Costa Rica,  Südamerika

Sommer Fernreisen in Costa Rica: Nachhaltigkeit in Südamerika mit Rainforest Alliance

 

Hier finden Sie unsere Reisen nach Costa Rica.

 

Sommer Fernreisen bei Rainforest Alliance

In der Zeit vom 10. Mai bis 19. Mai 2011 hatte ich Gelegenheit, in Costa Rica den „sustainable tourism“, den aktuellen Stand des nachhaltigen Tourismus, durch eine Einladung von Green Travel Bridge in Deutschland, in Zusammenarbeit mit der Organisation Rainforest Alliance, kennen zu lernen.

Rainforest Alliance setzt sich weltweit für die Erhaltung von Wäldern, für nachhaltige Agrarwirtschaft, für Nachhaltigkeitserziehungsprogramme für indigene Kommunen und für die Erhaltung der Biodiversität ein. Rainforest Alliance verifiziert und zertifiziert den nachhaltigen Tourismus, und legt Tour Operators, Reiseveranstaltern, Hotels, Lodges einen Nachhaltigkeitskatalog auf, und wenn dieser erfüllt wird, können diese für ihre Aktivitäten, Anbaumethoden oder Produkte für die Werbung den „kleinen grünen Frosch“ aufnehmen, ein Zeichen für ihre nachhaltige Einstellung und für ihr Engagement für die Umwelt und die Natur.

Aber wie soll der Verbraucher wissen, welche Hotels, touristischen Angebote, Reiseveranstalter oder Forstbetriebe Ernst machen mit der Nachhaltigkeit? Dafür ist ein Genehmigungssiegel von einer dritten, unabhängigen Stelle erforderlich. Das Gütesiegel des “kleinen grünen Frosches” der Rainforest Alliance hilft, “nachhaltige Produkte und Leistungen” zu erkennen. Das Gütesiegel wird für Nachhaltigkeit auf den Gebieten der Land- und Forstwirtschaft, für touristische Leistungen, Reiseveranstalter, Tour Operators, Hotels, Lodges und andere Unternehmen vergeben, die sich mit dem Gütesiegel vorgegebenen Regeln und Kriterien unterziehen.

Das deklarierte Ziel der Rainforest Alliance ist es, „das Ökosystem und Menschen und Tiere, die darin leben, zu schützen, und zwar durch die Implementierung verbesserter Bewirtschaftungssysteme zur Erhaltung der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit“. Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung gibt es z.B. auch für Kaffee, Kakao, Bananen, Zitrusfrüchte, Blumen und Grünpflanzen. Außerdem bietet die Allianz auch das SmartWood-Programm für die Forstwirtschaft an. Die Bezeichnung „Rainforest Alliance Certified and Sustainable“ (CTS) findet sich auf einer Reihe von Produkten im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie.

Expotur-Touristikmesse in San José de Costa Rica 12. bis 13. Mai 2011

In den ersten 2 Tagen in San José de Costa Rica besuchte ich die touristische Messe Expotur, auf der lokale Reiseveranstalter, Hotels, Mietwagenfirmen etc. ihren touristischen Service anbieten, um die touristischen Angebote Costa Ricas und anderer mittelamerikanischer Länder zu aktualisieren. Bemerkenswert war, dass sämtliche Anbieter mit dem Gütesiegel von Rainforest Alliance zertifiziert waren und mit Freude und Stolz auf ihre Fortschritte bezgl. nachhaltigen Tourismus hinwiesen. Es war sehr erfreulich, festzustellen, welchen hohen Stellenwert der Umweltgedanke unddie Natur für die mittelamerikanischen Anbieter hat und es bestärkte mich mit Hoffnung und Freude, da weltweit ähnliche Projekte zur Erhaltung der Natur laufen.

