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Anakonda gegen Kaiman

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Zweikampf im Nationalpark Cuyabeno/Ecuador

Im Monat August hatte ich die Gelegenheit, die Siona Lodge im Nationalpark Cuyabeno zu besuchen und in einem Seitenarm des Rio Cuyabeno eine Anakonda zu beobachten, die einen Brillenkaiman erwürgte. Der Kaiman war der Verlierer, er wurde von der Anakonda erwürgt. Jedoch hatte die Anakonda beim Kampf auch Schuppen lassen müssen, siehe rechtes Foto (fehlende Schuppen).

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Die Anakonda ist durch ihre Färbung bestens getarnt und lauert ihre Beute bewegungslos im Wasser auf, bis diese in erreichbare Nähe kommt. Danach verbeißt sich die Anakonda in ihre Beute und erwürgt sie durch Umschlingen.

Anakonda:

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Die Anakonda (Eunectes murinus) zählt zur Familie der Boas und bewohnt in den Tropen Südamerikas hauptsächlich das Orinoko- und Amazonasbecken. Sie ist die größte Schlange der Welt und kann bis zu 9 m lang und über 200 kg schwer werden. Sie hält sich hauptsächlich im Wasser und in anliegenden Fluss- oder Seeufern oder auf Inseln auf und ruht sich auf Baumstämmen und in Astgabeln aus (siehe Fotos). Die in meinem Video zu sehende Anakonda dürfte ca. 2,5 lang gewesen sein. Die tatsächliche Länge konnte ich nicht feststellen, da sie den Kaiman umschlungen hielt. Wenn man den relativ kleinen Kopf der Anakonda betrachtet, der sich kaum vom Hals absetzt, wundert man sich, dass das kleine Maul einen Kaiman von weit größerem Ausmaß verschlingen kann. Da die Kiefer- und Gaumenknochen nur durch Bänder miteinander verbunden sind, sind sie weit verschiebbar. Die Anakonda wie auch die anderen Schlangen verschlingen ihre Beute mit dem Kopf zuerst. Ich hatte auf meinen Urwaldtouren des Öfteren die Gelegenheit, weitere Anakondas unterschiedlicher Färbung zu beobachten (siehe Fotos). Dabei variierte die Grundfärbung der Anakondas zwischen braun und olivgrün. Auf dem Rücken sind runde oder ovale schwarze Flecken zu beobachten. Die Unterseite der Anakonda ist eine helle, gelbliche Farbe. Die Anakonda orientiert sich zu Wasser und zu Land mit Hilfe ihrer gespaltenen schwarzen Zunge.

Brillenkaiman:

kaimankopfDer Brillenkaiman kommt relativ häufig im Nationalpark Cuyabeno vor. Seine Oberseite ist oliv bis schwarz gefärbt, die Bauchseite dagegen hell, grünlich-gelb. Wegen seiner Hornleiste zwischen den Augen, die an einen Brillensteg erinnert, wird er Brillenkaiman genannt. Das von der Anakonda erwürgte Exemplar dürfte etwas über einen Meter lang gewesen sein. Im Erwachsenenstadium wird es ca. 2 m lang. Ich habe einmal in der Laguna Grande im Nationalpark Cuyabeno ein ca. 4 m langes Exemplar beobachten können. Der Brillenkaiman lebt in Mittelamerika sowie in Südamerika in Lagunen und Flüssen des Amazonasbeckens und des Orinokos wie auch in subtropischen Gewässern in Bolivien, Argentinien und Paraguay. Der Kaiman verlässt das Wasser nur, falls in der Trockenperiode die Lagunen und Flüsse austrocknen, um sich im Schlamm einzugraben. Er ist nachtaktiv und seine Augen leuchten, wenn er mit der Taschenlampe angestrahlt wird wie Rubine. Er ernährt sich von Fischen, andere Reptilien, Fröschen und Wasservögeln.

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Artikel + Fotos von Ralph Sommer (copyright)

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