Vaquero am Antizana
Ecuador

Reiten am Vulkan Antizana in Ecuador

 

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Einen der Höhepunkte bei Ecuador-Reisen stellt sicherlich der Besuch des Naturreservates des Vulkans  Antizana (5.758 m) dar. Um die landschaftliche Schönheit im Einklang mit der Natur aufzunehmen, ist das Reiten eine interessante Alternative. Den landschaftlichen Szenereichtum von Canyons, Hügeln, Bergen und Aussichten auf den4-gipfligen schneegekrönten Antizana, den 4. höchsten Vulkan Ecuadors sowie auf die Nachbarvulkane Cotopaxi (5.897 m), Pasochoa (4.200 m), Sincholagua (4.893 m), Rumiñahui (4.712 m) und Cayambe (5.790 m) vom Pferderücken aus zu erleben ist einer der Highlights einer Ecuadorreise. sangolqui-hosteria-guaytaraDas Naturreservat vom Antizana wird geprägt durch die höhentypische Paramolandschaft zwischen 3.300 und 4.900 m, eine besondere Vegetationsform für Ecuador wie auch den benachbarten Andenstaaten Venezuela und Kolumbien.
In diesem Höhenbereich überwiegt das Ichu-Gras, ein hartes reisfestes Büschelgras, das je nach Jahreszeit grünlich oder gelbbraun in der Sonne glänzt und sich bei starken Andenwinden wie die Wogen des Meeres bewegt. Sich auf ein solches Graspolster hinzusetzen, heißt, auf einem sanften Polster auszuruhen. Ab und zu sieht man noch Polylepis-Bäume (übersetzt aus dem griechischen: Bäume mit vielen Häuten) und Zwergsträucher, die auf einer Höhe über 3.500 m anzutreffen sind. Auffällig in dieser Höhe sind verschiedene Korbblütler (Asteraceae) wie die Chuquiragua, die auch als die Nationalblüte der Anden bezeichnet wird. Bodendecker sind vor allem Flechten, Moose und Polsterpflanzen (Azorella).
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chagra

Pintag, Andendorf und Chagra

Von Sangolqui aus, einer gemütlichen Kleinstadt im Chillos-Tal, erreiche ich nach einer halbstündigen  Fahrt auf gut ausgebauter Straße das hübsche Andendorf Pintag auf 2.850 m Höhe, bekannt für seine Reiterfestivals, die hier Chagra heißen. Die Einheimischen, die das Jahr über auf verschiedenen Haziendas am Fuße und an den Hängen der umliegenden Vulkane arbeiten, zeigen bei den Reiterfesten in Pintag ihre Geschicklichkeit beim Einfangen von Rindern und beweisen sich auch als Gelegenheits-Toreros vor wilden Kühen und Stieren. Zu bemerken ist, dass das Vieh am ecuador-antizana-condor-im-flugEnde des Stierkampfes nicht getötet wird; wohl aber kommt es immer mal wieder vor, dass ein Torero ganz schön gebeutelt und verletzt  wird und gelegentlich auch sein Leben lässt. Bei den Reiterumzügen präsentieren sich die Vaqueros, so nennt man hier die Cowboys, auf tänzelnden gepflegten Pferden andalusischen Ursprungs, bekleidet mit Zamarro (Chaps), Poncho, Schal und Cowboyhut. Das Zaumzeug der Pferde, Westernsattel und Steigbügel ist mit blitzenden Silber- oder Messingbeschlag, geschmückt.
Von Pintag geht es noch eine weitere Stunde Fahrt, vorbei an einem erstarrten Lavafluss und entlang eines Canyons, wo Kondore ihre Nistplätze haben. Ich hatte Gelegenheit dort ein Elternpaar mit einem Jungvogel starten zu sehen.

 

 

Reiten auf der Hazienda Guaytaraecuador-antisana-paroamo-vaqueroecuador-antizana-vaquero-huan

Auf der Weiterfahrt erreichte ich nach einer weiteren halben Stunde in einem Seitental die Hazienda Guaytara, die ca. auf 3.550 m liegt und eine Fläche von ca. 1.500 Hektar besitzt. Hier hatte ich mich am Vortag telefonisch für 10.00 h angemeldet gehabt, jedoch, da hier ein Wochentag war, was für die dortige Hosteria (kleines Hotel) Null-Betrieb bedeutete, meldete sich bei meiner Ankunft erst nach mehrmaligen Hupen und Rufen ein Angestellter, der wiederum durch Rufen den ca. 100 m entfernten Pferde-Hof über meine Ankunft verständigte. Das Reiten war für mich alleine vorgesehen und so erwartete ich einen Pferde-Guide.

 

 

Zu meiner Überraschung erschienen nach einer halben Stunde 6 ecuador-antisana-guaytara-vieh-an-salzlecke - KopieVaqueros (einheimische Cowboys), so dass ich mich als siebter im Bunde wie im Film die „Glorreichen Sieben“ fühlte. Nachdem mir eine Schimmelstute namens Alicia zugewiesen wurde mit einer Stockhöhe von ca. 150 cm, schwang ich mich in den Cowboysattel, maß die Steigbügel und in Begleitung der Vaqueros ging es auf den Paramo der Hazienda Guaytara. Zuerst kamen wir zu einem Rodeoplatz, wo einer der  Vaqueros um einen Pfahl sein Lederlasso dehnte und danach wieder aufrollte. Er kündigte mir an, dass er später damit einen Stier einfangen würde und auf diesen reiten wollte.

