Buddha auf einem Tempel in My Tho
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Eine Reise durch Vietnam: Fahrt ins Mekong-Delta, schwimmende Märkte

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Nachdem ich nun in Vietnam angekommen war, ging es ab dem 16. September auf eine 2-tägige Fahrt ins Mekong-Delta, zu den schwimmenden Märkten, nach My Tho und nach Can Tho. Dies war eine tolle Erfahrung während meiner Reise in Vietnam. Morgens wurde ich vom Hotel abgeholt und es ging mit einem Bus in Richtung My Tho. Außer der englischsprachigen Gruppe mit 10 Personen war noch eine japanische Gruppe mit 25 Leuten im Bus auf der Fahrt ins Mekong-Delta. Unser Tourguide hieß Jaeng und war super. Er war witzig und konnte alles erklären. Außerdem hat er perfekt Englisch gesprochen. Ich konnte es nicht glauben, als er gesagt hat, dass er das gelernt hat, in dem er englischsprachige Sendungen im Fernsehen angeschaut hat.

Wir fuhren mit einer kleinen Verspätung schließlich in Richtung Mekong-Delta los, da sich ein älteres Ehepaar noch verspätet hatte. Ich muss sagen, dieses Ehepaar war ein Ehepaar was man nicht in einer Gruppe haben will. Die waren wirklich furchtbar und beschwerten sich schon, da waren sie noch kaum im Bus Richtung Mekong-Delta drin. Die Beschwerden gingen die gesamte Tour über weiter. Die ganze Gruppe war sehr genervt von den beiden. Vom Tourguide will ich gar nicht reden. Der arme Kerl bekam das ja alles ab und musste dabei auch noch freundlich bleiben. Den kann man für seine Geduld wirklich nur bewundern. Ich bin mir aber sicher, dass er die am liebsten aus dem Bus geworfen hätte. Unsere Gruppe bestand aus 10 Leuten. 5 aus Israel, 2 aus Neuseeland, 1 aus Australien, 1 aus Frankreich und ich hab Deutschland vertreten. Bis auf das ältere Ehepaar waren alle sehr nett und kamen wunderbar miteinander aus. Die Fahrt nach My Tho, unserem ersten Stopp auf dem Weg ins Mekong-Delta, dauerte ungefähr 2 ½ Stunden. In My Tho angekommen schauten wir uns zunächst eine Pagode an.

Auf einem Gebäude saß ein riesiger Buddha. Ein tolles Bild. In der Pagode selber trafen die Mönche gerade ihre Vorbereitungen für das Mittagessen bzw. für ihr Gebet davor. Die Pagode selber sah auch ganz toll aus. Wir hatten allerdings nicht lange Zeit. Nach 20 Minuten liefen wir wieder zum Bus und fuhren dann an den Anlieger, von wo wir auf ein Boot wechselten, was im Mekong-Delta das beste Fortbewegungsmittel ist. Im Vorbeifahren sahen wir Häuser auf Stelzen und Fischerdörfer. Total interessant. Schließlich erreichten wir die Schildkröteninsel, wo wir Halt machten um auf der Insel unser Mittagessen einzunehmen.

Elefantenohrfisch zum Mittagessen in My Tho, Mekong Delta
Elefantenohrfisch zum Mittagessen

Mein Mittagessen bestand aus einem ziemlich großen Elefantenohrfisch. Der mit allem was dran war, wie Kopf und Flossen, auf den Tisch gestellt wurde. Dazu bekam ich noch Reispapier und mir wurde gezeigt, wie ich das alles zu einer Frühlingsrolle zusammenrolle. Ein tolles Mittagessen.

Im Anschluss ging es zu einer Familie im Mekong-Delta, die Honigbienen hielt. Diese wurden uns gezeigt und der Mann zog ohne Schutzanzug oder Handschuhe die Waben mitsamt den Bienen aus dem Kasten heraus und zeigte sie uns.