Fam.-Trip (Rundreise zum Kennenlernen) – „Pura vida“

Nach den positiven Erfahrungen der Expotur ging es zusammen mit sechs weiteren internationalen Reiseveranstaltern, die ebenfalls an der Expotur-Messe teilgenommen hatten, mit einem lokalen Reiseleiter und 3 Assistenten der Rainforest Alliance auf eine „Fam-Trip“ (Rundreise), um sich vor Ort mit den von Rainforest Alliance zertifizierten Hotels, Lodges und den Sehenswürdigkeiten vertraut zu machen. Das erste, was jeder Costa Rica-Besucher lernen sollte, sind die Begrüssungsworte „pura vida“. Das heisst reines (schönes) Leben. Es ist eine Begrüssungsformel, die Lebensfreude vermittelt, da jeder dem anderen ein „pura vida“ wünscht und damit gleichzeitig damit ausdrückt, dass die Welt in Ordnung und voll Lebensfreude ist. Das Wort „Tico“, so nennt man den Costaricenser, ist eine Verkleinerungsform, die in Mittelamerika benutzt wird anstelle des sonst im Spanischen üblichen „ito“ oder „ita“.

Damit wir auf unserer Erkundungsfahrt nicht dursteten, bekamen wir für die Fahrt von Rainforest Alliance gleich am Anfang eine Aluminium-Trinkflasche mit dem „grünen Frosch“ geschenkt. Mit deren Benutzung vermieden wir, täglich bei tropischer Hitze mehrere Plastikwasserflaschen zu kaufen, um Umweltmüll zu vermeiden. Die Flaschen konnten in jedem Hotel oder Restaurant kostenlos gefüllt werden, ein Umdenken, das von allen Reiseteilnehmern positiv aufgenommen wurde.

Doka/Estate, ökologischer Kaffeanbau in Costa Rica

Wer nach Costa Rica kommt, der sollte möglichst mal eine ökologische Kaffee-Farm besuchen. Die Doka-Farm war ein vorzügliches Beispiel dafür, wie man einen der hochwertigsten Kaffees (coffea arabica) erzeugen kann, wobei nur organischer Dünger verwendet wird. Die Lage auf über 500 m Höhe und der Einfluss der leicht salzigen Brise der Karibik und des Pazifiks lassen die Kaffekirschen zu einem wahren Wunderwerk von Geschmack und Duft reifen. Wir verkosteten die verschiedenen Kaffeesorten und Kaffeeschokoladenbonbons und waren von der tropischen Gartenanlage mit vielen Blüten und dem Schmetterlingshaus begeistert.

Nationalpark Manuel Antonio am Pazifik

Nach einer szenenreichen Fahrt durch die Berge erreichten wir nach ca. zwei Stunden die Pazifikküste. Dort machten wir einen Stopp am Tarcoles-Fluss der aus dem Nationalpark Carara kommt und in den Pazifik mündet. Unter einer Brücke schwammen mehrere Spitzkrokodile (Crocodilus acutus), die 3-4 m lang waren; sie können jedoch bis zu 7 m lang werden. Dann ging es auf der Küstenstrasse durch abwechslungsreiche tropische Vegetation, die uns ab und zu einen Ausblick auf den Pazifik erlaubte. Einen weiteren schönen Fotstopp machten wir an einem mächtigen Seemandelbaum, wo Scharlachrote Aras (Scarlet Macaw) die reifen Seemandeln verspeisten.

Nationalpark Manuel Antonio

Nach der Weiterfahrt von ca. 1 1/2 Stunden erreichten wir den Nationalpark Manuel Antonio am Pazifik, wo uns einer der schönsten Strände Costa Ricas erwartete. Im Park konnten wir bei einer Wanderung verschiedene Affenarten, Faultiere, Aras und die faszinierende tropische Flora bestaunen und in einer malerischen Bucht  im warmen Meer baden, umgeben von der einzigartigen Kulisse tropischen Bergwaldes, blauem Himmel und weissem feinen Sandstrand mit schattenspendenden Palmen und Seemandeln.

