tochter des Ex-Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2001) warb für eine Fortführung der liberalen Wirtschaftspolitik, verlor aber mit drei Prozent Stimmenunterschied die Wahl. Keiko hatte sich im Wahlkampf von ihrem Vater Alberto Fujimori distanziert, der wegen Korruption und des Einsatzes von Kommandos gegen Oppositionelle eine 25-jährige Gefängnisstrafe verbüßt. Zur Ehrenrettung von Alberto Fujimori muss aber gesagt werden, dass er von 1990 bis zum Jahr 2.000 das Land Peru sehr erfolgreich regierte und Peru einen rapiden wirtschaftlichen Aufschwung brachte, nach den Schreckensjahren des Sendero Luminoso (Leuchtenden Pfads), sowie nach der Staatsmisere, welche ihm der ehemalige Präsident Alan García (Partei APRA) 1990 hinterlassen hatte. Alan García wurde im Jahr 1991 unter Vorwurf der unrechtmäßigen Bereicherung vor Gericht gestellt wurde, bekam aber im Ausland Asyl, um im Jahr 2001 wieder als Präsidentenkandidat anzutreten, wobei er jedoch gegen den Kandidaten Alejandro Toledo (Peru Posible=Mögliches Peru) unterlag. Im Jahr 2006 kandidierte Alan García erneut für seine Partei APRA und gewann im 2. Wahlgang gegen den Sozialisten Ollanta Humala, da man Alan García nach seiner persönlichen Bereicherung als Präsident (1985-1990) als das kleinere Übel betrachtete. Somit wurde Alan García zum zweiten Mal Präsident (2006 bis heute). Wer die Geschichte verschiedener südamerikanischen Länder verfolgt, wird schnell feststellen, dass sich viele Geschichten und Legenden um die Präsidenten ranken. Sie hören sich für mich wie Kriminal-Romane an und wer heute im Glanzlicht steht, kann morgen verfeindet und verfehdet im Gefängnis landen. Lima und seine Bewohner verstehen sich als Anhänger von Ollanta Humala oder von Keiko Fujimori, aber haben eins gemeinsam – sie wünschen sich eine sichere Zukunf. Hoffen wir, dass Ollanta Humala und seine Partei die Wahlversprechen einhalten.

Zwischen Kolonialcharme und Aufruhr
abbröckelnde Lehm-Schilfwand von Kolonialhaus
abbröckelnde Lehm-Schilfwand von Kolonialhaus

Doch zurück zu meiner Tour: Zuerst besuchten wir den Hauptplatz Plaza Mayor. Dazu stellte Carlos sein Auto auf einem bewachten Parkplatz ab, umgeben von abbröckelnden Lehm-Schilfwänden, Überbleibsel der kolonialen Epoche. Dieser Platz erstrahlt im alten Glanz mit dem Palacio del Gobierno (Regierungspalast), dem Municipio (Rathaus) und der Kathedrale. Sie stand für die Einheit kirchlicher und königlicher Macht. Mitten auf dem Platz befindet sich ein reich verzierter Brunnen aus dem Jahr 1652, der Nullpunkt aller Entfernungen in Peru. Lima befindet sich in der subtropischen Klimazone (17° südlicher Breite), hat aber aufgrund des kühlen Humboldtstroms, der an der peruanischen Küste entlang nach Norden fliesst, ein sehr gemäßigtes untypisch kühles Klima mit einer Durchschnittstemperatur von ca. 18 Grad Celsius. In Lima fallen im Jahresdurchschnitt nur 13 mm Niederschlag und längere Trockenperioden kommen vor. Der Winter (Juni bis September), der für das Hochland von Peru trockene schöne Tage und kalte Nächte beschert, ist für die Küste dagegen die Garuazeit (Nebel mit Nieselregen), verursacht durch den kalten Humboldtstrom. Der peruanische Sommer dagegen (Dezember bis März) ist in Lima durch anhaltenden Sonnenschein mit tropischen Temperaturen gekennzeichnet. An einer Straßenecke des Platzes war gerade eine Demonstration und deshalb war der ganze Platz von der Polizei abgeriegelt, so dass man nur um den Platz fahren konnte. Nach meiner Nachfrage, worum es bei der Demonstration ging, erhielt ich von dem Häufchen der Teilnehmer die Antwort, dass in einem anderen Stadtviertel Limas die Bewohner aufgebracht seien, da wegen der Anlage eines lokalen Flugplatzes ihre Hütten abgerissen werden sollten. Etwas weiter entfernt, unberührt von den Demonstranten, hielt eine traditionelle Touristenkutsche, die an die Kolonialzeit erinnerte.