Er erklärte uns dann, dass die männlichen Bienen keinen Stachel haben und somit gar nicht stechen können. Nur sollten diejenigen nicht näher an den Kasten herankommen, die ein stärkeres Parfüm benutzen, weil die Bienen das nicht mögen. Es hat sich letztendlich aber sowieso keiner noch weiter herangetraut. So ganz geheuer waren uns die fleißigen Bienen dann doch nicht. Wir gingen lieber weiter zu dem Bereich, wo die Bonbons hergestellt wurden. Das sah richtig interessant aus. Das sind spezielle Kokosnussbonbons und diese werden, wie der Name schon sagt, aus der Kokosnuss hergestellt. Soweit ich mich erinnern kann, wird aus der Kokosmilch und ein bisschen Tapioka eine Creme hergestellt und diese wird dann mit einem Löffel auf ein Blech geschüttet und muss kurz anhärten. Danach wird etwas davon abgeteilt, lang gezogen und flach gedrückt und anschließend in die passenden Stücke zurecht geschnitten. Je nachdem kommen noch Erdnüsse, Durian oder andere Früchte dazu, so dass die Bonbons ein leichtes Aroma bekommen. Durch das Tapioka bleiben sie elastisch und es sind dann so eine Art Kaubonbons. Diese werden in Reispapier gewickelt, was am Ende mitgegessen werden kann und danach in das Bonbonpapier. Fertig sind sehr leckere Bonbons. Jeder durfte einmal probieren und hinterher konnte man die Bonbons und noch weitere Produkte der Kokosnuss kaufen.

Bootsfahrt im Mekong Delta Vietnam
Bootsfahrt im Mekong Delta

Danach ging es mit einem Ruderboot weiter. Wir mussten wieder ein Stück zum Fluss zurücklaufen und dort standen schon einige Ruderboote für uns bereit. Wir mussten allerdings nicht selber rudern. Dafür hatten wir einen Steuermann mit dabei. Jeweils vier Leute aus der Gruppe saßen zusammen in einem Boot, dazu noch ein Guide und der Steuermann. Beim Einsteigen musste man allerdings wirklich aufpassen, dass man in die Mitte des Bootes getreten ist und nicht an den Rand, weil es sonst umgekippt wäre. Es hat allerdings schon sehr gewackelt. Letztendlich schafften es aber alle ins Boot ohne baden zu gehen. Das wäre in dem schlammigen Wasser auch kein besonderes Vergnügen gewesen. Jeder bekam einen der typischen vietnamesischen Hüte und es ging los. Die Hüte mussten wir allerdings hinterher wieder abgeben. Die dienten nur dazu den Spaßfaktor zu erhöhen und natürlich ein bisschen wegen dem Sonnenschutz. In dem Fluss gab es sogar Schildkröten. Eine davon sahen wir an uns vorbeischwimmen.

Nach einer ruhigen Fahrt, mit ein wenig einheimischem Gegenverkehr, gingen wir wieder an Land. Dort bekamen wir eine einheimische Musikgruppe zu sehen. Diese spielte uns ein paar Stücke ihrer traditionellen Lieder mit traditionellen Instrumenten vor.

Das hörte sich für meine Ohren jetzt nicht unbedingt sehr schön an, aber es gehört halt zur Tradition. Anschließend konnte man auch eine CD kaufen oder eine kleine Spende geben. Ich glaube alle aus der Gruppe haben eine Spende gegeben, aber ohne eine CD zu kaufen. Die Spende wurde einfach benötigt, damit diese Tradition am Leben gehalten werden kann, weil sonst kaum einer mehr die traditionellen Musikinstrumente und die Texte lernen will. Es wird aber versucht, das alles weiterzugeben, damit die Tradition nicht verloren geht. Das war unsere letzte Station für den heutigen Tag im Mekong-Delta. Im Anschluss liefen wir alle zum Bus und wurden zu unserem Hotel in Can Tho gebracht. Wir checkten alle ein und danach ging ich noch mit der Australierin und der Französin in Can Tho essen. Unser Tourguide hatte uns auf der Fahrt geraten Ratte zu probieren. Das wollten wir auch tun. Nur mussten wir erst eine Weile suchen, bis wir ein Restaurant gefunden hatten, dass Ratte auf dem Speiseplan hatte. Da uns das dort aber zu touristisch war und die Preise recht hoch waren, suchten wir weiter. Schließlich landeten wir in einem kleinen Restaurant in Flussnähe. Dort gab es zwar keine Ratte, aber wir beschlossen dann wenigstens Maus zu probieren, was es dort gab. Wir konnten sogar noch über den Preis verhandeln und statt den Preis für 2 Mäuse pro Person zu zahlen, mussten wir dann denselben Preis für 3 Leute mit jeweils 4 Mäusen zahlen. Wahrscheinlich gingen die nicht so gut weg. Kann ich aber auch nachvollziehen. An so einer Maus ist ja kaum etwas dran und da sind mehr Knochen drin als Fleisch dran ist.

