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Auf in den Norden von Ecuador

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Auf in den Norden von Ecuador

Wer den Norden Ecuadors bereisen möchte, den erwarten neben der touristischen Stadt Otavalo, viele touristisch unbekannte oder kaum bekannte Orte und Naturlandschaften, sowie freundliche Menschen. Mit folgenden Beschreibungen möchte ich Sie einladen, Entdecker zu sein und ein authentisches Ecuador zu erleben.

Autor Ralph Sommer (copyright)

1.Teil:

Wochenmarkt in Otavalo/Ecuador

Wer ab Sangolqui die neu ausgebaute Straße nach Norden nimmt, erreicht nach einer Fahrt von ca. 30 Minuten die Kleinstadt Pifo und nach weiteren 15 Minuten den Ort El Quinche. Dort erwartet Sie eine stattliche Wallfahrtskirche, die der wundertätigen Jungfrau (Nuestra Señora del Quinche) geweiht ist. Die aus tropischem Zedernholz geschnitzte mächtige Eingangstor, die bunten Glasfenster und der prächtige Gold-Altar im Andenbarock, laden zum Besinnen ein. Täglich besuchen viele bizcocho-ofenGläubige die Wallfahrtkirche. Danach führt die Straße weiter nach Guayallabamba, benannt nach dem gleichnamigen Fluss, der durch die Westkordillere Richtung Pazifikküste in den Rio Esmeraldas mündet und in den Pazifik entwässert.

Ab Guayallabamba geht es auf der Panamericande del Norte, kurz „Pana“ genannt nach Cayambe, einen Ort der nach dem gleichnamigen Vulkan benannt wurde, der auf der Äquatorlinie liegt. Hier sollte man den Handkäse mit Bizcochos (Sandteigkeksen) und den Trink-Yoghurt probieren. Die Kekse werden zum Teil noch traditionell in Lehmöfen gebacken. Saftig grüne Felder mit Schleswig Holstein Vieh und Rosenfarmen ziehen sich auf beiden Straßenseiten dahin. Von einem Mirador bietet sich ein schöner Ausblick auf den San Pablos-See, der idyllisch am Fuße des Vulkans Imbabura (4.621 m) liegt und von den Otovaleños liebevoll Taita Imbabura (Quechua-Name für Vater) genannt wird. Ihm gegenüber in der Westkordillere der Anden thront die Mutter Cotacachi (4.939 m) und in weiterer Entfernung der zur Mojanda-Gruppe gehörende Fuya cayambeFuya-Vulkan (4.263 m).

Nach einer Fahrtzeit von insgesamt 2,5 Stunden (je nach Verkehr) erreicht man auf etwa 2.500 m Höhe die Kleinstadt Otavalo, die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons, die für die Markttage Mittwoch und Samstag bekannt ist. Es handelt sich um den berühmten Ponchomarkt im Stadtzentrum, der auf der Plaza de Ponchos stattfindet. Er soll einer der größten Märkte Südamerikas sein.

 

 

Plaza de Ponchos

verkaeufer-otavalo-marktOtavalo hat sich durch den Handel mit Webwaren und anderen Textilien in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Handelszentrum entwickelt. Das Stadtzentrum ist relativ klein und man kann problemlos alle Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt bequem zu Fuß erreichen. Der Ponchomarkt mit seinen farbenfreudigen Ständen mit Wanddecken, Ponchos, T-Shirts, Panamahüten, otavalo-obstverkaeuferinnenHängematten, Kunstgegenständen aus Holz, Stein und Plastik, Silberschmuck, Holzschnitzereien, Musikinstrumenten, wird umgeben von Garküchen, kleinen Restaurants, Gemüseverkäufern und fliegenden Händlern. Der buntfarbige Markt und die traditionell gekleideten freundlichen Indigenen sind eine Augenweide für den Besucher und nicht zuletzt ein beliebtes Fotomotiv.

