Rafflesia Arnoldii
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Rafflesia arnoldii – Auf der Suche nach der größten Blüte der Welt

Hier finden Sie unsere Indonesien-Reisen

 

Reisebericht von Ralph Sommer

Haben Sie schon einmal von der Riesenblüte Rafflesia arnoldii gehört, der größten Blüte der Welt, die es nur an wenigen Stellen von Südostasien geben soll?

Als ich im September 2013 in Sumatra auf einer Rundreise unterwegs war, wollte ich es genau wissen und mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese seltene Blüte live zu sehen. Mein indonesischer Reiseleiter Ramlan, ein aufmerksamer freundlicher Führer, kannte die Rafflesia namentlich, aber hatte diese selbst noch nie gesehen. Und das soll was heißen bei 20 Jahren im Tourismus arbeitend.

Sumatra Dorf und Reisfelder
Sumatra Dorf und Reisfelder

In der Gegend von Bukittinggi (übersetzt: hoher Hügel), eine Stadt in West-Sumatra (920 m ü.d.M.) ca. 100 km nördlich von Padang, in der Hauptgebirgskette Barisan gelegen, sollte die sagenhafte Rafflesia Arnoldi zu finden sein. Doch wie sollte ich diese so rare Blüte finden und wenn ich sie fand, war sie dann auch in Blüte?

Auf der Suche nach der größten Blüte der Welt

Von Wikipedia konnte ich folgende Informationen über die Rafflesia sammeln:
Rafflesia arnoldii, benannt nach Sir Thomas Stamford Raffles, dem Gründer von Singapur, ist eine hoch spezialisierte Pflanze, ein Vollschmarotzer, der innerhalb seines Wirtes lebt und nur selten in der Natur anzutreffen ist. Die Rafflesia ist wegen ihres komplex funktionierenden Ökosystems und der fortschreitenden Abholzung in S-O-Asien sehr gefährdet. Sie kommt in Südostasien in tropischen Regenwäldern auf Höhenlagen von 500 bis 700 m ü.d.M. vor. Man kann sie auf der Malaiischen Halbinsel (Thailand, Malaysia) bis über Sumatra und Java (Indonesien) und Borneo (Malaysia, Indonesien, Brunei) bis zu den Philippinen vorfinden. Wie gesagt, sie ist äußerst selten und nur wenigen Besuchern ist es vorbehalten sie im richtigen Moment blühend zu erleben.

Damit die Rafflesia auch für meinen Reiseleiter finanziell interessant wurde, setzte ich ihm eine Prämie von 20 USD aus, die gigantische Blüte ausfindig zu machen.

Rafflesia-Knospe kurz vorm Aufblühen
Rafflesia-Knospe kurz vorm Aufblühen

Nach einigen Anrufen in seinem Freundeskreis teilte er mir mit dem schönsten indonesischen Lächeln mit, dass ein lokaler Guide die Rafflesia in den letzten Tagen im Knospenstadium (das heißt so groß wie ein Kohlkopf) gesehen hätte und dass diese sich voraussichtlich erst in 2-3 Tagen öffnen würde. Das war eine freudige Überraschung, aber auch entmutigend für mich, da mein Reiseplan schon feststand. Für mich war nur der morgige Tag möglich oder vergiss es.

Wenig später erhielt Ramlan einen weiteren Anruf „Rafflesia blüht“ und als Beweis dazu noch ein Bild von der Blüte. Ich war hell begeistert und teilte meinen Mitreisenden diese schöne Nachricht mit. Unser schon zuvor gefasster Reiseablauf wurde auf die Rafflesia umgestellt.

Rafflesia
Ralph Sommer mit Rafflesia

So verließen wir morgens das schöne Städtchen Bukttinggi mit seinem angenehmen gemäßigten Klima, umgeben von Vulkanen. Nach einer ca. 1-stündigen Fahrt erreichten wir ein kleines Dorf, bewohnt von Moslems, das der Ausgangspunkt zu unserer Bergwaldwanderung war. Wir wurden von unserem lokalen Führer Jonny erwartet, dem „Rafflesia-Spezialist“ und Überbringer der Freudenbotschaft.

