Tanja mit Elefant
Asien,  Indien

Eine Reise durch Südindien: Thrissur und Tempel und Elefantencamp in Guruvayoor

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Hallo, ich bin Tanja und zur Zeit bin ich für Sommer Fernreisen in Indien. Am Wochenende bin ich mit einer Kollegin zu ihrem Elternhaus mitgefahren, nach Thrissur, so hieß der Ort, in Kerala. Das war eine ungefähr 4-stündige Busfahrt. Eigentlich sollte die Fahrt nur 2,5 Stunden dauern, aber es war sehr viel Stau und zwischendurch wurde auch gebaut, weswegen sich das alles verzögert hat. Die Busfahrt nach Thrissur selber war nicht unbedingt sehr bequem, da unheimlich viele Leute im Bus waren und obwohl ich einen Platz hatte, wurde ich total eingequetscht, weil die Leute, die im Gang standen immer weiter an die Sitze herangedrückt wurden und dadurch zum Teil schon vor einem standen. Das war sehr eng. Wenigstens war in den Bussen immer für genug frische Luft gesorgt. Da gibt es nämlich keine Scheiben in den Fenstern. Die sind komplett offen. Wenn es regnet, wird eine Plane heruntergezogen. Dann sieht man zwar nichts mehr, aber dafür bleibt der Regen draußen. Ungeschickt ist es nur, weil man nicht sehen kann, wo man gerade ist und ob man demnächst aussteigen muss.

Elefantenschmuck in Thrissur
Elefantenschmuck in Thrissur

Zurück zu Thrissur im Bundesstaat Kerala. Dort angekommen mussten wir noch ein paar Kilometer mit der Autorikscha fahren und kamen dann endlich an. Ich muss sagen, die indische Gastfreundschaft ist wirklich toll. Ich wurde in Thrissur von allen sofort herzlich empfangen und es wurde sofort etwas zu essen auf den Tisch gestellt. Außerdem wurde ich erstmal allen Nachbarn und der halben Familie (und die ist groß) vorgestellt. Abends gegen 10 Uhr gab es dann das Abendessen. Das wird hier immer sehr spät gegessen.

Am nächsten Tag zeigte mir meine Kollegin Thrissur. In Thrissur findet jedes Jahr im April ein großes Festival statt, bei dem zwei Tempel gegeneinander antreten und darum wetteifern, wessen Elefanten den schöneren Kopfschmuck haben. Schade, dass ich das knapp verpasst hatte. Das muss ein toller Anblick sein. Ich hatte allerdings das Glück, dass ich mir die Werkstatt in Thrissur anschauen konnte, in denen der Kopfschmuck für die Elefanten hergestellt wird. Normalerweise ist die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, aber meine Kollegin überredete die Leute dort und dann führte uns jemand herum. Erstmal werden solche goldenen Ornamente hergestellt, die den Elefanten bis zum Rüssel herunterreichen.

Dann gab es runde Scheiben aus Pfauenfedern gemacht, so eine Art Pom Poms aus Yakschwänzen, die offensichtlich sehr aufwendig zum Herstellen waren und viele bunte Schirme in allen möglichen Farben. Die Schirme, die Scheiben aus Pfauenfedern und die Pom Poms aus Yakschwänzen werden bei dem Festival in Thrissur von den Reitern der Elefanten getragen und geschwenkt. Die Leute dort erklärten uns das auch ein bisschen, allerdings nicht in Englisch, sondern in Malayalam und meine Kollegin musste immer übersetzen.

Archäologisches Museum in Thrissur
Archäologisches Museum in Thrissur

Anschließend fuhren wir dann in ein archäologisches Museum in Thrissur. Die Woche davor waren wir zwar auch schon in einem archäologischen Museum, aber kann ja nicht schaden in ein zweites hinzugehen. Zu sehen gab es eigentlich das Gleiche, wie in dem Hill Palace letzte Woche auch. Schmuck, alte Münzen, alte Waffen, Skulpturen usw. Nur war das Gelände um das Museum herum in Thrissur ein wenig gepflegter. Das war wie ein großer Garten mit vielen Bäumen, Pflanzen und leider auch Mücken. Dadurch, dass dort ein kleiner Wald und auch noch ein kleiner See war, war das natürlich ein perfekter Ort für Mücken und leider zog ich die wohl an. Dank meines Mückensprays konnte ich mir die kleinen Plagegeister aber ganz gut vom Hals halten. Also ein Tipp für alle, die dort solche botanischen Anlagen aufsuchen: Mückenspray ist Pflicht, ansonsten wird man total zerstochen. Die ganze Anlage war  wunderschön und ganz toll gepflegt. Da wurde wirklich drauf geachtet. Auch das Wetter spielte wieder mit.