Shopping in Otavalo: Auf dem Ponchomarkt von Otavalo finden Sie originelle Souvenirs aus Ecuador vor. Feilschen ist angesagt und oft können Sie Souvenirs mit bis zu 50% unter dem Erstangebot erwerben. Allerdings wird in Otavalo nicht so gefeilscht wie auf einem arabischen Basar; erwarten Sie nicht, dass der Händler hinter Ihnen herläuft, um etwas zu verkaufen. Sollten Sie zu sehr den Preis heruntergehandelt haben, so verkauft der Händler nicht, so einfach ist die Sache. Sollte Ihnen der Verkaufsgegenstand zu teuer erscheinen, so gehen Sie weiter zum nächsten Stand. Im Falle, dass der Verkäufer noch genügend Gewinn für sich sieht, wird er Sie zurückrufen, um Ihnen einen besseren Preis anzubieten. Viele Läden in der Umgebung der Plaza de Ponchos bieten ebenfalls Souvenirs an, wobei hier das Ambiente weniger hektisch ist und die Preise vielleicht etwas höher sind.

Tracht der Otovaleños

Die Otavaleños unterscheiden sich von den anderen indigenen Stämmen zunächst durch ihre Statur; sie sind kleingewachsen und zierlich. Die Männer tragen eine knöchellange weiße Hose und einen taubengrauen oder blauen Poncho, Sandaletten, einen Hut unter dem ein traditioneller Zopf hervorschaut. Die Damen dagegen haben ihr schwarzes langes Haar mit einem buntbestickten Band zu einem Zopf gebunden und tragen über einem weißen Rock mit buntbesticktem Gürtel einen dunklen Überrock, der bis an die Knie reicht, ein weiteres farbig gewebtes breiteres Gürtelband. Die weiße Bluse mit Rüschenärmeln ist mit Blumenmustern bestickt. Üblicherweise wird ein dunkelblauer Umhang über den Schultern getragen. Ein aus roten oder gelben Perlen bestehendes Halsband sowie mehrere rote Korallenketten um die Handgelenke bilden den Schmuck der Damenwelt.

Otovaleños, kulturelle Identität

Die Otavaleños haben bis heute ihre kulturelle Identität bewahrt. Sie lieferten einst den Inkas und danach den spanischen Eroberern heftigen Widerstand. Nicht weit von Otavalo zeugt noch der Name „Yahuarcocha“ (Blutsee) von den heftigen Kämpfen gegen die Inkas. Die Einheimischen, die ihnen Widerstand leisteten, wurden geköpft und in den See geworfen.

Quichua, Sprache der Inkas

Die melodische Quichua Sprache (in Ecuador sagt man „quichua“ in Peru „quechua“) mussten die von den Inkas unterworfenen Stämme Ecuadors und der Nachbarländer Ende des 15. Jahrhunderts übernehmen. Somit spricht heute noch ein Großteil der indigenen Bevölkerung Ecuadors neben der Landessprache spanisch, die Quichua-Sprache der Inkas.

Lebensweise der Otavaleños

Die Otavaleños widmen sich hauptsächlich der Webereikunst und dem Textilhandel. Vor allem in der kleinen Ortschaft Peguche kann man die traditionelle Weberei mit Webstuhl bestaunen. Durch den regen Handel mit Webartikeln wie Wandteppichen und Pullovern erlangte die Stadt Otavalo einen gewissen Reichtum. In den ländlichen Gemeinden dagegen herrscht nach wie vor in Folge von Jahrhunderten der Unterdrückung und der Diskriminierung, Armut vor. Einige Otavaleños haben sich aufgrund des hohen Touristenaufkommens über die Jahre der westlichen Musik und Kleidung mit Jeans und T-Shirt angepasst. Andere von ihnen lebten mehrere Jahre lang als Händler in Europa oder in der USA und verkauften auf Märkten und in Fußgängerzonen Wollprodukte aus Otavalo. Andere gingen in traditioneller Kleidung als Musiker auf Tournee und spielten, ausgerüstet mit Panflöte, Gitarre und Trommel folkloristische Andenmusik.

Sehenswürdigkeiten innerhalb von Otavalo:

Authentischer Tiermarkt/Otavalo

Außer dem täglichen Markt auf der Plaza de Ponchos, findet jeweils samstags frühmorgens ein Tiermarkt statt, zu dem Bauern aus der Umgebung zusammenströmen, um Vieh- und Haustiere (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hühner, Truthähne, Meerschweinchen) zu verkaufen. Der authentische Markt ist nichts für Zartbesaitete, was die Tierhaltungsbedingungen betrifft. Garküchen und Salbenmischer warten auf ihre Kunden.

