Brautpaar am Altar
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Heiraten in Myanmar

 

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Im Leben eines Burmesen oder einer Burmesin gibt es von der Kindheit an bis ins Erwachsenenalter 12 besondere Ereignisse. Eines davon möchten wir Ihnen heute vorstellen: die Hochzeit.

Haben sich ein junger Mann und eine junge Frau verliebt und entschieden zu heiraten und ihr Leben miteinander zu teilen, so findet eine große Hochzeitsfeier statt, zu der Eltern, Verwandte, Ehrengäste und Freunde eingeladen werden. Die Hochzeit wird unter Einhaltung der burmesischen Traditionen, aber auch mit modernen Elementen durchgeführt.

Heiraten stellt im Idealfall ein einzigartiges Erlebnis dar und wird, besonders von den burmesischen Frauen sehr ernst genommen. Kalte Füße, Schmetterlinge im Bauch und Schweißperlen auf der Stirn je näher der besondere Tag kommt, sind nicht selten.

Einem burmesischen Brauch nach wird die Braut am Tag der Eheschließung von ihrer Familie eingekleidet und mit den kostbarsten Juwelen geschmückt, die sich die Familie leisten kann.

myanmar-brautpaarMit ihrer hüftlangen Jacke und dem langen Seiden oder Satin Longgyi (Htain-me-thein), sieht die Braut aus wie eine Prinzessin am königlichen Hof zu Zeiten der Myanmar Könige. Der Bräutigam ist ebenfalls sehr elegant gekleidet mit einem traditionellen Anzug. Dieser besteht aus einer Kopfbedeckung (Gaung-Baung), einem langärmligen Shirt mit Hemdkragen, einem Seiden-Longyi (taung shay longyi), einem traditionellen Jacket und Samtschuhen.

Damit das Brautpaar schnell auf eigenen Beinen steht, wird es von Freunden und Verwandten mit Geschenken für den Haushalt und persönlichen Dingen überhäuft. Die Brauteltern und die Eltern des Bräutigams empfangen die Gäste, achten auf das Wohlergehen des Brautpaares und verteilen Dankeskarten.

Langsam treffen die ersten Gäste ein und werden, wie zu alten Zeiten, von einem traditionellen burmesischen Orchester unterhalten. Heutzutage wird jedoch das traditionelle Orchester oftmals gegen ein modernes Musik Orchester ausgetauscht.

Die Gäste erscheinen nun zahlreich und es ist Zeit für das Brautpaar zu erscheinen, das mit Sicherheit schon sehr nervös ist.

Der Beginn der Hochzeitszeremonie wird angekündigt und es folgen Lobreden über die Brauteltern und Lobeshymnen über Braut und Bräutigam. Schließlich bekommt das Paar den Segen, um ein Leben gemeinsam und in Wohlstand zu führen. Die Band beginnt nun feierlich das klassische Hochzeitslied zu singen.

Nun beginnt das Blumenmädchen sanft Blüten aus einer silbernen Schale zu verteilen und bereitet damit dem Brautpaar den Weg. Das Brautpaar folgt dem Blumenmädchen über die gestreuten Blumen, was als glückverheißend für den Lebensweg von Braut und Bräutigam gilt. Begleitet von Trauzeugen und Brautjungfern sowie den Eltern, betritt das Brautpaar die Zeremonien-Halle.

myanmar-hochzeit-in-weißBevor sich das Paar setzt, verneigt es sich noch einmal mit einer respektvollen Verbeugung mit zusammengelegten Händen vor den Gästen, von denen ein Ehepaar das Brautpaar, nach burmesischem Hochzeitsbrauch mit Girlanden behängt. Früher war es Brauch, dass sich Braut und Bräutigam gegenseitig die Girlanden umhängen, aber heutzutage wird dies von einem Ehepaar gemacht, dass schon eine lange glückliche Ehe führt. Dieses überreicht dem frisch vermählten Paar auch die Eheringe.

