In einem Tempel in Luang Prabang
Asien,  Laos

Reisebericht aus Laos: Unterwegs in Luang Prabang

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1. Tag: Frankfurt/Main – Bangkok

Am 17.03, machte ich mich mit einer kleinen Touristengruppe von neun Teilnehmern auf den Weg nach Laos, um das Land nach 10 Jahren wiederzubesuchen. Wir flogen mit der Thai Airways nach Bangkok, Flugdauer ca. 10,5 Stunden und erreichten pünktlich am nächsten Bangkok. Die Maschine, eine Boeing 747, war bis auf den letzten Platz ausgebucht, aber der gute Service der TG ließ die Zeit relativ schnell verstreichen. Die Damen bekamen vom Bordpersonal jeweils eine Orchidee überreicht, mit dem für die Thai so typischen freundlichen Lächeln.

2. Tag: Bangkok – Luang Prabang

Baci-Zeremonie bei Ankunft in Luang Prabang in Laos
Baci-Zeremonie

Nach unserer Ankunft in Bangkok und einem kurzen Stopp mit genug Zeit, um sich die Füße zu vertreten, ging es mit Bangkok Airways weiter nach Luang Prabang (UNESCO-Kulturdenkmal), der alten laotischen Hauptstadt von Lan Xang im Norden des Landes, zwischen Mekong und Nam Khan gelegen. Das Gepäck konnten wir von Deutschland aus bis zur Endstation Luang Prabang durchchecken, was natürlich eine große Erleichterung war.

Die ehemalige Königsstadt Luang Prabang verkörpert schlicht hin Laos. Sie ist in ihrer Ursprünglichkeit noch erhalten und bekam von der UNESCO den Titel „Erbe der Menschheit“; sie ist das Juwel Südostasiens und ohne Übertreibung eine der schönsten Städte in Südostasien. Nachmittags unternahmen wir hier unseren ersten orientierenden Spaziergang durch die herrliche Altstadt. Doch zuvor nahmen wir an einer für Laos typischen Baci-Zeremonie (gesprochen „baasi“) teil. Es handelt sich dabei um einen laotischen Begrüßungsbrauch mit spirituellem Hintergrund; dabei wurden uns von den Einheimischen gute Wünsche für den Fortgang der Reise übermittelt und wir bekamen von ihnen weiße Glücksbänder ums Handgelenk gebunden. Der lokale Schnaps, den wir bei der Zeremonie serviert bekamen und die angebotenen Süßigkeiten taten ihre Wirkung, so dass wir bald in fröhlichen Sphären schwebten und mit den Einheimischen danach beschwingt einen traditionellen Tanz wagten und guter Dinge dem weiteren Reiseverlauf entgegensahen, der uns von Laos über Vietnam und weiter nach Kambodscha führen sollte (siehe Karte). Das Abendessen nahmen wir in einem lokalen gemütlichen Restaurant am Ufer des Mekong-Flusses ein. Köstliche Fischgerichte mit exotischen Gewürzen in Bananenblättern serviert mit verschiedenen Reisbeigaben (gedämpfter Reis = steamed rice und schwarzer Klebreis = sticky rice), liebevoll in Bambusköchern serviert sowie als Nachtisch eine bunte tropische Fruchtplatte waren der richtige kulinarische Einstieg in Laos. Danach übernachteten wir im Monoluck-Hotel (3*), das ca. 10 Minuten per Taxi vom Stadtzentrum entfernt liegt. Wahrlich, ein schöner Tag ging zu Ende.

3. Tag: Luang Prabang

Tempel in Luang Prabang in Laos
Tempel in Luang Prabang

Als bei den ersten Sonnenstrahlen die Nebelschwaden über dem Mekongfluss aufstiegen und die Marktfrauen auf den Straßen aktiv wurden und die Mönche und Novizen in ihren safranfarben Roben mit ihrer Bettelschale vorbei an gläubigen Buddhisten zogen, die sich dafür bedankten, dass die Mönche ihre Essengaben entgegennahmen, wurde uns bewusst, dass wir uns in einer der friedlichsten, schönsten und anmutigsten Städte in Südostasien befinden. Luang Prabang verkörpert wie kein anderer Ort die Seele von Laos. Wir nahmen uns die Zeit, die Hauptstadt des ehemaligen Königreiches mit zahlreichen liebevoll restaurierten Tempelanlagen und Pagoden zu erkunden. Sie liegt in einem Tal auf einer Halbinsel zwischen dem Nam- und Mekongfluss, umgeben von bewaldeten Bergen und ihr Ursprung geht auf das Jahr 1353 zurück, als der König Fa Ngum sie zur Hauptstadt des Landes der „Millionen Elefanten“ machte. Der König, der zuvor mehrere Jahre am Hof von Angkor gelebt hatte und dort die Tochter eines Königs geheiratet hatte, brachte von Angkor den „Phra-Bang-Buddha“ mit, eine ca. 80 cm große smaragdene Figur, die jedoch von den Thais in einem der Kriege geraubt wurde (sie befindet sich heute im Königspalast von Bangkok), so dass sich heute nur noch die Kopie in Luang Prabang befindet. Zuerst besuchten wir das Nationalmuseum Ho Kham, den ehemaligen Königspalast. Er liegt zwischen Mekong und Phou Si-Berg und hat eine Anlegestelle direkt unterhalb des Anwesens. Zum Palast gelangt man durch eine von Zuckerpalmen gesäumte Allee. Wir besichtigen eine der interessantesten Kunstsammlungen in Südostasien, wie auch die königliche Empfangshalle, den Empfangssaal der Königin, den Thronsaal und die königlichen Privaträume. Danach lernen wir den Wat Wisoun (Wat = buddhistischer Klosterbezirk) kennen, eine alte viereckige Tempelanlage, die jedes Jahr Ausgangspunkt zur traditionellen Prozession zum Bootsrennen ist. Beachtenswert ist die einzigartige Sammlung von hölzernen und steinernen Buddhafiguren, vor allem die im grazilen Luan Prabanger Stil geschnitzten Buddha-Bildnisse in der Pose „um Regen bittend“. Hier wird auch die Kopie des Phra-Bang-Buddhas gehütet, der als Schutzheiliger des Landes für das Wohlergehen der Laoten unverzichtbar ist. Anschließend besichtigen wir den vorbildlich restaurierten Wat Xieng Thong, eine Tempelanlage von besonderem Reiz, die durch einmalige Spiegelglasmosaike besticht. Sie wurde im 16. Jh. erbaut. Wir waren von dem charakteristischen laotischen Architekturstil mit fast bis auf den Boden gezogenen Dächern und der reichen Innenausstattung tief beeindruckt und hatten Gelegenheit mit den Novizen auf englisch zu plaudern und diese bei ihrem täglichen Lernen und Beten zu beobachten.

