Violet tailed Sylph
Ecuador,  Sommer Fernreisen Redaktion,  Südamerika

Ecuador – Non plus ultra für Vogelliebhaber

 

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Kolibri Collared IncaWenige wissen, dass Ecuador das vogelartenreichste Land der Welt ist, bezogen auf seine Landesgröße. Auf 272.000 qkm, das sind nur 0,02% der Landfläche der Erde, leben immerhin 1.640 Arten. Das wird nur noch von den viel größeren Weltrekord-Vogelländern Kolumbien (1.820 Arten), Peru (1.808 Arten) und Brasilien (1.747 Arten) übertroffen, die aber schwerer zu bereisen und deren endemische Vogelarten in entlegenen Gegenden versteckt sind. In Ecuador sind alle ornithologischen Ziele leicht und schnell erreichbar, liegen näher beisammen. So sind Rekordtrips möglich, z.B. „The big week“ eines ecuadorianischen Vogelreiseanbieters erbrachte im Mai 2001 607 Vogelarten (493 gesehen und 114 gehört). Aber es muss ja nicht gleich gehetzt werden; man sollte die schönen Reservate mindestens je zwei bis drei Tage auskosten. Eine „Armee“ gut ausgebildeter, inzwischen auch heimischer bilingualer Vogelführer und eine Vielzahl von Bird Lodges stehen bereit, den Freund exotischer Vögel gebührend zu empfangen.
Im Folgenden gehen wir auf einige Schutzgebiete ein, die von der „Stiftung Jocotoco“ gemanagt werden und die speziell „Birdwatcher“ empfangen. Angeregt durch die Entdeckung 1997 der größten Ameisenpitta der Welt, Grallaria ridgelyi (Jocotoco Antpitta), in einem winzigen Sektor der Ostanden, Provinz Loja, taten sich namhafte Ornithologen zusammen, mit dem Ziel, bedrohte Vogelarten durch Ankauf von Land mit Primärlebensraum zu schützen. Die Eintritte und Übernachtungen sind nicht billig, doch wird damit weiterer Landkauf betrieben, da manche Gebiete bislang nur 30 oder weniger statt der erstrebenswerten 100 qkm Mindestgröße aufweisen. Dafür wird aber einiges geboten: Vollpension, Unterbringung in hübschen Cottages mitten im Urwald, Kolibri-Futterautomaten, die vollständigen Artenlisten nebst Bestimmungsliteratur und qualifizierte Bird Guides. Hier die Beschreibung der wichtigsten Schutzgebiete der Fundación Jocotoco.
Schema: Name, qkm, Vogelartenzahl, bedrohte Zielarten (englischer Name), Lage, Besonderheiten und naturtouristische Möglichkeiten.

Kolibri Chestnut breasted Coronet1. Tapichalaca, 50 qkm, 300 Sp., Jocotoco Antpitta, Bearded Guan, White-breasted Parakeet, Orange-banded Flycatcher, Dusky Piha, White-capped Tanager.
Am Südrand des Podocarpus-Nationalparks, vom Pass (Wasserscheide der Anden) 2772 m, südöstlich Yanama bis auf 1.800 m erstreckt sich das Reservat. Vier km abwärts vom Pass führt links eine Auffahrt, ausgeschildert, zum Parkplatz (50 m), an dem gleich die Kolibri-Feeder mit wundervollen Besuchern wie Glowing Puffleg, Chestnut-breasted Coronet, Flame-throated Sunangel, Long-tailed Sylph stehen. Die sehr komfortablen Holzhäuser mit Kamin nehmen bis zu 14 Personen auf. Das Wegesystem ist steil und etwas schlammig; der Weg zum einzigen Anlockplatz (mit Riesenregenwürmern) der Welt der Jocotoco-Ameisenpitta ist teils mit Steinen ausgelegt. Es gibt 43 lokalendemische Orchideenarten im üppigen Bergwald. Vom idyllischen Vilcabamba, dem Dorf der Hundertjährigen mit vielen Hotels, ist das Schutzgebiet etwa eindreiviertel Stunden entfernt, die Hälfte davon Asphalt.

2. Utuana, 2,5 qkm, über 100 Arten (noch unvollständig), Black-crested Tit-Tyrant, Piura Hemispingus, Leymebamba Antpitta, Black-cowled Saltator.
Von Loja über Catamayo und Cariamanga (103 km) und dann weiter am Südrand Ecuadors bis Dorf Utuana, Abzweig 1 km nach Südwest. Höhe 2.650 m. Kleiner Restwald mit Trockeneinfluss, oft neblig. Zwei Pfade, wenig steil. Interessanter Krüppelwald und Buschinseln. Die aufgelisteten Arten kommen nur hier in Ecuador vor. Keine Hütten.