Etwas zur Geschichte
Balkon vom Torre-Tagle Palast
Balkon vom Torre-Tagle Palast

Im Jahr 1542 gründeten die Spanier in Südamerika, damals Mundo Nuevo (Neue Welt) genannt, das Vizekönigreich Nueva Granada mit Peru mit Lima als Hauptstadt. Es umfasste die heutigen Länder Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Bolivien, Chile, Argentinien, Paraguay. 1551 wurde in Lima die erste Universität San Marcos auf dem amerikanischen Kontinent gegründet. Über das 16. und 17. Jh. war Lima das religiöse, wirtschaftliche und politische Zentrum der spanischen Kolonien Nueva Granada. Lima wurde auch zum Zentrum der Unterdrückungsmaßnahmen gegen die indigene Bevölkerung, mit Inquisition und Scheiterhaufen der katholischen Kirche gegen alte religiöse Bräuche und Riten. Die Stadt florierte durch Gold und Silber, zunächst von den besiegten Inkas, dann aus den Minen der Anden. Während des Salpeterkriegs (1879–1883) besetzten chilenische Truppen die Stadt und plünderten sie. Gegen Ende des 19. Jh. brachte der Abbau von Guano auf den Inseln der Küste der Stadt Reichtum und Wohlstand. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte dann ein erneuter Wachstumsschub ein. Im Jahre 1919 lebten schon 175.000 Menschen in Lima (heute sind es 10 Millionen!). Auch ausländische Immigranten ließen sich nieder. In der Kolonialzeit hatten die Spanier Sklaven aus Afrika geholt, später kamen Chinesen zum Bau von Eisenbahn und anderen Projekten hinzu. So entstand im Laufe der Jahre ein multikulturelles Völkergemisch, das zum kosmopolitischen Flair der Stadt beitrug. Die Probleme der Landflucht verschärften sichin demletzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Die Hauptprobleme von Lima sind: Bevölkerungsexplosion, mangelnde Infrastruktur und Naturkatastrophen. Diese trieben immer mehr Menschen in die Hauptstadt. Die Stadt umgeben von endlos scheinenden Elendsvierteln. Der Terror der Guerillaorganisation Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad 1980 – 1990) brachte dieWirtschaft Perus komplett zum Erliegen und die Landbewohner flüchteten in die Stadt.

Bröckelnde Fassaden
Mercado Central
Mercado Central

Durch das alte Zentrum von Lima zu fahren und die verschiedenen Plazas, Paläste und Gassen aufzusuchen, ist wie eine Zeitreise durch die Geschichte. Ein Teil der kolonialen Pracht wie am Hauptplatz ist bestens renoviert, aber an vielen alten Gebäuden, über die Altstadt verteilt, bröckeln die Fassaden ab und die Termiten halten in den Holzbalkonen, Türen und Rahmen Festgelage. Lima ist andrerseits das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima mit ihren schachbrettartig angelegten Straßen und prächtigen Bauten aus der Kolonialzeit steht seit 1991 unter dem Schutz der UNESCO und gehört damit zum Weltkulturerbe der Menschheit, aber es müsste viel mehr getan werden, um den Titel zu rechtfertigen. Allgemeine Renovierung wäre angesagt, doch es fehlt offensichtlich an Initiative und Geld. Das Stadtzentrum hat in den letzten drei Jahrzehnten an Bedeutung zugunsten anderer Stadtviertel eingebüßt. Die Bürgermeisterin von Lima ist seit dem 1. Januar 2011 Susana Villarán de la Puente, die zweite Frau, welche dieses Amt innehat. Es ist zu hoffen, dass sie sich für die Erhaltung der Stadt einsetzt.

Gaumenschmaus zwischen Früchten und Gemüse
Cebiche von Doña Severa
Cebiche von Doña Severa

Wer Lima besser kennenlernen möchte und hautnah, dem empfehle ich, unbedingt auch den Zentralmarkt zu besuchen. Hier sehen Sie wie die Peruaner sich mit täglichen Lebensmitteln, frischen Früchten, Fisch und anderen Haushaltswaren eindecken. Hier schlägt der Puls der Stadt. Essen Sie zum Beispiel mal mit den Einheimischen am gekachelten Tresen auf Plastikstühlen sitzend ein leckeres Cebiche, Perus Nationalgericht, bestehend aus mit Limetten mariniertem Fisch mit Süßkartoffeln, gekochten Maiskolben und See Algen. Dazu gab es das Nationalgetränk Chicha Morada, ein nichtalkoholisches Getränk auf Basis von schwarzem gemahlenen Mais, der als choclo morado bekannt ist. Nach diesem eindrucksvollen Marktbesuch, zu dem ich meinen Fahrer Carlos eingeladen hatte, genoss ich das leckere Essen, umgeben von netten Menschen, die sich über den Besuch des Alemán freuten und darüber, dass ihm die einheimischen Gerichte schmeckten. Claro que sí!

