Schamane Ecuador
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Kulturfest der Siona und Secoya im Naturreservat Cuyabeno/Ecuador

 

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Die Siona sind eine indigene ethnische Gruppe im Naturreservat Cuyabeno, also im ecuadorianischen Amazonasgebiet. Ihre Anzahl wird derzeit in Ecuador auf ca. 2000 geschätzt. Eine enge Verbindung besteht zwischen ihnen und der Gruppe der Secoya, deren Anzahl auf etwa 400 geschätzt wird und die ebenfalls im Naturreservat leben.

Jedes Jahr treffen sich verschiedene Siona und Secoya Stämme in Puerto Bolivar, einer Kommune im Naturreservat Cuyabeno, um bei einem gemeinsamen Fest ihrer Kultur und Geschichte zu gedenken und verschiedene indigene Wettkämpfe auszutragen. Puerto Bolivar liegt am Cuyabeno-Fluss. Die Anreise erfolgt also mit Booten, die meist mit einem Motor betrieben werden. Hier finden sich noch viele traditionelle Hütten, die aus Palmstämmen und Bambus, bedeckt mit geflochtenen Palmzweigen, gebaut sind und auf Stelzen stehen. Im Zentrum der Siedlung gibt es einen betonierten und überdachten Platz, der für die Festlichkeiten genutzt wird. Auch Strom gibt es in der Siedlung und so werden gekühlte Getränke verkauft.

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clip_image008Zu dem Fest sind auch Touristen aus den umliegenden Urwald Lodges herzlich eingeladen. Allerdings ist ein kleiner Beitrag zu entrichten. Dieser dient zur Verpflegung der Gäste und zur Organisation der Festlichkeit.

Auf dem Festplatz wimmelt es von Stammesangehörigen in traditioneller Kleidung und mit viel Schmuck bestückten Schamanen, Häuptlingen, Frauen und Kindern. Doch auch modern westlich gekleidete Stammesangehörige finden sich hier ein, die in der Regel mit einem Handy in der Hand auffallen.

Eingeleitet werden das Fest und die Wettkämpfe mit umfassenden Reden und einer Begrüßung der Teilnehmer und Zuschauer durch die Schamanen und Häuptlinge der verschiedenen Stämme. Besonderes wird betont, wie wichtige die Feierlichkeiten für den Erhalt und die Weitergabe der Sprache und Kultur und der naturnahen Lebensweise für die nächsten Generationen sind und dass das Ökosystem erhalten werden muss.

clip_image010Im Anschluss an die Begrüßungsreden werden Jugendliche von den verschiedenen Stämmen aufgefordert, nach vorne zu treten. Sie sollen die Verwendung verschiedener traditioneller Waffen und Gegenstände vor dem Publikum erklären. Doch selbst den Touristen, die der spanischen Sprache nicht mächtig sind, fällt es auf, wie wenig die Jugendlichen über die für sie aufgereihten Gegenstände wissen. Zwar kann ein Großteil der Jugendlichen erklären, wie mit einem Speer ein Fisch gefangen wird, wozu aber die verschieden langen und gekrümmte Speere im Detail benützt werden, wissen die meisten nicht zu unterscheiden. Der einzige Gegenstand, dessen Verwendung von allen erklärt werden konnte, war die Hängematte. Hier bemerkte einer der Schamanen, dass zwar jeder die Hängematte erkannt hat, aber keiner diese selbst herstellen könnte. In der Vergangenheit war die Hängematte lebenswichtig, um sich in der Nacht vor Schlangen und anderen Tieren zu schützen. Zum Abschluss wird die Herstellung und Verwendung der verschiedenen Jagdwaffen und Gebrauchsgegenständen von einem älteren Siona nochmals in der eigenen Sprache und danach auf Spanisch für die Touristen erklärt.

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Danach finden sich vier Mädchen zu einem traditionellen Tanz auf der Bühne ein. Sie tragen bunte, traditionelle Gewänder. Auch hier fällt auf, dass die Mädchen unsicher wirken und der Tanz keiner klaren Linie folgt und die verschiedenen Bewegungen aus der spontanen Eingebung der Mädchen entstehen.

Anschließend geben die Schamanen einen kurzen Einblick in ihr Tun. Sie bitten Freiwillige nach vorne, um sich einer Reinigungszeremonie zu unterziehen. Dabei werden Sie mit Tabakrauch angeblasen und der nackte Rücken wird mit einer einheimischen Brennnessel abgerieben. Daraufhin bilden sich rote Flecken, die dem Körper die Schadstoffe entziehen sollen. Am Ende der Reinigung zeigt einer der Schamanen einen Wurm, den er einem der teilnehmenden Mädchen durch die Reinigung aus dem Kopf gezogen haben will.clip_image014

Bei der Mittagspause bietet sich eine gute Gelegenheit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen und eine Chicha (Maniokbier) zu probieren. Dabei handelt es sich um ein alkoholhaltiges Getränke, das durch die Fermentation von Pflanzen entsteht. Im Amazonastiefland wird dazu traditionell Yuca (Maniok) verwendet.

Am Nachmittag beginnen dann die Wettkämpfe für die Jugendlichen der verschiedenen Stämme. Es gilt, sich im Speerweitwurf, Baumklettern und der Affenjagd zu beweisen. Auch ein Fußballspiel findet statt.

clip_image016Abschließend muss ich sagen, dass es traurig ist festzustellen, dass die junge Generation der Siona und Secoya so wenig über ihre eigene Kultur weiß, die über tausende von Jahren die Grundlage ihrer Lebensweise war. Um dieses Wissen zu bewahren und auch noch an folgende Generationen weiterzugeben ist das Kultur Fest in Puerto Bolivar mit Sicherheit sehr sinnvoll und wichtig für die Einheimischen.

Aus touristischer Sicht lässt sich sagen, dass die Feierlichkeit eine gute Gelegenheit bietet, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Selten trifft man auf eine so große Ansammlung an traditionell bekleideten Siona und Secoya. Dabei muss man sich jedoch vor Augen halten, dass dies keineswegs die heutigen Lebensgewohnheiten und die alltägliche Kleidung der Einheimischen wiederspiegelt.

Bei unseren verschiedenen Urwaldprogrammen in Ecuador wie beispielswiese in der Siona Lodge, können Sie sich selbst ein Bild von den Einheimischen machen.

Autor: SFR Redaktion

 

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