Landschaft in Myanmar
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Umweltbewusstsein in Myanmar

 

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Myanmar sieht sich einer großen Zahl an Umweltproblemen gegenüber, die aus der wachsenden Bevölkerungszahl und zunehmenden wirtschaftlichen Entwicklung resultieren. Dazu zählen zum Beispiel der Sandabbau am Ngapali Strand, Abholzung, aber auch das Dynamitfischen. Zudem entstanden auch Probleme mit der Müllentsorgung, vor allem mit Plastikprodukten.

Doch es gibt Hoffnung! In den letzten Jahrzehnten ist in Myanmar das Umweltbewusstsein in den Vordergrund gerückt und die Nachfrage nach umweltbewusster Erziehung und Ausbildung der Kinder nimmt zu.

1990 wurde der NCEA (National Commission for Environmental Affairs) gegründet. Im Dezember 1994 startete in Myanmar eine nationale Umweltpolitik die Umweltbelange in die Planung der wirtschaftlichen Entwicklung miteinbeziehen soll. Es folgte die Einführung vieler umweltschützender Gesetze zum Holzabbau, der Verwendung von Pestiziden und zur Entwicklung der Tourismusindustrie. Dabei wird angestrebt, dass der Umweltschutz bei der fortschreitenden Entwicklung des Landes immer das oberste Ziel sein soll. Die Verantwortung des Staates und der Bevölkerung die Umwelt zu bewahren, ist im Interesse der heutigen und der künftigen Generationen. 2015 waren weitere Erfolge bei der Eindämmung des Sandabbaus am Ngapali Strand zu verzeichnen.

 

Sandabbau am Ngapali Strand

_BSC0736Schon seit vielen Jahren wird am Ngapali Strand Sand abgebaut und für nationale, sowie international Bauprojekte verwendet. Dies schadete nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Image der Baderegion, die bei Touristen sehr beliebt ist. Immer wieder fotografierten Urlauber wie ganze LKW Ladungen voll Sand abgetragen wurden und verbreiteten diese Bilder über das Internet. Nun wird befürchtet, dass bei weiterem Abtragen des Sandes neben den Umweltschäden auch die Touristen in dieser Region ausbleiben und große ökonomische Defizite entstehen. Problematisch ist dies vor allem, weil viele Einheimische neue Arbeitsstellen im Tourismus gefunden haben. Zwar existiert bereits ein Gesetz bezüglich der Sandabtragung, doch dieses ist lückenhaft und kann großzügig ausgelegt werden.

Am 30. April 2015 schrieb Vicky Bowman, die Direktorin des MRCB (Myanmar Center for Responsible Business) einen Brief an das Tourismuskomitee. Darin warnte Sie davor, dass falls keine Maßnahmen ergriffen werden, der Ngapali Strand in weniger als einem Jahrzehnt zerstört sein wird. Grund hierfür ist die Abtragung von Sand und der Verkauf davon an große Baufirmen, hautsächlich auch im Ausland. Frau Bowman weist darauf hin, dass eine sofortige und nachhaltige Lösung gefunden werden muss, in die alle Interessengruppen eibezogen werden. Dabei muss die Gesetzgebung verschärft, die Durchführung kontrolliert und ein Bewusstsein über die Auswirkungen der Sandabtragung geschaffen werden. Auch der ökonomische Nutzen des Ngapali Strandes als Tourismusdestination muss für die Bevölkerung klar gemacht werden, denn es gilt den Tourismus an der Küste Myanmars zu erhalten, da dieser einen großen Einfluss auf die Wirtschaft hat. Zur Umsetzung dieser Forderungen schlägt Bowman eine Zusammenarbeit des MRCB mit dem Tourismuskomitee vor, um alle lokalen und nationalen Stakeholder miteinzubeziehen.

myanmar-ngapali-strand-liegenDie Antwort des Vizepräsidenten des Tourismuskomitees Herrn U Nyan Tun hierauf war durchwegs positiv. Er pflichtete einer strengeren Gesetzgebung bei. Die Balance zwischen der ökonomischen, sozialen und ökologischen Umwelt soll dabei angestrebt werden und zu Nachhaltigkeit führen. Auch eine Zusammenarbeit mit dem MRCB hält er für wünschenswert.

Herr U Htay Aung, der Minister für die Hotellerie und den Tourismus sagte der Strand soll von der Sandabtragung weitgehen unberührt bleiben. Einheimische sollen aber Anträge stellen können, um für kleinere Privatbauten den Sand als Material verwenden zu können.

 

Am 09. Mai 2015 wurde dann ein neuer „Distrikt Manager“ für die Thandwe Region eingestellt, in der auch der Ngapali Strand liegt. Dieser kann rechtliche Schritte gegen die großflächige Sandabtragung mit LKWs einleiten und achtet auf die Einhaltung der Gesetze zum Umweltschutz.

Müllentsorgung in Myanmar

Durch die Urbanisierung, den Bevölkerungszuwachs, das Wirtschaftswachstum und die Veränderung im Konsumentenverhalten kämpft Myanmar wie fast alle Länder mit einer ständig steigenden Müllproduktion. Lebensmittel, die hauptsächlich auf den lokalen Märkten gekauft wurden, waren noch vor wenigen Jahren z.B. in Bananen- oder Teakblättern eingewickelt, heute sind es Plastiktüten. Getränke werden in Plastikbechern serviert und Waren aller Art kommerziell in Plastik verpackt. Und wohin mit dem Plastikmüll? Im Land sieht man immer wieder Müll an Flussufern und in der Gülle. Im Vergleich zu anderen Länder ist dieses Müllproblem noch nicht so stark ausgeprägt.

Myanmar verfügt zurzeit noch nicht über genügend finanzielle Ressourcen um eine Müllentsorgung durchzuführen, die dem europäischen Standard entspricht. Dennoch gibt es in Myanmar offizielle und private Recyclingstation. Diese kaufen das wiederverwertbare Material wie Papier, Plastikflaschen und Metalldosen auf und verkaufen dieses dann weiter an Großhändler. Auch der private Sektor ist mit Müllsammlern hieran stark beteiligt. Familien z.B. sammeln den Müll ein, sortieren ihn und verkaufen ihn anschließend.

Die Wiederverwertung ist ebenfalls weit verbreitet. So werden alte Autoreifen häufig in Schuhwerk, Blechdosen in Mülleimer und Flaschendeckel in Spielsteine verwandelt. Der Kreativität hierbei sind keine Grenzen gesetzt und sogar Schmuck und Möbel werden aus den gebrauchten Materialien hergestellt.

2011 wurde in Yangon, Mandalay und Bagan ein Gesetz verabschiedet, das nicht wieder verwertbare Plastiktüten verbietet. Die Tüten wurden von den Bewohnern zu großzügig und ohne weitere Gedanken an die Entsorgung verwendet. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verringerung des Plastikmülls in Myanmar.

Zudem wird durch Kampagnen in der Öffentlichkeit und in den Schulen das Umweltbewusstsein der Einwohner Myanmars bezüglich der Müllentsorgung geschult. – Als Vorbild dient Singapur, eine Stadt, die die Müllentsorgung im Griff hat.

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