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Vulkan Cotopaxi–Ein Update

 

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Ihr Reiseveranstalter, Ralph Sommer, ist seit 4 Monaten für Sie in Ecuador unterwegs, um neue Touren auszusuchen und schon bestehende zu prüfen. Von der Hosteria Sommergarten aus in Sangolqui hatte er gute Möglichkeiten, auf Sichtweite die Aktivitäten des Vulkans Cotopaxi zu verfolgen, der seit dem 14. August 2015 in Intervallen beachtliche Schwefel- und Aschewolken ausstößt – jedoch bis heute keine eruptive Phase erreicht hat (Herr Sommer berichtete bereits). Der Vulkan Cotopaxi wird ständig von dem Geophysikalischen Institut überwacht und wird seit August in die Gefahrenstufe „gelb“ eingeordnet. Gelb bedeutet, dass ein Vulkanausbruch mittelfristig möglich ist. Bei dem folgenden Bericht mit Fotos hielt sich Herr Sommer in nächster Nähe des rauchenden Vulkans Cotopaxi, außerhalb der Gefahrenzone auf.

 

Dienstag den 3. November 2015

sincholaguaruminahui

An dem heutigen sonnigen Vormittag fuhr ich mit dem Auto von Sangolqui nach Rumipamba, einer Region zwischen 2.800 bis 3.500 m, die sich besonders für den Ökotourismus eignet. Wanderwege, Wasserfälle und eine reiche Flora & Fauna erwarten den Besucher. Danach erreichte ich das sogenannte Campamento (3.500 m), eine Hochfläche, ca. 10 km vom Vulkan Cotopaxi entfernt. Von hier aus bot sich mir einen grandioser Ausblick auf die Nordseite des rauchenden Vulkanriesen Cotopaxi (5.897 wie auch auf die Nachbarvulkane Sincholagua (4.893 m), Pasochoa (4.200 m) und Rumiñahui (4.712 m).

Laut Kommentare von Vulkanologen des Geophysischen Institutes von Quito hat der Cotopaxi in den letzten Tagen eine gemäßigte innere und äußere Aktivität gezeigt. Die Schwefelwolken mit Vulkanasche gemischt, die sich kontinuierlich in Abständen von wenigen Minuten produzierten, erreichten zwischen 10.00 bis 11.00 Uhr eine Höhe von 500 bis 1.000 m. Da kaum Wind war, quollen die Schwefelwolken senkrecht wie kleine Atompilze in den azurblauen Himmel. Ich konnte mich von dem Naturspektakel nicht satt sehen, war mir aber auch bewusst, dass ein Lavaausbruch und sekundär Lahare (Schlammlawinen) unermesslichen Schaden anrichten können. Bei den Laharen mischt sich eruptives Material mit Lavabrocken, Sedimenten und Gletscherwasser und erreicht an den steilen Hängen des Vulkans eine hohe Geschwindigkeit, um dann im Umfeld weite Gebiete zu überschwemmen. Vor allem Canyons und Flüsse, die vom Cotopaxi gespeist werden, sind dann potentiell gefährdet.

cotopaxi-inaktiv-gipfel-11-05-2013Was mir besonders auffiel, war, dass der Vulkankegel des Cotopaxi, der bis vor wenigen Monaten von einem strahlend weißen Gletscherfeldern umgeben war, sein Aussehen in den letzten Wochen erheblich geändert hatte.

Ein Teil der Gletscherkegels war durch die Hitze des Vulkans geschmolzen und eine schmutziggraue Aschenschicht umgab die Caldera. Aus dem Schlot quollen immer wieder Schwefel- und Aschenwolken und im oberen Teil des Kegels stiegen zusätzlich kleinere Fumarolen auf.

 

 

antizanaGegen Mittag hüllte sich der Cotopaxi dann in Wolken und da es windig wurde, wurden die Schwefel-Aschewolken des Vulkans schon nach wenigen 100 Metern Aufstieg, Richtung Westen heruntergedrückt. Es war Zeit für mich, das Naturschauspiel zu verlassen. Auf der Rückfahrt konnte ich noch den schneegekrönten Antizana sehen, der mit 5.758 m der vierthöchste Vulkan Ecuador ist.

Artikel + Fotos von Ralph Sommer (copyright), Bericht vom 03.11.2015

 

 

cotopaxi-wieder-mit-schnee-vom-08-11-15Nachtrag: Inzwischen sind wieder einige Tage vergangen: Heutiges Datum 08.11.15. Gestern und vorgestern hatte es in Sangolqui im Chillos-Tal heftig geregnet und wie man sehen kann, hat der Cotopaxi heute wieder sein weißes Schneekleid angelegt. Die graue Vulkanasche in der Schneezone ist verschwunden. Die Fumarole ist heute gemäßigt und besteht nur aus Schwefelrauch (siehe untenstehendes Foto).

 

 

 

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