Ecuador,  Südamerika

Shuar–Schrumpfkopfjäger in Ecuador

 

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Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren in Ecuador die Shuar als Schrumpfkopjäger im Amazonasbecken gefürchtet. Die Shuaras stellten den Köpfen ihrer Feinde nach und machten daraus sogenannte Tsantsa (Schrumpfköpfe). Wenn ein Mann das heiratsfähige Alter erreichte, musste er seiner Braut zumindest einen Schrumpfkopf vorweisen können, sonst war er nicht heiratsfähig. Heutzutage jedoch haben die Shuaras diese Sitte abgelegt. Heute gibt es Dschungel-Lodges vom Feinsten, was der Urwald bietet, die von Shuaras geleitet werden. Die Shuaras haben sich als ausgezeichnete Naturführer einen Namen gemacht.

Das Volk der Shuar (ca. 40.000 Bewohner) lebt im Grenzgebiet zwischen Südecuador und Peru. Berühmt wurden sie durch den Brauch, ihren Feinden den Kopf abzuschlagen und zu einem Schrumpfkopf, der “tsantsa”, zu verarbeiten. Als einziges Volk der Welt haben sich die Shuar erfolgreich gegen die europäische Eroberung ihres Gebietes durchgesetzt.

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Das Wort „Shuar“ bedeutet in der Sprache der Shuar „Menschen“. Diese Indigenen wohnen im ecuadorianischen Amazonastiefland. Die Praxis des Schrumpfens von Feindesköpfen gehört der Vergangenheit an, aber Anfang des 20. Jahrhundert war sie bei den Shuar noch tief verwurzelt und Schrumpfköpfe zu haben bedeutete weit mehr als Kriegstrophäen zu besitzen. Die geschrumpften Köpfe sind Synonym für Macht, Ansehen und Schutz vor Rache der Ahnen. So musste früher der Shuar-Mann zumindest einen Schrumpfkopf vorweisen, um seiner Braut zeigen zu können, dass er mit genügend Kraft ausgestattet war und somit auch heiratsfähig war.

Einige Trophäen der Vergangenheit können heute in Museen Ecuadors betrachtet werden. Beiliegendes Foto ist einem Museum entnommen.

Die Shuar gehören zur Sprachgruppe der Jívaro. Zunächst bewohnten sie die Region Macas in Ecuador. Durch äußere Einflüsse getrieben, zogen sie in südlichere Gebiete bis nach Peru. Heute leben die Shuar im südöstlichen Teil Ecuadors zwischen den Flüssen Pastaza und Marañon, östlich der Stadt Cuenca. Diese Region zieht sich entlang der östlichen Hänge der Anden. Sie ist durch die steinige Andenregion im Westen und durch die reißenden und kaum schiffbaren Flüsse im Tiefland schwer zugänglich. Das Tiefland ist von tropischem Regenwald bedeckt, das zur Region Oriente gehört.

 

Lebensgewohnheiten

shuar-mannDie Shuar – Familien leben unabhängig vom Stammesverband. Jede Familie bewohnt ihr eigenes Land und versorgt sich eigenständig. Der typische Haushalt einer Shuar-Familie besteht aus dem “Hausherren” mit seinen zwei Frauen und einigen Kindern. Die Shuar leben von Landwirtschaft, Jagd, Fischerei und dem Sammeln von Insekten, Früchten und Pflanzen. Heute werden auch Rinder gehalten, die zum festen Bestandteil der Ernährung geworden sind.

 

Schamanen und halluzinogenes Getränk „Natam“ (Ayahuasca)

In vielen Shuar-Gärten werden Medizinalpflanzen angebaut, darunter auch halluzinogene Pflanzen. Für die zahlreichen Schamanen spielen pflanzliche Rauschmittel eine wichtige Rolle. Es gibt zwei

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Shuar-Schamane bei Puyo (Foto: Ralph Sommer) Schamane bei Puyo mit seiner Enkelin (man beachte Coca Cola Flasche im Hintergrund)

Kategorien von Schamanen: Einmal die Medizinmänner, die mit Hilfe von Heilpflanzen und spirituellen Kräften Kranke heilen. Dann gibt es den Medizinmann mit böser Zauberkraft, der den Mitmenschen Schaden zufügen kann. Während des Heilungs- oder Verzauberungsprozesses trinken die Schamanen einen halluzinogenen Tee, “natam” genannt, der sie in eine übernatürliche Welt führen soll. Ayahuasca ist für die Heilung von Kranken und in religiösen Zeremonien, um Geister zu treffen und in die Zukunft zu blicken, der Gebrauch ist von den Anden bis an die Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador verbreitet.

Ayahuasca oder Yajé ist quichua, alternative Bezeichnungen sind: Mii (Huaorani); Liana del Muerto (Spanisch).

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Die heutigen Shuaras (Nachkommen) auf dem Weg von Puyo nach Macas zusammen mit dem Autor

Die „Shuar-Federation“

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen sich die Shuar mit Hilfe der salesianischen Missionare zu organisieren. Der Grund dafür war die Agrarreform in Ecuador und das Dekret der damaligen Regierung Ecuadors,

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das Amazonasgebiet zu erschließen. Die Öl- und Bergbauindustrie sowie die Rodung von Regenwaldgebieten für die Landwirtschaft hatten deaströse ökologische Folgen. Somit wurde im Jahre 1964 die “Shuar Federation” gegründet, die ein Vorzeigemodell für andere indigene Völker Ecuadors wurde. Die Zielsetzung ist der Schutz des indigenen Landes gegen die Interessen von Siedlern, der Bergbauindustrie und der Regierung sowie der Erhalt ihres traditionellen Ursprungs und der Kultur. Heute verwalten die Shuar einen Großteil ihres angestammten Landes. Sie verfügen über Buschflugzeuge, die für Krankheitsfälle und für Erledigungen in Puyo, Macas oder Cuenca zum Einsatz kommen; sie haben ihre eigenen Printmedien und strahlen in ihrem eigenen Radioprogramm tägliche Nachrichten und Meldungen in ihrer eigenen Sprache und dazu in Spanisch, der Landessprache aus.

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Die Shuaras leben in den östlichen Andenkordilleren-Ausläufern Richtung Amazonasbecken in den Provinzen Morona Santiago, Zamora, Chinchipe und Pastaza und betreiben zum Teil noch Wanderfeldbau. Sie leben nur noch eingeschränkt von Jagd, Fischfang und Sammeln von Urwaldfrüchten; außerdem bauen sie unter anderem Maniok, Platanen (Kochbanen) und Papaya an; sie leben in festen Hütten und bilden Kommunen oder Dorfgemeinschaften. Einige Shuaras haben ihre ursprüngliche Lebensweise bewahrt. Durch den Kontakt mit den ecuadorianischen Siedlern sowie durch die Evangelisierung, die Technisierung und nicht durch die modernen Medien wie Fernsehen und Internet kam es zu einer Verschmelzung von traditionellen und christlichen Elementen.

(Quellen: Wikipedia, Inka e.V., Autor + Fotos Ralph Sommer)

 

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