Awei Pila Resort-Anlage Mergui-Archipel
Mergui-Archipel,  Myanmar,  Sommer Fernreisen Redaktion

Traum-Insel Awei Pila im Mergui-Archipel: Urwald und Abfahrt nach Awei Pila, 3. Tag

Reisebericht von Ralph Sommer, März 2020

3. Tag: Im Wa Ale-Urwald und Abfahrt nach Awei Pila

Schon vor Sonnenaufgang traf ich mich mit meinem Naturführer Alexander, um gemeinsam eine Dschungelwanderung zu unternehmen. Es ging über hügeligen Bergurwald, vorbei an mächtigen Fikusbäumen, die sich als Würgefeigen zu Recht ihren Namen gemacht haben. Unterwegs sah ich verschiedene Palmenarten, wobei die bekannteste die zähe Rotanpalme sein dürfte, die sich hunderte von Metern als Liane ausdehnt, Büsche und Bäume überwuchert und überall hochrankt.

Die fingerstarken Zweige sind mit starken Wiederhaken bestückt. Aus der Ferne konnte ich Hornvögel und eine Familie der seltenen Brillenlanguren bei der Futtersuche im Kronendach beobachten. Unterwegs flüchteten Wildschweine ins Dickicht und Riesenhörnchen huschten in den Baumkronen von Ast zu Ast. Nach 1,5 Stunden erfolgreichen Naturbeobachtungen ging es zurück zum Resort zum Frühstück. Morgens hieß es Abschied nehmen von dem liebenswerten engagierten Team des Wal Ale Resorts.  Wa Ale war in jeder Beziehung ein einzigartiges Erlebnis und eine tiefgreifende Erfahrung.

letzter Blick auf Felsenformation von Wa Ale

Eco-Luxus-Resort Awei Pila auf Trauminsel Kyun Pila

Insel Kyun Pila, weißer Strand vom Awei Pila Resort

Fahrt von Wa Ale nach Awei Pila, Naturwanderung zum Mokendorf

Von der Mangrove Bay ging es mit dem Schnellboot in ca. einer Stunde Richtung Süden zur Insel Pila (Kyun Pila) zum Awei Pila Luxus Resort.

Pool und Strand Awei-Pila Luxus-Reort
Begrüßungsteam von Awei Pila, rechts Ralph Sommer

Das Wort Awei ist aus der Pali-Sprache und heißt „mit Anderen teilen“. Pila ist der Inselname. Unterwegs zog nochmals das Band der Mergui-Insel in verschiedenen Formationen und Größen an mir vorbei. Die vielen unbewohnten Inseln mit weißen Sandstränden und unsagbaren Korallenriffs verleiten zum träumen. Schließlich näherte sich mir die 24 km² große Insel Pila mit ihrem idyllischen langen feinen Sandstrand. Sie liegt 80 km von der Küste von Kawthaung entfernt und ist ein neu zu entdeckendes Unterwasserparadies, das von Kawthaung aus mit dem Schnellboot in 2,5 Stunden zu erreichen ist.

Über einen sich wellenförmig bewegenden Schwimm-Ponton-Steg erreichte ich nach einem Balance-Akt den Strand (Bemerkung: man kann sich auch mit dem Dingi am Strand absetzen lassen 😊). Hier erwartete mich das Hotel-Team mit General-Manager und Mitarbeitern, um mich herzlich zu begrüßten. Awei Pila ist ein exklusives, privates Inselresort, finanziert von der Hotelgruppe Memories, die mehrere Luxus-Hotels in Myanmar besitzt.