Kolibri White bellied Woodstar3. Jorupe, 10,5 qkm, 145 Sp., Peruvian Screech Owl, Blackish-headed Spinetail, Rufous-necked und Henna-hooded Foliage-gleaner, Slaty Becard, Black-and-white Tanager.
Ein neues Reservat, an der Grenze zu Peru gelegen, mit Flaschenbäumen Ceiba trichistandra und typischem Trockenwald, frisch belaubt Februar bis April. Hervorragend für eine Fülle tumbesischer Trockenendemiten; ca. 50 Vogelarten kommen nur in diesem Lebensraum weltweit vor. Die Orchidee Cattleya maxima blüht ab Weihnachten. Einige gut gelegte Exkursionspfade und die Schotterstraße, die man morgens früh hinauffahren und dann zu Fuß abwärts gehen sollte, mit Leckerbissen wie Rufous-headed Chachalaca, Grey-cheeked Parakeet und White-tailed Jay. Lodge neu. Gut zu verbinden mit den ersten beiden Reservaten.

Kolibri Sword Billed Hummingbird4. Buenaventura, 16,8 qkm, 300 Sp., Ochre-bellied Dove, Emerald-bellied Woodnymph, White-vented Plumeteer, White-whiskered Puffbird, Scaled Antpitta, Long-wattled Umbrellabird, Club-winged Manakin.
Von der Panamericana der Küste sind es vom Abzweig südlich Santa Rosa ca. 35 km nach Ost über Zaracay (hier geradeaus) zum Abzweig bei Platanillo. Von hier sind es 5 km sehr schlechten Fahrweges (nach Regen manchmal blockiert) bis zur Lodge. Man kann auch die Fernstraße weiter hochfahren (hier liegt eine 2. Kolibri-Fütterstation) bis Buenaventura (ca. 10 km vor der Stadt Piñas) und oben am Marienschrein den Fahrweg links und dann gleich den oberen Karrenweg für eine längere Fußexkursion abwärts nehmen (Genehmigung erforderlich). Ein Geländefahrzeug kann die Gruppe notfalls abholen.
Im Reservat wurden in den 80er Jahren zwei stets seltene Arten entdeckt: El Oro Parakeet und Scytalopus robbinsi, ein neuer Tapaculo. Hier steht noch der prämontane Andenfußwald in Höhen zwischen 550 und 1.100 m, der sonst fast überall eingeschlagen wurde. Das Klima ist recht feucht mit guten Niederschlägen, die Wege daher teilweise schlammig. Zwei Waldbungalows der „Umbrellabird Lodge“ mit sehr hübschen Badezimmern nehmen ca. 16 Personen auf. Gegessen wird auf einer offenen Terrasse, die ca. 8 Kolibrifeeder und eine Webcam dazu hat. Es kommen bis zu 100 „Süchtige“ minütlich zum Trinken. Das Reservat ist das einzige mit bekanntem Brutplatz des Langlappen-Schirmvogels, den man bei vorsichtiger Annäherung bei der Balz beobachten kann. Die sonstige Artenfülle ist unerschöpflich; von Foliage-gleanern, Tyrannen über Schiffornis und eine Menge bunter Tangaren ist alles zu haben.

Kolibri Flame throated Sunangel5. Yunguilla, 2 qkm, über 100 Sp., Pale-headed Brush-Finch
Atlapetes pallidiceps ist die einzige wirklich sehenswerte Art, die nur hier vorkommt und extrem vom Aussterben bedroht ist, da sie auch vom Seidenkuhstärling parasitiert wird. Es gibt ein Abschussprogramm für diese Stärlingsart, um mehr Jungen des Brush-Finches hochkommen zu lassen! Die Erreichbarkeit ist schlecht und am besten nur mit ortskundigem Führer: von Girón geht es abwärts bis zum Örtchen La Union (weit vor Santa Isabel und Pasaje), Abzweig steil den Berg hoch.

Kolibri Black breasted Puffleg6. Yanacocha, 10,3 qkm, 2.800 bis 4.000 m, 150 Sp., Black-breasted Puffleg, Purple-backed Thornbill, Sword-billed Hummingbird, Barred Fruiteater, Giant Conebill.
Diese Site liegt nahe an Quito. In Nord-Quito nimmt man die alte Landstraße nach Nono westwärts. Am Pass biegt man links ab; nach weiteren 10 Km ist man am Reservatseingang auf ca. 3.400 m Höhe an der Nordwestflanke des Vulkans Pichincha (morgens kühl!). Eignet sich für einen Morgenausflug – keine Übernachtungsmöglichkeit. Der leichte Fußweg zieht parallel an einem alten Inkabewässerungsgraben entlang. Das äußerst rare, vom Aussterben bedrohte (ca. 100 Individuen überleben noch) Schwarzbrust-Schneehöschen wird man kaum sehen, dafür aber bis zu 18 andere Kolibriarten, die gerne an einzeln stehende Feeder kommen. Nach einer halben Stunde gelangt man an schönen Krüppelwald mit Polylepis, in dem einige Hochlandtyrannen und Bergtangaren herumturnen.

Sommer Fernreisen fördert den nachhaltigen Schutz der Wälder in Ecuador. Mit der vogelkundlich ausgerichteten Tour Südecuador werden 2 Reservate der Jocotoco-Stiftung besucht. Bei Interesse können Sie uns hier kontaktieren.

 

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