Obst-Gemüsemarkt: Mercado 24 de Mayo/Otavalo:

Um Früchte und Gemüsearten der Region kennenzulernen, besuchen Sie zwei Cuadras vom Hauptplatz Parque Bolivar entfernt den täglich stattfindenden Markt Mercado 24 de Mayo. Hier erwartet Sie ebenfalls eine Vielzahl von Garküchen mit typischen regionalen Gerichten.

Feria (Markttag) von Imbabio

An Samstagen findet die Feria Imbabio statt, wo in der Regel Frauen aus verschiedenen Kommunen Gemüse und Öko-Obst anbieten.

Parque Bolivar im Stadtzentrum/Otavalo

maiskolben-schwarzfruechte-markt-el-angelDer geruhsame Parque Bolivar im Stadtzentrum ist neben der etwas hektischen Plaza de Ponchos ein sehenswerter Marktplatz. Das koloniale Rathaus am südlichen Ende und auf der Platzmitte das Denkmal für den Inka-General Rumiñahui, der im 16. Jahrhundert gegen die spanischen Eroberer kämpfte, sind die Kulisse des gemütlichen Samstagmarktes.

Restaurants in und um Otavalo

In Otavalo gibt es aufgrund der steigenden Touristenzahlen eine große Auswahl an Restaurants.  Neben „typischen“ Restaurants (mit Andenmusik), findet man Pizzerias, mexikanische Restaurants, Chifas (China-Restaurants) wie auch Vegetarier-Restaurants vor. Feinschmeckerrestaurants gibt es nur bei dem Lederwarendorf Cotacachi und am San Pablo-See. Auf den Märkten gibt es für die Einheimischen Garküchen, die gegrillte Meerschweinchen, Spanferkel und frittierte Tilapia (ein Süßwasserfisch), Encebollada (Fischbouillabaise), Empanadas und Quimbolitos anbieten.

Unterkunft in Otavalo und Umgebung

Hotels, Hosterias (kleine Hotels) und Pensionen bieten Übernachtungen im 1- bis 3-Sternebereich an. Besonders angenehm sind hochwertige koloniale Hazienda-Hotels wie z.B. Hacienda Chorlaví, Hacienda Cusin und Hacienda Pinsaqui, welche recht angenehme, hochpreisige Unterkünfte anbieten. Im 3-Sterne-Bereich findet man in Otavalo Hotels zwischen 40-70 US$ pro Doppelzimmer/Nacht. Die Preise sind saisonabhängig. Am Wochenende und an Feiertagen ist es in der Regel schwieriger, adhoc Unterkünfte zu finden.

Sprachkurse in Otavalo:

Sprachschulen in Otavalo bieten Individualkurse und Gruppenkurse in Spanisch und Quichua an. Die Unterbringung erfolgt auf Wunsch bei einer einheimischen Gastfamilie. Dadurch bekommen Sie weitere zusätzliche Anregungen, Ihren Kurs in der Praxis zu üben. Sie haben auch die Möglichkeit, bei kulturellen Austauschprogrammen in einer der indigenen Kommunen in der Umgebung von Otavalo mitzuwirken. Auf Wunsch erhalten Sie weiterführende Informationen.

Sportliche Aktivitäten um Otavalo herum:

korallenbaumblueteWanderungen und Trekkingtouren: Die besten Wanderungen um Otavalo sind die Laguna Mojanda und die Umrundung der Caldera des Cuicocha-Sees. Für Bergwanderer mit entsprechender körperlicher Kondition empfehle ich die Besteigung der Vulkane Imbabura (4.621 m) und Cotacachi (4.935 m). Dazu einen guten Guide und eine gute Ausrüstung. Auch sind mehrtägige Wanderungen machbar, wie z.B. zwischen dem Cuicocha-See und den Lagunas Mojanda (3 Tage) oder von den Lagunas Mojanda zu der Archäologischen Stätte Cochasqui (2 Tage). Wanderungen, Trekkingtouren mit ortskundigen Guide sowie Reittouren können organisiert werden. Sollten Sie alleine sein, so sind zu bestimmten Terminen Gruppenanschlüsse möglich. Auf Wunsch Informationen.

Weitere Sportmöglichkeiten:

Downhill-Mountainbiking, Klettern, Rafting und Bergsteigen. Auf Wunsch erhalten Sie weiterführende Informationen.

