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Ecuador,  Sommer Fernreisen Redaktion,  Südamerika

Sommer Fernreisen in Ecuador: Ultímas Marathon in Quito

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Am Sonntag, den 05.06.2011 fand in Quito zum 51. Mal der traditionelle Marathonlauf statt, der von der Tageszeitung El Comercio durchgeführt wurde und von dort im Süden Quitos startete. El Comercio ist vormittags der Herausgeber der Tageszeitung El Comercio und nachmittags von „Ultimas Noticias“. Somit steht der Marathon unter dem Namen „Quito Últimas“. 15.000 Läufer nahmen an diesem sportlichen Ereignis teil. Die 15 Km lange Marathonstrecke führte vom Süden von Quito bis in den Norden zum Stadium Atahualpa. Das olympische Feuer wurde Tage zuvor von Griechenland nach Ecuador gebracht und dann in einem feierlichen Lauf von der Äquatorlinie ins Stadium Atahualpa befördert.

Quito ist die Hauptstadt des kleinen südamerikanischen Andenstaates Ecuador und liegt in einem Längstal auf einer durchschnittlichen Höhe von 2.840 m, am Fuße des Vulkans Pichincha, der mit seinen 5 Gipfeln über der Stadt thront. Die sehenswerte Altstadt mit vielen Gassen und Plazas und prächtigen Barock-Kirchen stammt aus der spanischen Kolonialzeit. Die Straßen, die von den Spaniern schachbrettartig angelegt wurden, ziehen sich konsequent bergauf und bergab, so dass heutzutage nach jeder Cuadra (Straßenviertel) eine Kreuzung mit Verkehrsampeln liegt. Für die Marathonläufer bedeutet es, dass sie auf Kopfsteinpflaster und Asphalt starke Anstiege und Gefälle bewältigen müssen.
Um den Marathon life mitzuerleben, begab ich mich um 09.00h in die Straße Av. 6 de Diciembre und Tarqui, die 11. Etappe der insgesamt in 15 Etappen unterteilten Strecke, durch die sich der Marathon bewegte. Als ich gegen 09.00h ankam, kamen schon mit hoher Geschwindigkeit die ersten Descapacitadas (Behinderten) im Rollstuhl an mir vorbeigeschossen. Ich war hoch erstaunt, mit welcher Geschicklichkeit und Engagement diese am Marathon teilnahmen. Sie bekamen von den Zuschauern einen besonderen Applaus. Die Behinderten waren voll dabei und ich hatte später am Ziel im Atahualpa-Stadium die Gelegenheit, mich mit einem von ihnen zu unterhalten und sie würden sich freuen, auch in Deutschland zu starten.
Die Straßen wurden von der Nationalpolizei zum Teil schon um 05.00 h, andere wiederum um 08.00 h gesperrt, so dass der Marathon ohne Verkehrsprobleme durch die sonst im Verkehr erstickende Stadt stattfinden konnte. Insgesamt waren 1292 Uniformierte im Einsatz, in Brigaden unterteilt, die für Sicherheit und Ordnung sorgten.

Marathon in Ecuador
Marathon Teilnehmer in Quito

Nach den Descapitados kamen die offiziellen Marathonläufer: Männer, Frauen und Jungendliche; auch nicht offizielle Teilnehmer, dick und dünn, alt und jung und sogar Herrchen mit Hund oder Männer mit Kinderwagen und Nachwuchs nahmen daran teil. Es sah ganz danach aus, dass diese Marathonläufer mit Kinderwagen von ihren Ehefrauen nur dadurch frei bekamen, dass sie ihren Nachwuchs mitnahmen. Die Zuschauer feuerten die Läufer Beifall klatschend und mit Rufen an und verteilten an strategischen Plätzen Wassertüten an die Läufer, so dass die Straßen wie ein Schlachtfeld aussahen. Ab 10.00h brannte die Äquatorsonne auf die Läufer nieder und so war eine große Nachfrage nach Wasser, um sich zu kühlen und den Wasserverlust des Körpers auszugleichen. Die offiziellen Marathonläufer waren mit Trikot von „Ultimas Noticias“ und Startnummer auf dem Trikot versehen und hatten außerdem einen Chip, durch den sie sich elektronisch auf dem Teppich der Startlinie anmeldeten und ebenfalls auf der Ziellinie im Atahualpastadium abmeldeten. Auf diese Weise wurde elektronisch die Laufzeit festgestellt.
Natürlich durfte bei einem solchen Ereignis die Musik nicht fehlen. Mit Bachatas, Marimba und romantischer Volksmusik, aber auch mit Afro-Bands wurden die Läufer und Zuschauer unterhalten und angefeuert.

Einige der Läufer sorgten für die Heiterkeit der Zuschauer, indem sie sich als Chasquis (Inka-Läufer aus der Inkazeit) alte Opas mit Rauschebart oder mit bunter Perücke verkleideten. Der Zweck des Laufes war, das Ziel zu erreichen, aber auch dabei gewesen zu sein und für verschiedene soziale Projekte und Gesundheitsprojekte zu werben. Ein Läufer mit 86 Jahren, den ich ansprach, dürfte wohl der älteste Teilnehmer gewesen sein. Seine physische Kondition war erstaunlich gut und seine Augen leuchteten vor Freude und Stolz.
Angekommen im Atahulapastadium, dem Endziel, gab es ein großes Aufgebot von Polizisten, Rotem Kreuz und ehrenamtlichen Helfern. Ich hatte Gelegenheit, als deutsche Presse, ins Stadium hineingelassen zu werden. Der Eintritt war ansonsten nur für die Marathonläufer und ihre Angehörigen und speziell Eingeladene vorgesehen. Vor Ort waren mehrere Musikbands, die für Stimmung und Unterhaltung sorgten. Unter anderem war eine dominikanische Band mit Amelia Vega, der Ex-Miss Universum zu hören wie auch diverse ecuadorianische Sänger wie Fausto Miño, der vor allem bei den Teenies großen Applaus bekam.
Die Ränge des Stadiums waren mit Zuschauern voll besetzt und hier fand dann auch die Siegerehrung statt, der ich aus Zeitgründen nicht beiwohnte, da diese sich über den Mittag hinaus auf 14.00 h verzögerte und mir in der Zwischenzeit der Magen knurrte. Dabei wurde unter anderem von Toyota auch ein Auto an die Marathon-Teilnehmer verlost.
Sieger wurde bei den Herren der Peruaner Constantin Leon, 2. Platz Segundo Jamin aus Ecuador und 3. Platz ebenfalls Miguel Almachi aus Ecuador. Bei den Damen siegte die Ecuadorianerin Diana Landy, 2. Platz die Mexikanerin Karina Perez und 3. Platz die Kenianerin Chevet Rose.
Wer dieses Sportereignis im Jahr 2012 erleben oder teilnehmen möchte, kann sich gerne an Sommer Fernreisen wenden.

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