Die natürliche Bucht des Resorts hat einen 600 Meter langen feinen Sandstrand, der durch Felsen in zwei Hälften geteilt ist; hinter dem Strand liegt der tropische Urwald. Meine GPS-Koordinaten für Awei Pila waren: 10°35’26.6″ N // 98°01’03.0″ O

Ponton-Steg Awei-Pila Resort

Danach erkundigte ich meine geräumige komfortable yurtenförmige Tented Villa, die mit Schlaf-, Sitz- und Lesebereich und einer Holz-Terrasse ausgerüstet ist. 24 Villen gibt es insgesamt, von denen die Hälfte in der ersten Reihe mit Meerblick und die weiteren in der zweiten Reihe mit Gartenblick liegen. Ich wohnte in der 2. Reihe, die mir sehr zusagte, da diese außer einem verstellbaren Sonnenschirm von der schattenspendenden Vegetation mit exotischen Pflanzen umgeben war. Das Meer, der Pool und das Restaurant sind in wenigen Schritten erreichbar.

Strand von Awei Pila

Awei Pila Resort-Anlage und Ausstattung

Luxus-Zelt-Villa AweiPila-Resort

Nach einem Erfrischungsgetränk (kostenfrei) in dem Open-Air Restaurant, das gleichzeitig das soziale Zentrum des Resorts ist, genoss ich den Panoramablick über Pool, weißen Sandstrand und das smaragdfarbige Meer.

Danach unternahm ich mit meinem lokalen englischsprachigen Guide einen Rundgang durch die Resort Anlage.

Ich ging auf die Aspekte der Nachhaltigkeit ein und stellte genugtuend fest, dass die Villen durch die besondere Stoffbauweise kein Bauholz brauchten und somit der einheimische Wald nicht gefährdet wurde, dass das Gemüse für das Restaurant organisch angebaut wird, dass das Abwasser der Anlage durch Mikroorganismen gereinigt für die Gartenanlage und den Gemüseanbau wiederverwendbar wird.

Im Gewächshaus wuchsen prächtige Hängekürbisse, Bohnen, Lady Finger, Salate und Gewürzpflanzen, Chili. Offensichtlich arbeitete hier ein guter Gärtner mit einem gut kompostierten Boden.

Naturwanderung und Moken-Gemeinschaft

Anschließend unternahm ich mit meinem Guide eine Wanderung durch den Urwald auf die andere Seite des Inselrückens zu der Moken-Gemeinschaft.

Echte Karettschildkröte

Um den Zugang durch den Urwald zu erleichtern, wurde hier ein zementierter Weg angelegt, um den Hafen der Moken mit Elektro-Buggies für die verschiedenen Wasseraktivitäten verbinden zu können. Auf meiner Wanderung am Nachmittag sah ich außer ein paar Grüntauben nur wenige weitere Vögel, der Grund dafür war, sagte mir Führer, dass die indigenen Moken durch ihre neu erworbene Sesshaftigkeit durch Jagd das Wild auf der Insel dezimiert haben.

Das Resort versucht den negativen Folgen der kulturellen Identität der Moken – ehemaliger Seenomaden Einhalt zu bieten, was laut dem Resort-Manager keine einfache Aufgabe ist. – Ich hatte vor 5 Jahren auf einem Segeltörn die Gelegenheit gehabt, dieselbe Mokengemeinschaft besucht, die damals noch umweltfreundlicher erschien; evident richtet die Sesshaftigkeit der einst seefahrenden Moken Umweltschäden an, da sie sich mit Flaschen und Plastik vollmüllen, trotz der Besprechungen und Kritiken des Awei Pila-Teams, das Abhilfe schaffen möchte und Hilfe anbot.

Mokenboot mit Beiboot beim Fischfang

Trotz sicherlich schwieriger Lebensbedingungen der Moken machten Kinder und Erwachsene auf mich einen zufriedenen Eindruck. Ich sah viele lachende Gesichter, Ball spielende Kinder und Frauen, die entspannt die traditionellen Cheroot-Zigarren rauchten. Die goldglänzende Pagode auf dem Hügel des Dorfes bestärkte die Idylle. – Als ich das erste Mal hierherkam, trugen die Inselbewohner noch das Baumaterial zur Pagodenerrichtung auf dem Kopf den Hügel hinauf.