Rafflesia arnoldii

Auf einer 2-stündigen Wanderung ging es von dem Moslemdorf, mit mehreren zwiebelförmigen Blechmoscheen, in den Bergwald. Die Einheimischen widmen sich dem Reisanbau sowie dem Pflücken von Gewürznelken und dem Verkauf von Zimtstangen und dem Sammeln der Luwak-Kaffeebohnen, dem teuersten Kaffee der Welt, da diese erst mal durch den Magen- Darmtrakt der Zibeth-Katze gewandert sein muss. Diese Bohnen werden in der Wildnis gesucht, gesammelt, gewaschen und schließlich zu Kaffee verarbeitet, doch dazu mehr in einem weiteren Bericht.

Der Weg wurde nach einer halben Stunde zusehends schmaler zu einem Pfad, der bergaufwärts in den Bergwald führte. Die Farne schlugen ab und zu über uns zusammen und nach einigen wenigen Rutschpartien erreichten wir, nach einer Verschnaufpause an einem kleinen Wasserfall, wo wir uns erfrischten, über einen Steilaufstieg die sagenhafte Rafflesia.

Rafflesia mit Kopf
Größenvergleich mit der Rafflesia

Die letzten hundert Meter begleitete uns das markerschütternde Gebrüll von Gibbon-Affen, die nicht zu sehen waren, aber umso besser zu hören. Sie erweckten bei mir den Eindruck, die Wächter der Riesenblume Rafflesia zu sein und uns zu warnen, das Geheimnis preiszugeben.

Die Rafflesia, die auf einer Liane wuchs und dort ihre riesigen Blütenblätter ausbreitete, ließ alle Anstrengungen vergessen und sie wurde von mir und meinen Freunden ausgiebig bewundert und fotografiert, wie die folgenden Bilder beweisen. Unsere Blüte dürfte einen Durchmesser von ca. 70 cm gehabt haben und war frisch erblüht und war für mich die eindrucksvollste Blüte der Welt.

Rafflesia Blüte
Rafflesia Blüte

In Wikipedia fand ich den Hinweis, dass die Blüte bis zu einem Meter Durchmesser haben kann und bis zu 11 Kilogramm schwer werden kann. Somit hat sie die größten Blüten im Pflanzenreich. Die Pflanze ist Vollschmarotzer, die vollständig innerhalb ihres Wirtes lebt. Außerhalb der Wirtspflanze ist lediglich eine Blüte zu erkennen, die dem Boden aufliegt. Wie bei allen Rafflesien ahmt sie in Farbe und Geruch Aas nach und lockt so Insekten, vorwiegend Fliegen, zur Bestäubung an. Werden die Wirte durch Abholzung, durch „Aufräumen“ oder durch zu starke Begehung des Waldes beseitigt oder geschädigt, können sich die Rafflesien nicht entwickeln.

Folgende Voraussetzungen sind zur Entwicklung der Rafflesiablüten nötig und machen verständlich, dass Rafflesia Blüten einzigartig sind:

  • Gleichmäßig feuchtwarmes tropisches Klima
  • Die Blüten brauchen bis zu einem Jahr zur Entwicklung
  • Blütezeit 4 bis 7 Tage
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass eine männliche Blüte eine in der Nähe gelegene weibliche Blüte gleichzeitig geöffnet vorfindet, ist äußerst gering.
  • Die Blüten werden durch spezialisierte Insekten bestäubt, die auf ein funktionierendes Ökosystem angewiesen     sind, in dem Aas vorkommt, das sie zu ihrer Fortpflanzung benötigen.
  • Zur Verbreitung der  Samen sind Nagetiere und ein funktionierendes Ökosystem nötig, das ihnen ausreichend Schutz und Futter bietet.

Durch ihre riesigen Blüten ist Rafflesia arnoldii zu einer Touristenattraktion geworden, so dass sie geschützt wird und zu hoffen ist, dass sie vor dem Aussterben bewahrt wird. Benannt wurde die Art nach Joseph Arnold, der sie zusammen mit Sir Thomas Stamford Raffles entdeckte.

Frau mit Zimtstamm
Frau mit Zimtstamm

Auf dem Rückweg zum Moslemdorf gab es noch viele bunte Schmetterlinge zu beobachten und an manchen Stellen bot sich ein Ausblick auf das terrassierte Tal mit den Reisfeldern in einer Palette von Grüntönen. Unterwegs konnte ich eine Frau mit einer Machete beobachten, wie sie einen gefällten Zimtbaum schälte, um die Rinde zum Trocknen sowie den Stamm als Feuerholz ins Dorf mitzunehmen. Ihr Kopf diente zum Tragen des Stammes, den sie geschickt balancierte.