Die Pak Ou Hoehle in Laos
Blick aus der Pak Ou Höhle

Am späten Nachmittag wandertenn wir über viele Stufen zum Aussichtspunkt Phousi-Berg hinauf (ca. 1 Std.); von dem sich dort befindlichen Tempel Wat Phou Si bot sich ein herrlicher Ausblick auf Stadt und Umgebung. Ein großer bunter Gekko, ca. 25 cm lang, erregte mit seinem mehrmaligen intensiven Gekko-Rufen unsere Aufmerksamkeit. Namens gebend ist der Klang der Rufe des männlichen Tieres, der in Südostasien als Glücksbringer geschätzt wird. Nach einem erlebnisreichen Tag suchten wir diesmal ein Restaurant mit Blick auf den Nam-Fluss auf, das uns mit laotischen Spezialitäten verwöhnte. Die französisch-laotischen Speisen, fein abgestimmt und liebevoll serviert zeichnen sich dazu noch durch einen äußerst günstigen Preis aus, so dass je nach Restaurant in einer Brandbreite zwischen 2 bis10 Euro gegessen werden kann. Dank der Lage von Luang Prabang (20° nördlicher Breite) und der gebirgigen Umgebung herrscht hier ein angenehmes gemäßigtes Klima vor. Nach dem Abendessen bummelten wir auf der alten Königsstraße über den großen Nachtmarkt, auf dem hunderte von Händlern ihre Waren von Seidenschals über T-Shirts, bunt bestickten Taschen, Lampions und gefälschten Markenuhren anboten. Danach übernachteten wir wieder im Monoluck-Hotel.

4. Tag: Mekongkreuzfahrt zu den Höhlen von Pak Ou

Morgens fuhren wir mit dem Boot auf dem Mekong stromaufwärts ca. 25 km zu den Pak Ou-Höhlen, eine der bedeutendsten Pilgerstätten von Nord-Laos. Unterwegs hielten wir im Ban Sang Hai-Dorf an, wo wir der Herstellung von Reisschnaps und Reiswein zusehen konnten und diesen verkosteten. Nach den Medizin- und Glaubensvorstellungen der Einheimischen werden in einigen Spezialschnäpsen Skorpione, Tausendfüssler und Schlangen hinzugefügt, denen heilende und stärkende Kraft zugesprochen wird. Wir konnten außerdem die Herstellung von traditionellen Tüchern am Webstuhl der Einheimischen beobachten und deren aus Bambus und Holz kunstvoll gefertigten Häuser bewundern. Nach einer 1,5-stündigen gemächlichen Bootsfahrt vorbei an Bergen, Teak- und Bambuswäldern erreichten wir danach die Pak-Ou-Höhle, die hoch über dem Fluss in einem Fels liegt. Pak Ou bedeutet Mündung des Ou, denn hier fließt der Nam Ou in den Mekong. Malerische Kalksteinfelsen ragen hoch über das Wasser. Die Hauptattraktion ist die Höhle Tham Thing mit tausenden von Buddhafiguren im Höhleninneren; ihr werden magische Kräfte zugesprochen. Nach einer Wanderung über viele Stufen erkundeten wir die Höhlen und genossen die Aussicht auf den Mekongfluss. Danach ging es durch die Szenerie der Mekonglandschaften zurück nach Luang Prabang zu unserem Hotel.

Hier endet der erste Teil meiner Reise. In den nächsten Wochen erfolgt die Beschreibung der Überlandfahrt nach Vang Vieng, der Besuch von Vientiane und der Besuch von Nord-Vietnam.

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Autor: Ralph Sommer von Sommer Fernreisen.

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