Nach den Hochzeitsritualen werden den Gästen Erfrischungen angeboten und das frisch getraute Ehepaar bedankt sich bei den Gästen und diese wünschen dem neuen Ehepaar alles Gute und ein langes und glückliches Eheleben.

Nach der Hochzeit, wenn das Paar nach Hause kommt, zollt es beiden Elternpaaren Respekt, gemäß den traditionellen buddhistischen Bräuchen und im Gegenzug bekommen sie den Segen der Eltern.

Nun versucht das Paar gemeinsam die Brautkammer zu betreten, die von Freunden und Verwandten blockiert wird. Um hineinzukommen wird um „Gei-Bo“, eine Auslöse, verhandelt. Es beginnt ein ausgelassenes feilschen und verhandeln bis beide Seiten zu einer Übereinstimmung kommen. Nachdem das Brautpaar gemeinsam auch diese Hürde genommen hat, steht einer langen und glücklichen Ehe nun nichts mehr im Weg.

 

Hochzeits-Zeremonie mit der Spende von Essen und Almosen an die „Sangha“

myanmar-hochzeitZu besonderen Anlässen wird dem Lord Buddha und vielen Heiligen verschiedene Gaben geopfert. Die Opfergaben bestehen gewöhnlich aus 3 oder 5 Händen Bananen, einer Kokosnuss und Kirschzweigen.

Es ist keine Ausnahme, wenn bei einer Hochzeit Essen und Almosen an die Sangha gespendet werden. Um diese schöne Tradition zu bewahren arbeiten Braut und Bräutigam unermüdlich zusammen und bereiten Essen und Almosen vor, welche den Sangha geopfert werden. Die Eltern des Paares spenden viele Lebensmittel und Snacks. Das Hochzeitspaar gibt Lebensmittel, Kleidung und andere Almosen, in dem festen Glauben, dass ihnen dieses in der Zukunft Glück bringen wird.

Ein weiteres Ritual ist es, eine silberne Schale mit Geld und Konfetti vorzubereiten, was später unter den Gästen verteilt wird. Für die Gäste ist dieses Geld ein Glücksbringer und wird aufbewahrt, um das Schlechte abzuhalten. Die Sangha tragen sogenannte „Parittas“ vor, um das neue Zuhause des Hochzeitspaares zu segnen und um Glück und Zufriedenheit in das Haus zu bringen. Die Sangha predigen vor der Hochzeitsgesellschaft und segnen die frisch Vermählten und erzählen von deren guten Taten.

Ihr Familienleben im Einklang mit der burmesischen Tradition zu beginnen ist für das frisch vermählte Paar ein schönes Gefühl und sie sehen es als ihre Pflicht an, die Gesellschaft mit ihrer neu geschlossenen Ehe zu bereichern.

 

Richterliche Hochzeit

myanmar-brautpaar-mit-sektEine andere Form der Eheschließung ist die durch einen Richter, der entweder aus der Gemeinde kommt oder sogar vom obersten Gericht kommt, um die Ehe zu schließen. Der Grund für so eine Heirat ist die offizielle Anerkennung durch die Gemeinschaft und dass sie von anerkannten Persönlichkeiten verheiratet werden.

Bei dieser Art von Hochzeit werden Richter und Zeugen gebraucht. Zunächst unterschreibt die Braut die Hochzeitsdokumente und im Anschluss der Bräutigam. Im Anschluss unterzeichnen die Zeugen und danach geben die Richter ihren Segen und unterschreiben ebenfalls das Dokument. Nun ist die Hochzeit registriert und amtlich. Das Brautpaar ist jetzt rechtskräftig verheiratet. Nachdem die Zeremonie beendet ist, gibt es für die Gäste noch Erfrischungen und das frisch vermählte Ehepaar kann nun eine Familie gründen.

Hier finden Sie ein Beispiel von einer Hochzeitsreise nach Myanmar von Sommer Fernreisen.

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Hinweis: Myanmar hat ca. 70 verschiedene Ethnien und die Hochzeiten werden je nach Region auf unterschiedliche Weise gefeiert. Nachfolgend ein paar Bilder von einer Shan-Hochzeit in Dawei.

 

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