Zu meiner großen Freude führte mich Jonny noch auf einem Seitenpfad, wo es eine schon verweste Rafflesia zu entdecken gab sowie weitere Rafflesia Knospen im Entwicklungsstadium; siehe untenstehende Fotos.

Wenn Sie mehr von der Rafflesia erfahren wollen, so richten Sie bitte eine Anfrage an uns; wir helfen Ihnen eine Indonesienreise nach Maß zu organisieren.

Ralph Sommer am 25.09.2013

 

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Haben Sie schon einmal von der Riesenblüte Rafflesia gehört, der größten Blüte der Welt, die es nur an wenigen Stellen von Südostasien geben soll?

Als ich im September 2013 in Sumatra auf einer Rundreise unterwegs war, wollte ich es genau wissen und mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese seltene Blüte live zu sehen. Mein indonesischer Reiseleiter Ramlan, ein aufmerksamer freundlicher Führer, kannte die Rafflesia namentlich, aber hatte diese selbst noch nie gesehen. Und das soll was heißen bei 20 Jahren im Tourismus arbeitend.

In der Gegend von Bukittinggi (übersetzt: hoher Hügel), eine Stadt in West-Sumatra (920 m ü.d.M.) ca. 100 km nördlich von Padang, in der Hauptgebirgskette Barisan gelegen, sollte die sagenhafte Rafflesia Arnoldi zu finden sein. Doch wie sollte ich diese so rare Blüte finden und wenn ich sie fand, war sie dann auch in Blüte?

Von Wikipedia konnte ich folgende Informationen über die Rafflesia sammeln:

Verfasser Ralph Sommer

Rafflesia arnoldii, benannt nach Sir Thomas Stamford Raffles, dem Gründer von Singapur, ist eine hoch spezialisierte Pflanze, ein Vollschmarotzer, der innerhalb seines Wirtes lebt und nur selten in der Natur anzutreffen ist. Die Rafflesia ist wegen ihres komplex funktionierenden Ökosystems und der fortschreitenden Abholzung in S-O-Asien sehr gefährdet. Sie kommt in Südostasien in tropischen Regenwäldern auf Höhenlagen von 500 bis 700 m ü.d.M. vor. Man kann sie auf der Malaiischen Halbinsel (Thailand, Malaysia) bis über Sumatra und Java (Indonesien) und Borneo (Malaysia, Indonesien, Brunei) bis zu den Philippinen vorfinden. Wie gesagt, sie ist äußerst selten und nur wenigen Besuchern ist es vorbehalten sie im richtigen Moment blühend zu erleben.

Damit die Rafflesia auch für meinen Reiseleiter finanziell interessant wurde, setzte ich ihm eine Prämie von 20 USD aus, die gigantische Blüte ausfindig zu machen.

Nach einigen Anrufen in seinem Freundeskreis teilte er mir mit dem schönsten indonesischen Lächeln mit, dass ein lokaler Guide die Rafflesia in den letzten Tagen im Knospenstadium (das heißt so groß wie ein Kohlkopf) gesehen hätte und dass diese sich voraussichtlich erst in 2-3 Tagen öffnen würde. Das war eine freudige Überraschung, aber auch entmutigend für mich, da mein Reiseplan schon feststand. Für mich war nur der morgige Tag möglich oder vergiss es.

Wenig später erhielt Ramlan einen weiteren Anruf „Rafflesia blüht“ und als Beweis dazu noch ein Bild von der Blüte. Ich war hell begeistert und teilte meinen Mitreisenden diese schöne Nachricht mit. Unser schon zuvor gefasster Reiseablauf wurde auf die Rafflesia umgestellt.

So verließen wir morgens das schöne Städtchen Bukttinggi mit seinem angenehmen gemäßigten Klima, umgeben von Vulkanen. Nach einer ca. 1-stündigen Fahrt erreichten wir ein kleines Dorf, bewohnt von Moslems, das der Ausgangspunkt zu unserer Bergwaldwanderung war. Wir wurden von unserem lokalen Führer Jonny erwartet, dem „Rafflesia-Spezialist“ und Überbringer der Freudenbotschaft.

Auf der Suche nach der Rafflesia:

Auf einer 2-stündigen Wanderung ging es von dem Moslemdorf, mit mehreren zwiebelförmigen Blechmoscheen, in den Bergwald. Die Einheimischen widmen sich dem Reisanbau sowie dem Pflücken von Gewürznelken und dem Verkauf von Zimtstangen und dem Sammeln der Luwak-Kaffeebohnen, dem teuersten Kaffee der Welt, da diese erst mal durch den Magen- Darmtrakt der Zibeth-Katze gewandert sein muss. Diese Bohnen werden in der Wildnis gesucht, gesammelt, gewaschen und schließlich zu Kaffee verarbeitet, doch dazu mehr in einem weiteren Bericht.