Mehrere schön gelegene touristische Hotels, die sich in Nachhaltigkeit überbieten, stehen hier zur Auswahl, von der einfacheren Unterkunft bis zu Hotels, die im 4-5 Sternebereich liegen und aufgrund ihrer Lage und Ausführung dem Gast keinen Wunsch offen lassen. Eines davon ist das Hotel Parador, von einem Holländer im Stil der Parador-Hotels Spaniens erbaut. Es liegt auf einem Hügel oberhalb des Nationalparks Manuel Antonio mit herrlichem Blick auf vorgelagerte Inseln, umgeben von einer faszinierenden tropischen Flora und Fauna. Hier kann man die Seele baumeln lassen und die herrliche Natur geniessen. Wer auf eine stilvolle Unterkunft, köstliches Frühstücksbuffet, exquisite Speisekarte und auf freundliches engagiertes Personal Wert legt, der ist hier bestens aufgehoben. Das Hotel wird von Rainforest Alliance mit 5 leaves (Blättern) ausgezeichnet (höchste Bewertung). Am frühen Morgen bietet es sich an, bei einer kleinen Wanderung um das

Hotel herum die bunte Vogelwelt und die Affenscharen zu beobachten oder auf einer der Terrassen des Hotels über dem Meer im Pool zu baden. Während des zweitägigen Aufenthalt im Nationalpark Manuel Antonio besuchten wir mehrerere Hotels unterschiedlicher Kategorie, die sich im nachhaltigen Tourismus bemühen, ihre Zertifizierung durch weitere „Blätter“ bei Rainforest Alliance zu erhöhen. Die Hotelpreise in Costa Rica hängen von der Saison und von Trocken- (Dezember bis April) und Regenzeit (Anfang Mai bis Ende November) ab. Da die Regenzeit auch viele sonnige Tage hat und es zum Teil nur nachmittags oder in der Nacht regnet, kann man in der Regenzeit durchaus auch Tourismus machen. Der Vorteil dabei ist, dass man einfacher einen Platz in den Hotels bekommt, die Hotelpreise günstiger sind und die touristischen Sehenswürdigkeiten wie z.B. der Nationalpark Manuel Antonio weniger besucht werden.

Fahrt nach Fortuna de San Carlos

Danach fuhren wir von der Pazifikküste Richtung Norden nach San Ramón über die Cordillera de Tilarán; sie ist die Wasserscheide zwischen Pazifik und Karibik. Nach mehreren Stunden Fahrt erreichten wir den touristischen Ort Fortuna de San Carlos (253 m ü.M.). Von hier aus bietet sich eine ausgezeichnete Aussicht auf den majestätischen Stratovulkan Arenal (1.657 m), der bis zum Jahr 1968 eine fast perfekte Kegelform

hatte. Der Vulkan war über 500 Jahre inaktiv und hatte dann einen katastrophalen Ausbruch, bei dem auf der Westseite des Vulkans Urwald und verschiedene Farmen zerstört wurden und ca. 90 Menschen ums Leben kamen. Dies war das traurigste Kapitel seiner Geschichte. Bis Anfang 2011 erfolgten auf der Westseite kontinuierliche weitere kleine Ausbrüche, durch die sich ein Doppelgipfel formte.

Das Hotel Arenal Springs, mit vielen Annehmlichkeiten, von tropischen Gärten umgeben, mit Swimmingpool, Thermalbecken und zwischen tropischen Blüten herumschwirrenden Kolibris, ist eines der attraktiven Hotels in der Umgebung, um einen mehrtägigen Aufenthalt mit Ausflügen in die Umgebung und den Besuch des Nationalparks Arenal zu geniessen. Von den Bungalow-Terrassen des Hotels aus kann man den Vulkan Arenal in seiner ganzen Grösse bewundern. Was beruhigen mag, ist die Tatsache, dass Fortuna und das Hotel Arenal Springs auf der „ruhigen Seite“ des Vulkans liegen, da die  Vulkanausbrüche in den auf der Westseite erfolgten, wo man in der Nacht die glühenden Lavamassen beobachten konnte. Jetzt jedoch ist der Vulkan im Ruhezustand und über Tag sind nur kleine Fumarolenwolken zu beobachten. Fortuna und der Vulkan Arenal ist aufgrund seiner herrlichen Landschaft und den vielen Ausflugsmöglichkeiten eine der meist besuchtesten Gegenden Costa Ricas.