Botanischer Garten in Thrissur
Botanischer Garten in Thrissur

In der Regenzeit kann man sich da ja nicht immer drauf verlassen, aber die Sonne hat geschienen und es war richtig schön warm. Ein toller Tag für solche Unternehmungen. Am Museumseingang in Thrissur selber ist mir ein Zeichen besonders aufgefallen. Das war wie ein Hakenkreuz und ich hab mich erstmal gewundert, was denn ein Hakenkreuz dort zu suchen hat. Ich wurde dann am Ausgang darüber aufgeklärt. Der Mann dort sprach sehr gut Englisch und erklärte mir, dass das Zeichen so etwas wie: „Ich bin dein Freund und ich pass auf dich auf“ bedeutet. Das kommt noch aus der alten Sprache von dort. Dieses Zeichen ist mir dann auch noch öfter an den Fenstern der Autorikschas aufgefallen. Danach wusste ich ja, was es bedeutet.

Nachdem wir das Museum wieder verlassen hatten gingen wir in einen Zoo in Thrissur. Diese Bilder möchte ich hier allerdings jedem ersparen. Das war wirklich nicht schön wie die Tiere da gehalten wurden. Es gab Vögel, Bären, Tiger, Löwen und sogar Schlangen. Von den Raubtieren wurde jeweils allerdings immer nur ein Tier gehalten und das in einem winzigen Gehege. Das rohe Fleisch, was die als Futter bekommen haben, hatte da im Gehege vor sich hin gestunken, während das Tier völlig apathisch daneben lag. Ich weiß nicht, ob da überhaupt eines der Tiere gesund war. Es sah nicht danach aus. Ich fand diesen Zoo in Thrissur einfach nur grausam. Das war in meinen Augen richtige Tierquälerei. Ich war froh, als ich dort wieder draußen war. Das konnte man ja fast nicht ertragen die armen Tiere dort so zu sehen. Anschließend kaufte ich mir dann erstmal eine Kokosnuss und mit einem großen Schluck Kokoswasser erholte ich mich ein wenig von dem Schock.

Katholische Kirche in Thrissur
Katholische Kirche in Thrissur

Danach ging es weiter zu einer katholischen Kirche, ebenfalls in Thrissur. Diese schneeweiße Kirche hat den höchsten Kirchturm in Indien, so wurde mir gesagt. Die sah schon von außen beeindruckend aus. Wir gingen hinein. Ohne Schuhe versteht sich und innen drin war alles bunt. In meinen Augen sehr kitschig und die Art gefällt mir persönlich nicht so, aber es ist trotzdem eine wunderschöne Kirche. Auch hier war alles streng nach Geschlechtern getrennt. Auf der einen Seite saßen die Frauen und auf der anderen Seite die Männer. Nachdem wir uns innen eine Weile umgeschaut hatten, wollten wir dann auch auf den Turm hinauf gehen, um uns Thrissur von oben anzuschauen. Bevor wir jedoch hoch konnten, mussten wir unsere Taschen abgeben, die Schuhe ausziehen und Eintritt bezahlen. Für meine Kamera, musste ich, wie bisher überall, extra bezahlen. Barfuß bis zum Turm zu laufen war nicht so angenehm. Der Steinboden war sehr heiß und wir mussten laufen, damit wir uns nicht die Fußsohlen verbrennen. Im Turm, fuhren wir mit dem Aufzug hoch und mussten noch ein paar Treppen steigen. Der Ausblick über Thrissur war fantastisch und man konnte die ganze Stadt sehen.

Ausblick vom Turm der Kirche
Ausblick vom Turm der Kirche

Leider waren die Fenster ziemlich klein, so dass man nicht allzu gut gucken konnte, aber das was man sehen konnte war einfach klasse. Der Weg nach unten war allerdings nicht weniger beeindruckend. Wir nahmen diesmal die Treppe und während des ganzen Weges nach unten, fanden wir fast das gesamte Alte Testament an den Wänden. Als erstes waren es Holzschnitzereien, dann bunte Scheiben und schließlich auch Wandmalereien. Einfach toll. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Allein für die Aussicht vom Kirchturm lohnt es sich, dort hinaufzufahren. Als wir wieder zurückfuhren war es fast Abend und für den heutigen Tag nichts mehr geplant. Dafür sollte es am nächsten Tag ein volles Programm geben.

Palmenwälder in Guruvayoor
Palmenwälder in Guruvayoor

Heute fuhren wir nach Guruvayoor. Das ist einer der bekanntesten Tempel in Indien und berühmt für ein in der Nähe gelegenes Elefantencamp. Doch bevor wir dort ankamen dauerte es noch eine Weile. Zuerst einmal besuchten wir die Verwandtschaft. Die wohnte in Guruvayoor und war unsere Ausgangsstation für unsere Fahrt zum Tempel und zum Elefantencamp. Eine Fahrt durch herrliche Landschaften mit vielen Reisefeldern. Irgendwann bogen wir auf der Fahrt in einen kleinen Feldweg ab und kurze Zeit später hielten wir an, um eine kleine Wanderung zu unternehmen. Das war auf so einer Art Plateau. Man hatte einen wunderschönen Ausblick über die Umgebung. Vor allem über viele Palmenwälder.