Der Weg wurde nach einer halben Stunde zusehends schmaler zu einem Pfad, der bergaufwärts in den Bergwald führte. Die Farne schlugen ab und zu über uns zusammen und nach einigen wenigen Rutschpartien erreichten wir, nach einer Verschnaufpause an einem kleinen Wasserfall, wo wir uns erfrischten, über einen Steilaufstieg die sagenhafte Rafflesia.

Die letzten hundert Meter begleitete uns das markerschütternde Gebrüll von Gibbon-Affen, die nicht zu sehen waren, aber umso besser zu hören. Sie erweckten bei mir den Eindruck, die Wächter der Riesenblume Rafflesia zu sein und uns zu warnen, das Geheimnis preiszugeben.

Die Rafflesia, die auf einer Liane wuchs und dort ihre riesigen Blütenblätter ausbreitete, ließ alle Anstrengungen vergessen und sie wurde von mir und meinen Freunden ausgiebig bewundert und fotografiert, wie die folgenden Bilder beweisen. Unsere Blüte dürfte einen Durchmesser von ca. 70 cm gehabt haben und war frisch erblüht und war für mich die eindrucksvollste Blüte der Welt.

In Wikipedia fand ich den Hinweis, dass die Blüte bis zu einem Meter Durchmesser haben kann und bis zu 11 Kilogramm schwer werden kann. Somit hat sie die größten Blüten im Pflanzenreich. Die Pflanze ist Vollschmarotzer, die vollständig innerhalb ihres Wirtes lebt. Außerhalb der Wirtspflanze ist lediglich eine Blüte zu erkennen, die dem Boden aufliegt. Wie bei allen Rafflesien ahmt sie in Farbe und Geruch Aas nach und lockt so Insekten, vorwiegend Fliegen, zur Bestäubung an. Werden die Wirte durch Abholzung, durch „Aufräumen“ oder durch zu starke Begehung des Waldes beseitigt oder geschädigt, können sich die Rafflesien nicht entwickeln.

Folgende Voraussetzungen sind zur Entwicklung der Rafflesiablüten nötig und machen verständlich, dass Rafflesia Blüten einzigartig sind:

· Gleichmäßig feuchtwarmes tropisches Klima

· Die Blüten brauchen bis zu einem Jahr zur Entwicklung

· Blütezeit 4 bis 7 Tage.

· Die Wahrscheinlichkeit, dass eine männliche Blüte eine in der Nähe gelegene weibliche Blüte gleichzeitig geöffnet vorfindet, ist äußerst gering.

· Die Blüten werden durch spezialisierte Insekten bestäubt, die auf ein funktionierendes Ökosystem angewiesen sind, in dem Aas vorkommt, das sie zu ihrer Fortpflanzung benötigen.

· Zur Verbreitung der Samen sind Nagetiere und ein funktionierendes Ökosystem nötig, das ihnen ausreichend Schutz und Futter bietet.

Durch ihre riesigen Blüten ist Rafflesia arnoldii zu einer Touristenattraktion geworden, so dass sie geschützt wird und zu hoffen ist, dass sie vor dem Aussterben bewahrt wird. Benannt wurde die Art nach Joseph Arnold, der sie zusammen mit Sir Thomas Stamford Raffles entdeckte.

Auf dem Rückweg zum Moslemdorf gab es noch viele bunte Schmetterlinge zu beobachten und an manchen Stellen bot sich ein Ausblick auf das terrassierte Tal mit den Reisfeldern in einer Palette von Grüntönen. Unterwegs konnte ich eine Frau mit einer Machete beobachten, wie sie einen gefällten Zimtbaum schälte, um die Rinde zum Trocknen sowie den Stamm als Feuerholz ins Dorf mitzunehmen. Ihr Kopf diente zum Tragen des Stammes, den sie geschickt balancierte.

Zu meiner großen Freude führte mich Jonny noch auf einem Seitenpfad, wo es eine schon verweste Rafflesia zu entdecken gab sowie weitere Rafflesia Knospen im Entwicklungsstadium; siehe untenstehende Fotos.

Jonny, lokaler Rafflesiaführer

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