Am Spätnachmittag unternahm ich noch eine adrenalinfördernde Canoping-Tour, bei der ich auf einer Strecke 2,5 km auf einem Drahtseil über mehrere Stationen durch den Urwald sauste. Es ging dabei über eine Schlucht von 80 m Tiefe und die Höchstgeschwindigkeit, die ich erreichte, lag bei 60 km/h. Sicherlich, es war ein Nervenkitzel, aber mit nachhaltigem Tourismus hat dies nichts zu tun, obwohl ich von einem Urwaldriesen aus bei einem Zwischenstopp Brüllaffen beobachten konnte. Es schien so, dass die Affen schon auf die Canoping-Irren warteten.

Naturreservat Caño Negro

Am folgenden Tag erwartete uns ein besonders schöner Ausflug zum Naturreservat Caño Negro, dem drittgrössten Feuchtgebiet der Welt, das nördlich vom Arenal nahe an der Grenze zu Nicaragua liegt.Nach einer zweistündigen Fahrt erreichten wir den Caño-Negro-Fluss und entdeckten mit dem Boot die artenreiche Wasserfauna mit Grünen Leguanen, Kaimanen und Wasservögeln. Riesige Baumkronen säumen die Flussufer. Auf der Rückfahrt nach La Fortuna besuchten wir am Fusse des Arenal-Vulkans die Ecotermales (Öko-Thermen), von einer Privatfamilie verwaltet. Umgeben von einer tropischen Vegetation kann man bestens in verschieden warmen Thermen relaxen, der richtige Abschluss nach einem erlebnisreichen Tag.

Nationalpark El Arenal

Am nächsten Tag unternahmen wir einen Ausflug zum Arenal-Nationalpark. In dem angrenzenden Wald konnten wir eine Schlange beobachten, die den Weg kreuzte, und einen Nasenbär, der sich bei der Futtersuche nicht stören liess. Wir stiegen über das Lavageröll bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus der Weiterweg verboten war. Von dieser Stelle konnten wir bei bestem Wetter die Westseite des Arenals sehen, die seit 1968 bis 2011 ständig mit neuer Lava bedeckt wurde. Mächtige Lavabrocken und der Ausmass des Gerölls zeugten von der Urgewalt von Mutter Natur. Nach einer weiteren Hotelinspektion fuhren wir am Nachmittag zurück nach San Ramón (1.057 m) zu einem in den Bergen gelegenen Hazienda-Hotel Villa Blanca. Das Hotel liegt in einem Privatreservat, umgeben von einem Bergnebelwald mit hoher Biodiversität, nur 66 km von San José entfernt. Die Hotelanlage besteht aus mehreren Bungalows, auf einem Hügel mit Panoramablick auf den Bergnebelwald. Dschungeltouren,ein botanischer Garten, Ökogemüseanbau und ökologisch angebauter Kaffee, eine wissenschaftliche Insektenforschungstation, Aufbereitungsanlage für Abwässer, Ökostrom aus Solarpanelen und das ökologisch geschulte Personal, das die Nachhaltigkeit mit Enthusiamsus befolgt, tragen zu der Einzigartigkeit dieser Hotelanlage bei, die dazu noch über eine ausgezeichnete Küche verfügt. Die Idee zu dieser Hotelanlage wurde von einem Amerikaner realisiert, der sich in das Land Costa Rica verliebt hat und sich der Nachhaltigkeit der Umwelt verschrieben hat.

Nach diesen Tagen, voll von neuen Eindrücken und den vielen lieben Menschen, die sich dem Ökotourismus verschrieben haben, fuhr ich am selben Abend noch nach San Jose de Costa Rica zurück, um am nächsten Morgen den Flug mit der Copa Airlines über Panama City nach Quito (Ecuador) zu nehmen.

Für Interessenten weiterer Abenteuer im ecuadorianischen Urwald bitte auf den nächsten Bericht aufpassen.

 

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