Ich ging eigentlich davon aus, dass die nur mit mir zu dem Tempel in Guruvayoor und dem Elefantencamp fahren. Darauf, dass wir so eine schöne kleine Wanderung auch noch machen würden war ich gar nicht vorbereitet. Wir liefen dort also über Stock und Stein über das Plateau und machten unzählige Fotos. Außerdem konnte man an den Felsen wunderbar ein wenig klettern. Da trat dann allerdings ein kleines bis mittleres Problem auf. Da ich nicht wusste, dass wir wandern gehen würden, zog ich Sandalen an, die nicht gut zum Wandern geeignet waren. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte. Beim Klettern blieb ich einmal mit dem Schuh hängen und rutschte ab, woraufhin der Zehensteg von der Sandale sich vom Rest des Schuhs trennte. Das war natürlich recht ungeschickt und laufen konnte ich so gar nicht, also legte ich die weitere Wanderung barfuß zurück.

Urnenfriedhof in Guruvayoor
Urnenfriedhof in Guruvayoor

Da wiederum musste ich ziemlich aufpassen, dass ich mir erstens nicht die Füße an dem heißen Felsboden verbrenne und zweitens mir die Füße nicht an herumliegendem Glas aufschneide. Der Rest der Wanderung war also recht unentspannt für mich. Ich war schon ein wenig froh, als wir wieder beim Auto ankamen und weiter Richtung Guruvayoor fuhren. Es ging weiter durch die schöne Landschaft, allerdings immer noch nicht zum Tempel in Guruvayoor. Es gab an einer Stelle einen Urnenfriedhof. Die Urnen zu der Zeit waren ziemlich groß und die Gräber waren aus Stein und wurden mit einem flacheren Stein abgedeckt. Das sah aus wie ein Pilz und dort standen mehrere davon herum. Dort machten wir auch wieder ein paar Fotos und dann ging es endlich in Richtung Guruvayoor und zum Tempel.

Hineingehen durfte ich als Nicht-Hindu natürlich nicht. Ich konnte lediglich den Eingang sehen. Inzwischen hatte es auch angefangen zu regnen und da kam es runter wie aus Eimern. Da konnte man sich schon fast den Regenschirm sparen, weil der auch nichts mehr half. Ich war allerdings noch immer barfuß. Dort gab es aber einige Läden vor dem Tempel und in einem davon konnte ich mir ein Paar Schuhe kaufen, damit ich den Rest des Tages nicht ohne Schuhe verbringen musste.

Im Tempel
Im Tempel

Über das Tempelgelände von Guruvayoor ging es zurück zum Auto und dann endlich in das Elefantencamp. Darauf freute ich mich schon den ganzen Tag. Das war noch ein kleines Stück Fahrt und dann waren wir da. Dort mussten wir Eintritt zahlen und danach konnten wir losgehen. Irgendwie hatte ich nur immer das Pech von Leuten umgeben zu sein, die es immer furchtbar eilig haben. Es hatte zwar inzwischen aufgehört zu regnen, aber die legten ein Tempo vor, als wenn jemand hinter ihnen her wäre. Ich wollte mir doch in Ruhe die Elefanten anschauen. Von denen gab es auch einige und alle waren sie angekettet an Bäumen. Einige mussten auch arbeiten und trugen Bündel von Palmenblättern. Auch auf dem Weg kam uns ab und zu jemand mit einem Elefanten entgegen. Da konnte ich einmal ein Foto mit mir und dem Elefanten machen. Allerdings musste ich dafür natürlich etwas bezahlen. Für die Kamera musste ich auch überall extra Eintritt zahlen.

Elefantencamp in Guruvayoor
Elefantencamp in Guruvayoor

Da bildete das Elefantencamp in Guruvayoor keine Ausnahme. Ich machte allerdings auch von den anderen Elefanten jede Menge Fotos und fragte dann auch mal vorsichtig an, warum die das denn so eilig haben. Daraufhin wurde mir dann gesagt, dass die Elefanten gefährlich sind und sie Angst haben. Das konnte ich jetzt nicht nachvollziehen. Mir war schon klar, dass ein wütender Elefant nicht lustig ist, aber die sahen alle total friedlich aus und wir haben ihnen ja auch nichts getan. Da konnte ich mir nicht vorstellen, dass da auf einmal einer der Elefanten ausrastet und uns angreift. Nachdem wir das Elefantencamp wieder verlassen hatten, fuhren wir zurück nach Thrissur und ein schönes Wochenende in Kerala ging zu Ende.

 

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