Sehenswürdigkeiten bei Otavalo:

Peguche Wasserfall (Cascada de Peguche):

Der etwa 18 m hohe Peguche Wasserfall wird von den indigenen Otavaleños verehrt; er gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen und ist nur 10 Minuten per Auto von Otavalo entfernt. Vom Parkplatz aus erreicht man den Wasserfall nach einer Wanderung von 10 Minuten durch einen Eukalyptus-Hain. Das Dorf Peguche mit seiner Plaza und den traditionellen Webern ist ebenfalls sehenswert. Weiter in Richtung Norden liegt der Ort Ilumán, berühmt für seine Wunderheiler und Schamanen.

San Pablo-See (Lago San Pablo):

Nur ca. 15 Autominuten von Otavalo entfernt erreicht man den, idyllisch am Fuß des Vulkans Imbabura gelegenen, San Pablo-See, dessen Ufer von mehreren indigenen Kommunen besiedelt wird. Ein Großteil des Sees ist von Totora-Binsen bewachsen, aus denen Einheimische Matten für Bettunterlagen herstellen. Am See werden Bootsfahrten angeboten. Hotels und See-Restaurants laden zum Verweilen ein.

Cuicocha See (Lago Cuicocha):

pumamaqui-cuicochaDen Kratersee Cuicocha, ca. 30 Autominuten von Otavalo entfernt, erreicht man über das Lederwarendorf Cotocachi. Der See liegt auf 3.000 m Höhe und ist ein parasitärer Krater des Vulkans Cotacachi (4.939 m). Im See liegen zwei Inseln. Bootsfahrten auf dem Kratersee sind möglich, jedoch ist das Betreten der Inseln nicht erlaubt. Um die Caldera herum führt ein ca. 5-stündiger ausgebauter Wanderweg mit spektakulären Ausblicken auf den See und die umliegenden Vulkane. Bei der Wanderung sind verschiedene Orchideenarten, Bromelien, Puyas und Vögel zu beobachten. Mit etwas Glück kann man verschiedene Kolibri-Arten sichten.

 

 

Lagunas de Mojanda:

Nach einer Fahrt von ca. 30 Minuten erreicht man von Otavalo aus, auf 3.700 m Höhe, die Paramo-Landschaft des Kratersees Laguna Grande de Mojanda und der zwei kleineren Seen Laguna Chiquita und Laguna Negra (übersetzt: kleine Lagune und schwarze Lagune). Mojanda bietet eine szenenreiche hügelige Paramolandschaft und ist Ausgangspunkt für Wanderungen zum Gipfel Fuya-Fuya (4.263 m).

Holzschnitzerdorf San Antonio de Ibarra:

Nach ca. 20 Autominuten (von Otavalo) Richtung Norden, liegt etwas abseits der Panamaricana das Holzschnitzdorf San Antonio de Ibarra, wo an der Plaza mehrere Holzschnitzläden liegen. Über die Qualität und Aussagekraft der günstigen Objekte kann man geteilter Meinung sein. Manche sagen San Antonio de Ibarra ist das Oberammergau von Ecuador und in der Tat findet man viele Heiligenfiguren vor. Lohnenswert ist der Besuch des Ausstellungsraums des Holzschnitzkünstlers Jóse Potosí, der im 1. Stockwerk eine beachtenswerte Ausstellung von traditionellen indigenen Arbeiten, aber auch von modernen Schnitzereien präsentiert. Auf der danebenliegenden schönen Plaza kann man mit etwas Geduld zwischen Araukarien, Jacarandas und Hibiskussträuchern verschiedene Kolibri-Arten beobachten und dem gemächlichen Leben der Einheimischen zusehen, die auf den Bänken sitzend, Zeit zum Plaudern haben.

 

2. Teil: Von Ibarra weiter nach Norden

Provinzhauptstadt Ibarra

esel-zuckerrohrmuehle-chachimbiroNur 30 Autominuten nördlich von Otavalo erreicht man auf der Panamericana die Provinzhauptstadt Ibarra, auch Ciudad Blanca (weiße Stadt) genannt, 2.200 m ü.d.M liegend. Ibarra besitzt noch mehrere koloniale Häuser, schöne Stadtparks und viele gepflasterten Straßen. Noch vor wenigen Jahren war Ibarra Ausgangspunkt für die abenteuerliche Bahnfahrt nach San Lorenzo am Pazifik. Heute ersetzt eine neue Straße die Bahnstrecke. Jedoch kann man von Ibarra aus (oder wahlweise von Otavalo) mit einem renovierten Touristenzug die 15 km lange Bahnstrecke nach Salinas fahren; szenenreiche Landschaften, Tunnels und der Kontakt zu der afro-ecuadorianischen Bevölkerung sind der Inhalt der Fahrt; mehr darüber, siehe https://Liberty Train.