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Danach ging es im Schritt bergaufwärts zum Ichu-Paramo. Unterwegs sprang ein Weißwedelhirsch in hohen Sätzen über die Weide. Teils ritten wir auf einem Erdpfad, teils quer über die Ichu-Paramo (siehe Youtube), von dem sich auch die Rinder ernähren. An einer Salzstelle wurde in großen Reifen Salz ausgeleert und die Rinder, Mischrassen von Holstein und Fleckvieh, näherten sich der Salzlecke. Bei den Milchrassen liegt in den Anden der Schwerpunkt auf Milchproduktion. Danach ritten wir weiter zum Kondor-Canyon. Hier haben Kondore ihre Nistplätze auf Felsvorsprüngen.

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Ich konnte hoch in der Luft zwei Kondore kreisen sehen; die Entfernung reichte aber nicht zum Fotografieren oder Filmen aus. Dafür stolzierte ein Caracara quer durch den Paramo und auch ein Rebhuhnpaar stieg mit hastigen Flügelschlägen aus dem Ichu-Grass auf.

Unterwegs konnte ich mehrmals den Antizana sehen wie auch die  Nachbarvulkane Sincholagua und Cotopaxi, der zurzeit aktiv ist und in Abständen Rauchwolken ausstieß.

Nach ca. 2 1/2 Stundenkamen wir zurück zu einer Viehweide, die in der Nähe der Guaytara-Hazienda lag. Hier fingen die Vaqueros mit dem Lasso einen Stier ein, der dann zum Rodeo-Coral getrieben wurde.

P1080493_auf Viehweide P1080498_im Coral P1080500_Stier im Coral Dort wurde er zuerst in ein Holzgatter gesteckt, wo ihn ein Vaquero einen Lederriemen um den Rumpf schlang, um sich anschließend auf den Stier zu setzen und sich am Riemen festzuhalten. Auf eins, zwei, drei wurde das Gatter Richtung Arena geöffnet, doch, statt dass der Stier wild springend versuchte, seinen Reiter abzuwerfen, warf er sich selbst unter dem Gelächter der weiteren Vaqueros auf den Boden und dem stolzen Stierreiter blieb nichts anders übrig als abzusteigen. Beim zweiten Reitversuch hielt sich der Stier auf seinen Beinen und trug unter dem Gelächter der zuschauenden Vaqueros seinen Reiter auf einer „Ehrenrunde“ gemütlich durch die Arena.

Mit dieser Sondereinlage war meine Reittour zu Ende.

P1080494_Absattel am Coral

Fazit: Das Reiten auf dem Paramo der Hazienda Guaytara ist ein besonderes Erlebnis. Wunderschöne Landschaft, gute Pferde, freundliche Vaqueros. Das Reitgelände besteht aus angenehmen Erdwegen und Paramowiesen, es ist also weiches Gelände mit akzeptablen Steigungen und auch für Reitanfänger zu empfehlen. Ab und zu legten wir einen Canter (leichten Galopp) ein. Mein Pferd war sehr gutmütig. Es reagierte auf die kleinsten Schenkelhilfen und Gewichtsverlagerungen, weitgehend auch ohne Einsatz von Zügeln. Der Westernsattel war äußerst bequem. Die langen Steigbügel unterstützten den Auf-und Abstieg vom Paramo.

 

 

 

Klima: Das Klima auf dem Paramo hängt sehr vom Wetter ab. In der Regenzeit geht die Sonneneinstrahlung zurück und Nebel und Regen ist möglich. Bei Bewölkung am Tag zwischen 4 und 10 °C. Bei Sonnenschein 15-20 °C. Es kann sehr windig sein, so dass die Mitnahme eines Anoraks angebracht ist.

ecuador-antizanaP1070280_Antizana bedeckt Fauna:

Die Tierwelt des Páramo ist sehr vielfältig. Unter den Säugetieren sind vor allem der Brillenbär, der Weißwedelhirsch, der Andenwolf und das Kaninchen bekannt; unter den Vögeln reicht die Spanne von verschiedenen Kolibriarten über den Caracara (Greifvogel) und Adler bis zum Kondor.

 

Ich empfehle das Reiten auf der Hacienda Guaytara in Verbindung einer Übernachtung in der Hazienda-Hosteria, mit der Möglichkeit, sowohl am 1. und 2. Tag zu reiten. Die Reitstunde kostet zwischen 15 bis 20 USD. Der Transport zur Hosteria erfolgt mit dem Auto. Für ein Taxi ab Sangolqui muss ca. 60 USD „one way“ gerechnet werden oder wenn das Taxi auf Sie wartet (Rückkehr am selben Tag), ist der Preis 80 bis 100 USD ab/bis Sangolqui.

 ecuador-cotopaxi-aktiv - KopieAlternativprogramm:

Falls Sie das Naturreservat vom Antizana auf einer Tagestour besuchen, was preislich empfehlenswert ist, lässt sich dies mit einem Ausritt auf der Hazienda Guaytara verbinden, wobei jedoch schon um 07.00 h von Sangolqui aufgebrochen werden sollte, so dass Sie zwischen 09.00 bis 12.00 h reiten und anschließend das Naturreservat des Antizana bis zur Lagune Mica besuchen. Somit sind Sie gegen 17.00 h wieder in Sangolqui zurück, siehe unser Tourenprogramm mit Preisen.

Weitere Reittouren, Bergtouren, Trekkingtoure und vieles mehr, finden Sie auf unserer Internetseite Ecuador Discover.

 

Hier finden Sie das Video zum Reiten in Ecuador am Antizana:

 

Autor Ralph Sommer (copyright)

 

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