Eingangstor zur Pagode Mokenhügel
Mokenkinder beim Spielen

Die Moken, auch Selon, Salon oder Salone genannt, huldigten als Seevolk vor wenigen Jahrzehnten noch Naturreligionen, wurden dann aber durch die Regierung von Myanmar zum Buddhismus konvertiert. Heute sprechen sie neben ihrer Muttersprache, einer Sprachgruppe aus dem indischen Ozean, zusätzlich burmesisch, die Amtssprache von Myanmar.

Mokenfrau mit Baby mit Smartphone

Das Leben der Moken wird heutzutage hauptsächlich von der Fischindustrie bedroht, die mit Schleppnetzen vor den Fanggebieten der Moken nicht haltmacht. Der Fischfang dient vor allem für die Hotellerie in Süd-Thailand. Somit wird es für die Moken immer schwieriger, mit ihren traditionellen Fangmethoden genügend Fisch für ihre Familien zu fangen.

Im Mokendorf hielten wir bei mehreren einfachen Palmhütten an. Vor den Hütten saßen die Familienangehörigen im Sand; Frauen mit Babys, jung und alt. Hier traf mein Guide auf seine Moken-Freunde, die im Awei-Pila-Resort Arbeiten nachgingen. Dabei bekam ich auch Einblick in die mehr als bescheidenen Hütten. In der Bucht lagen die Moken-Fischerboote im Sand und andere zogen aus zum Fischfang.

Auf der Rückfahrt mit einem einheimischen Fischerboot erlebte ich noch einen blutroten Sonnenuntergang. Wir erreichten die Bucht von Awei Pila nach 10 Minuten. Bemerkenswert war der selbst konstruierte Außenbordmotor, der unter Einsatz von Bein und Fuß über eine Eisenstange gesteuert wurde. Inzwischen war der Vollmond aufgegangen, der klar die Insel überstrahlte.

Abenbuffet Restaurant Awei Pila

Das Abendessen in Awei Pila bestand aus einem Menü mit gedünsteten Shrimps und frischem Gemüse aus dem Treibhaus.

Mein Résumé:

Das Awei Pila-Öko-Resort auf der Trauminsel Pila bietet luxuriöse Unterkünfte und auserwählte Menüs bei Vollpension. Die Anlage besticht durch seinen schneeweißen Sandstrand und das transparente Meer, das nur wenige Schritte von den Bungalows entfernt liegt. Gegen Gebühr können gegen Bezahlung vor Ort Sport- und Freizeitaktivitäten wie Standup-Paddling und Kayaking, Tauchen, Ausflüge, Massage und Wellness gebucht werden. Für Taucher gibt es Padi-Kurse aller Kategorien und Tauchpakete sowie Nachttauchen. Dschungeltrekking und der Besuch des Moken-Dorfes sind jedoch kostenlos. Erfrischungsgetränke sind kostenfrei, alkoholischen Getränke jedoch nicht.

Hier geht es zu weiteren Inselerlebnissen auf Mergui – Alle Reise-Tage im Überblick:

Trauminseln im Mergui-Archipel von Myanmar Einleitung

1. Tag: Traum-Insel Wa Ale: Anreise
2. Tag: Traum-Insel Wa Ale: Kayaking, Schnorcheln, Hornvögel und Flughunde
3. Tag: Traum-Insel Awei Pila: Urwald und Abfahrt nach Awei Pila
4. Tag: Traum-Insel Boulder-Island: Urwald und Abfahrt nach Boulder Island
5. Tag: Traum-Insel Boulder-Island: Buchten, Schnorcheln und Strände
6. Tag: Traum-Insel Boulder-Island: Riff- und Dschungelwanderung, Schnorcheln und mehr
7. Tag: Traum-Insel Boulder-Island: Rückfahrt nach Kawthaung

Autor + Fotos von Ralph Sommer, einige Fotos wurden freundlicherweise von den Insel-Resorts zur Verfügung gestellt


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