Sehenswürdigkeiten zwischen Ibarra und Tulcan

Reserva Ecologica El Angel und Lagune Voladero

vasija-in-el-angelfrailejon-blueteVon Ibarra aus erreicht man nach einer einstündigen Fahrt Richtung Norden das Chota-Tal, das auf nur 1.500 m Höhe liegt. In diesem subtropischen Klima wird Zuckerrohr angebaut. Die Einwohner sind Afro-Ecuadorianer, die vor rund 200 Jahren von einem gekenterten Sklavenschiff in das damals unwegsame Gebiet geflohen waren und seit dieser Zeit hier Landwirtschaft treiben. Eine Abzweigung von der Pana führt hinauf in die Westkordillere nach El Angel (3.000 m ü.d.M.). Hier bestehen Übernachtungsmöglichkeiten, um in den darauffolgenden Tagen den Paramo El Angel zu entdecken. Wenn Sie wenig Zeit haben, empfehle ich Ihnen, noch am selben Tag das Naturschutzgebiet des Paramo El Angel (3.500 bis 3.900 m ü.d.M.) zu besuchen. Hier erwartet Sie eine der außergewöhnlichsten Naturlandschaften lagune-el-voladeroEcuadors: millionenfache Frailejones-Pflanzen (Espeletia pycnophylla), die zwischen 2 bis 4 m hoch werden. Zwischen diesen Riesenblumen empfiehlt es sich, eine ca. 1 ½ stündige Wanderung zu der Lagune El Voladero zu unternehmen. Die Frailejones (übersetzt: Riesenmönche) gehören zu der Familie der Asterngewächse und haben zum Schutz gegen die Kälte lange behaarte Blätter. Das ganze Jahr über kann man die gelbblühenden Pflanzen bewundern wie auch Polylepisbäume, weitere Lebenskünstler, die sich mit ihrer vielhäutiger Rinde gegen die Kälte schützen und so bis über 4.000 m Höhe existieren können. Die Paramo-Landschaft wird durch die Frailejones, Ichu-Gras, Vulkane und ehemalige Gletscherseen geprägt. Es lohnt sich, mehrere Tage lang den Paramo El Angel und den anschließenden Bergnebelwald mit Wanderungen, Naturbeobachtungen oder Reittouren zu erschließen.

Grotte de la Paz und wundertätige Jungfrau

Von El Angel aus erreicht man nach ca. 1 Stunde Fahrt die Grotte von la Paz. Die letzten 7 km führen auf einer atemberaubenden Fahrt hinunter zur Grotte, die sich in einem tief eingeschnittenen Canyon befindet. Die Grotte besteht aus einer Kalksteinhöhle mit Stalaktiten und Stalagmiten und der Skulptur der Jungfrau Maria. Täglich strömen viele Gläubige hierher; besonders am Wochenende und zu Feiertagen ist die Grotte von Gläubigen gut besucht.

Friedhof von Tulcan

ralph-mit-kaninchenohrenVon El Angel Richtung Norden können Sie nach dem Besuch der Grotte von La Paz in einer Stunde weiter nach Tulcan (3.000 m ü.d.M.) fahren. Der Grenzort besitzt einen der merkwürdigsten Friedhöfe der Welt: Hunderte von Zypressen sind zu mythologischen Tieren und Wesen zurechtgeschnitten und formen Alleen. Der Friedhof spiegelt die Glaubenswelt der indigenen Bevölkerung wieder. Von Tulcan aus sind es nur noch 5 km zum Grenzkontrollpunkt von Rumichaca, um nach Erhalt des Ausreisestempels weiter nach Ipiales in Kolumbien zu reisen.

Weitere Destinationen im Norden von Ecuador:

Von El Angel aus erreicht man auf der Fahrt Richtung Norden das Dorf Bolivar, wo ein kleines neu erbautes Museum Fossilien von Dinosauriern , Mastodonten und Riesenfaultieren beherbergt. Unweit von San Gabriel befinden sich ein Arrayanes-Wald und die Lagune Salada, die ebenfalls besuchenswert sind.

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Autor Ralph Sommer (copyright)

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