Zuerst bekamen wir einen kleinen Grill auf den Tisch gestellt und dann brachte uns jemand die Mäuse. Diese wurden auf unserem Tisch auf den Grill gelegt und gegrillt bis sie gar waren und außen schön knusprig waren. Dazu hatte jede von uns noch einen frischen Fruchtsaft. Diese waren wirklich sehr lecker und absolut frisch. Zu unseren Mäusen bestellten wir uns dann noch eine Schüssel Reis.

Danach bissen wir mutig in unsere erste Maus. War gar nicht mal so schlecht. Es waren halt sehr viele Knochen und sehr wenig Fleisch, aber es war sogar ganz lecker. Ich denke mal, dass Ratte ungefähr gleich schmeckt, aber ein bisschen größer ist. Die Leute am Nachbartisch hatten auch sehr interessiert zugeschaut was wir denn essen und wir boten ihnen dann zwei Mäuse an, weil wir noch welche übrig hatten und es hat immer noch für einen zweiten Gang Maus gereicht. Das war mal eine ganz neue kulinarische Erfahrung. Allerdings auch nicht die Schlechteste. Man darf nur nicht allzu viel darüber nachdenken, was man da gerade isst. Vom Geschmack her war es auf jeden Fall ganz gut. Allerdings würde ich es wohl kein zweites Mal essen, da doch mehr Knochen als Fleisch an der Maus dran war und es sich einfach nicht lohnt und auch nicht satt macht. Danach hatten wir alle eine sehr gute Nacht in einem netten kleinen Hotel und am nächsten morgen wurden wir um kurz nach 6 Uhr aus dem Schlaf gerissen und der zweite Tag unserer Tour ins Mekong-Delta begann.

Schwimmender Markt im Mekong Delta Vietnam
Schwimmender Markt im Mekong Delta

Für diesen Tag standen zwei schwimmende Märkte und eine Reisnudelfabrik auf dem Programm. Um zu den schwimmenden Märkten zu kommen, mussten wir natürlich wieder auf ein Boot. Dieses war recht komfortabel und man hatte genug Platz. Außerdem wehte uns immer ein frischer Wind um die Nase, was sehr angenehm war. Unterwegs in Richtung der schwimmenden Märkte, holten wir ein weiteres Gruppenmitglied ab, die die Nacht in einem Homestay verbracht hat. Das heißt sie war bei einer einheimischen Familie. Sie war ganz begeistert und das obwohl sie am Anfang ein wenig nervös war, vor allem wegen der Mücken, aber es war wohl alles nicht so schlimm. Nach einer längeren Fahrt kamen wir an dem ersten der schwimmenden Märkte an.

Dieser war sozusagen ein Großmarkt, wo andere Händler für den Weiterverkauf einkauften. Auf diesem schwimmenden Markt war sehr viel los. Auf den Booten waren lange Stangen aufgestellt, wo verschiedene Arten von Gemüse angebracht waren. Das war die Werbung für das Boot und es wurde gezeigt, welche Gemüse und welches Obst dort zu kaufen waren. Ein kleineres Boot machte direkt an unserem Boot fest und verkaufte Getränke. Unser Tourguide nannte es die schwimmende Minibar. Überall konnte man sehen wie Gemüse seinen Besitzer wechselte. Sogar Enten wurden verkauft. Eines fand ich schon sehr gemein. Der Besitzer hat direkt vor den lebenden Enten eine der toten Enten im Fluss abgewaschen. Schon fies, das direkt vor den Artgenossen zu machen. Wer weiß, ob die nicht ahnen was ihnen blüht, wenn sie das sehen.