Kloster San Francisco
Kloster San Francisco
Kloster San Francisco

Danach fuhren wir weiter durch die Stadt zum Fluß Rimac. Der Fluss war fast ausgetrocknet. Auf der anderen Seite liegt der San Cristobal-Berg, an dessen Hang sich Barrios hochziehen. Dort hochzufahren, ist nicht unbedingt anzuraten, da Überfälle und Diebstähle an der Tagesordnung sind. Nach einem Blick auf diesen eindrucksvollen Hausberg von Lima, fuhr Carlos mit mir zum Kongressgebäude und zur San Francisco-Kirche. Die Kirche und das Kloster wurden 1546 erbaut, durch Erdbeben im 17. Jh. zerstört und danach wieder aufgebaut. Ich warf auf die barocke Kirche-Kloster nur einen Blick von

außen. Unzählige Tauben lassen sich (und ihre Exkremente) auf dem Gemäuer und auf dem Kirchplatz nieder. Interessant ist es sicherlich, die Kirche mit den vielen historischen Aufzeichnungen zu besuchen sowie die Katakomben mit den sorgfältig aufgereihten Totenschädeln. Bis zum Jahr 1808 wurden hier 70.000 Tote bestattet.

Buenos Días Luis!
Lima Maler Luis Samanamud
Maler Luis Samanamud

Danach sagte ich einen einheimischen Künstler Luis Samanamud guten Tag, der vor seinem Hauseingang malte und im Treppenhaus einen Teil seiner Ausstellung von schönen Motiven von Lima untergebracht hatte.

Anschließend kamen wir zu dem gut restaurierten Palacio de Torre Tagle, das Adelshaus des Marqués de Tagle aus dem 18. Jh., der heute einer Abteilung des Außenministeriums beinhaltet. Die reich verzierte Außenfassade mit fein gearbeitetem Holzbalkon war einen Stopp wert. Das Innere des Palastes kann man nur mit spezieller Genehmigung besuchen.

Danach warf betrachtete ich den ehemaligen Bahnhof Desamperados, unweit der Plaza Mayor. Die zweithöchste normalspurige Bahnstrecke der Welt mit 4.781 m bei La Galera führt über La Oroya nach Huancayo (3.261 Meter) und passiert dabei 58 Brücken, sechs Spitzkehren und 69 Tunnels. Die ganze Strecke zu drei bedeutende Minenzentren in den Zentralanden, wird seit einiger Zeit nur noch von Güterzügen befahren. Im Desamparados befindet sich heute ein Museum mit Kunstausstellungen.

Von Stier- und Freiheitskämpfern
Acho-Stierkampfarena
Acho-Stierkampfarena

Weiter ging es zu der 1794 erbauten Acho-Stierkampfarena, die nördlich des Río Rímac liegt. Durch die Eisengitter konnte ich ein paar Fotos machen. Im Oktober und November kommen international bekannte Toreros nach Lima, in den übrigen Monaten finden meist am Sonnabend- und Sonntagnachmittag Stierkämpfe statt.

Danach ging es zu der Plaza Martín, nach dem großen Freiheitskämpfer benannt, der zusammen mit Simon Bolivar die Unabhängigkeit von Spanien im Jahr 1821 verkündete. Ihm zu Ehren wurde das Reiterdenkmal errichtet. Der Platz wird von sehenswerten kolonialen Bauwerken umgeben und Arkadengängen eingerahmt. Wer zur Plaza de San Martín kommt, sollte unbedingt auch das altehrwürdige Luxushotel Gran Bolivar besuchen, dessen Inneneinrichtung den Glanz vergangener Zeiten widerspiegelt. Zu beachten ist die herrliche mehrfarbige Glaskuppel. Für mich hatte dieses Hotel eine besondere Bedeutung, da ich dort vor vielen Jahren bei meinem ersten Besuch in Peru einen Pisco Sour schlürfte, ein weiteres Nationalgetränk, das es in sich hat. Heute genehmigte ich mir in der schönen Bar mit dem langen soliden Holztresen einen traditionell gemixten Pisco Sour, welcher in der Regel zur Begrüßung oder als Aperitif gereicht wird: Die Basisspirituose ist der Traubenschnaps Pisco. Das Getränk wird mit 3 Teilen Pisco, je einem Teil Limettensaft, Zuckersirup und Eiweiß mit Eis gemixt. Dieser wird je nach Geschmack mit einem Spritzer Angostura bitter oder dem peruanischen Bitter Amargo Chuncho und einer Messerspitze Zimt abgestimmt. Weitere Gäste genossen am Nachbartisch ebenfalls einen Pisco Sour und prosteten mir zu. Viva la vida!

Plaza San Martín
Plaza San Martín

Anschließend ging es zu dem belebten modernen Stadtteil Miraflores in der Neustadt mit gepflegten Parkanlagen und Gärten. Miraflores ist das touristische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum von Lima. Der Stadtteil zeichnet sich durch seine Fortschrittlichkeit, Kultur und den Tourismus aus. Wir hielten an dem zentral gelegenen Kennedy Park an und fuhren anschließend zur Uferpromenade und zum der Park der Liebe, von wo aus man einen Blick auf den Pazifik hat.

Da die Zeit der Rundfahrt abgelaufen war, ging es wieder zum Hotel in San Isidro zurück. Wenn Sie für Lima und Peru eine Reise planen, so helfe ich Ihnen gerne weiter.
©Autor Ralph Sommer

 

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