Wir ließen den Großmarkt der schwimmenden Märkte hinter uns und machten uns auf den Endverbrauchermarkt. Dieser schwimmende Markt war ein ganzes Stück kleiner und auch schon fast geschlossen, als wir dort ankamen. Eine ältere Dame kam allerdings sofort an unser Boot. Sie verkaufte Gebäck. Das eine sah etwas so aus wie ein Brötchen mit Sesam und das zweite Teil was sie verkauft hat war ein etwas länglicheres Gebäckstück. Dieser kleine Snack kam für alle wie gerufen und ich glaube die Dame hat an dem Tag ein ziemlich gutes Geschäft gemacht, da wirklich jeder an Board etwas von ihr gekauft hatte. Da hatten wir dann unseren Spaß und eine kleine Zwischenmahlzeit und die ältere Frau hat etwas für ihren Lebensunterhalt verdient. Anschließend drehte unser Boot und wir fuhren in Richtung Can Tho zurück, wo unser Bus in Richtung Ho Chi Minh City auf uns wartete. Vorher jedoch machten wir noch einen weiteren Zwischenstopp. Wir gingen an Land und mussten einen kleinen Weg entlang laufen. Unterwegs konnten wir einen Baum mit der Chicku Frucht sehen und daneben ein sehr großes Spinnennetz mit einer ziemlich großen Spinne darin.

Reispapierfabrik im Mekong Delta in Vietnam
Reispapier

Dann kamen wir an ein Gebäude, dass die Reisnudelfabrik darstellte. Außen lag das Reispapier auf Gestellen ausgebreitet zum Trocknen. Innen wurde das Reispapier hergestellt. Die Mischung bestand aus Reis und Tapioka. Das Tapioka macht den Teig elastisch, so dass die Nudeln hinterher nicht brechen. Mit einer Schöpfkelle wird der Teig auf ein gespanntes Baumwolltuch gegeben. Darunter befindet sich ein Wasserkessel und darunter eine Feuerstelle, die das Wasser zum Kochen bringt. Der Dampf steigt dann auf unter dem Baumwolltuch und gart den Teig. Das dauert nur wenige Sekunden und danach wird der Teig heruntergenommen und auf ein Gestell gelegt, das später zum Trocknen nach draußen gebracht wird. Für die Herstellung der Reisnudeln, wird der Teig in einer Maschine in dünne Streifen geschnitten. Dort schauten wir eine Weile zu und anschließend gingen wir zum Boot zurück. Die Rückfahrt dauerte eine Weile, doch letztendlich kamen wir gegen Mittag wieder in Can Tho an. Dort hatten wir noch Zeit für das Mittagessen bevor wir zurück nach Ho Chi Minh City fuhren.

Zum Mittagessen probierte ich dieses Mal Schlange auf vietnamesische Art. Das war eine sehr fettige Angelegenheit, aber die Schlange schmeckte recht gut. Auch wieder nichts, wovon ich sagen würde, dass ich das unbedingt wieder essen müsste, aber es war trotzdem gut. Ich schätze, das hört sich alles viel abenteuerlicher an, als es dann in Wirklichkeit ist. Es ist ja schließlich auch nur ein Gericht und man kann es essen ohne sich zu vergiften. Eine Engländerin traute sich an die Ratte, die es dort zufällig auch gab und die Französin bestellte sich noch Frosch. Da durfte ich auch mal probieren und der hat für mich sehr wie Fisch geschmeckt. Später sahen wir dann, dass die Tiere, die wir gegessen hatten, außer die Ratten, unten im Restaurant in Glaskästen saßen. Die taten mir schon ein wenig leid, aber andere Länder andere Sitten.

Mit dem Bus ging es anschließend zurück nach Ho Chi Minh und eine wirklich fantastische Tour ins Mekong-Delta fand ihr Ende.

 

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