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Kolibris: Edelsteine der Anden, der Bergnebelwälder und des Urwalds

Unsere Ecuador-Reisen finden Sie unter www.ecuador-discover.de

 

Smaragd, Rubin, Saphir, Topas, Granat – in den Namen von einigen Kolibris finden sich die Namen von funkelnden Edelsteinen wieder

Die Familie der Kolibris (span. Name: Picaflores = Blütenstecher; in Ecuador „Quinde“) umfasst mehr als 100 Gattungen mit mehr als 330340 Arten, die alle in Amerika beheimatet sind, wobei sie in ganz unterschiedlichen Lebensräumen vorkommen. Neben tropischen Zonen können einige wenige Arten auch in Alaska oder den eisigen Hochebenen der südamerikanischen Anden überleben. in Ecuador allein leben 130 Arten – das ist eine einzigartige Vielfalt, die weltweit seinesgleichen sucht – ein Paradies für alle (HobbyOrnithologen und Vogelfreunde!).

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Ein Juwel des Bergnebelwaldes

Wer einmal die Gelegenheit hatte, Kolibris bei ihren Flugmanövern zu bestaunen, der wird niemals mehr diesen Anblick vergessen. Eine unbeschreibliche Faszination geht von diesen Flugkünstlern aus, die im Sonnenlicht in irisierenden Farben funkeln und glitzern wie Edelsteine; sie scheinen im Flug reglos vor einer Blüte in der Luft zu stehen, fliegen rückwärts, senkrecht nach oben und nach unten, um ihren überlangen Schnabel tief in die Blütenröhren einführen zu können.

Kolibris sind sehr kleine Vögel. Die kleinste Vogelart überhaupt, die Bienenelfe (Mellisuga helenae), misst samt Schnabel und Schwanzfedern nur 6 cm und ist nur 2 Gramm schwer. Damit ist sie gleichzeitig der kleinste Vogel der Welt. Die größte Art, der Riesenkolibri (Patagona gigas), ist ca. 25 cm lang. Ein besonderes Merkmal der Kolibris ist der Schnabel, der je nach Gattung fast immer anders aussieht. Beim Schwertschnabelkolibri (Ensifera ensifera) z.B. ist der Schnabel fast so lang wie der ganze übrige Körper, der 10 cm misst. Somit  ist er in der Lage aus Daturblüten den Nektar zu erreichen. Demgegenüber hat der Kleinschnabel- Kolibri (Ramphomicron microrhynchum) nur eine Schnabellänge von 5 mm. Jede Schnabel-Art ist auf einen anderen Blütentyp abgestimmt, sodass jede Gruppe von gleichschnabeligen Kolibris ihre eigene ökologische Nische besetzt. Insbesondere knallig rot oder orange gefärbte Blumen ziehen die Kolibris an. In den Blüten sammeln sich zudem Insekten, die ebenfalls von den Kolibris gefressen werden und eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß sicherstellen. Ihre Zunge ist extrem lang, kann weit hervorgestreckt werden und ist an der Spitze gespalten und strohhalmförmig, sodass der Nektar gut aus den Blüten gesaugt werden kann – die Zunge schnellt dabei bis zu 200 mal aus dem Schnabel. Anders als viele Vögel müssen Kolibris nichts trinken! Die meisten Kolibris haben ein buntes, in der Regel metallisch grün schimmerndes Gefieder. Bevorzugt sind Kopf, Kehle und Brust mit schillernden Farben versehen. Die Kehle bei den Männchen ist in der Regel bunt schillernd gefärbt, wobei es auch hier Ausnahmen gibt.

Kolibri an einer Futterstation
Kolibri an einer Futterstation

Beim Kolibri ist im Gegensatz zu allen anderen Vogelfamilien die Hand größer als Ober- und Unterarm. Dies, sowie eine extreme Beweglichkeit im Schulter- wie im Ellenbogengelenk erlaubt es dem Kolibri, fast jede erdenkliche Flügelstellung auszuführen. Kolibris fliegen mit einer sehr hohen Frequenz von 40 bis 50 Flügelschlägen pro Sekunde. Mit ihren beweglichen Flügeln können sie sogar rückwärts (einzigartig in der Vogelwelt!) und seitwärts fliegen. Die Flügel ermöglichen es ihnen auch auf der Stelle zu fliegen, um zum Beispiel Nektar zu trinken. Ihr Herz ist im Verhältnis zum Körper sehr groß und schlägt 400 bis 500 mal pro Minute, ihre Atemfrequenz liegt bei bis zu 250 Zügen pro Minute. Während des Schlafes senken viele Kolibris ihre Herzfrequenz stark ab, um Energie zu sparen. Kolibris haben die Fähigkeit entwickelt, ihre Körpertemperatur erheblich absenken zu können (Poikilothermie), um in Notsituationen den Stoffwechsel so zu reduzieren, dass ein Überleben möglich wird. Bei Kolibris wurde auch der Zustand der Torpidität, der völligen Teilnahmslosigkeit, beschrieben. Natürliche Feinde der Kolibris sind Schlangen (Serpenta), Raubvögel (Falconiformes), Katzen (Felidae) und Marder (Mustelidae). Kolibris leben ausschließlich in Amerika. Sie kommen vom Süden Alaskas bis Feuerland vor. Sie leben in Halbwüsten, in den Waldgebieten am Amazonas und in gemäßigten Zonen in den Laubwäldern Chiles.

Wenn wir in Europa auch keine Kolibris besitzen, so haben wir sie doch gewissermaßen indirekt, sozusagen im Negativ, vor allem in unseren Wohnungen – so manche auffällig blühende Zimmerpflanze (die hier nicht zuletzt deshalb so gut gedeihen, weil sie aus ihrer Berg- und Regenwaldheimat an Schattenlagen gewöhnt sind) haben Kolibriblüten. Von den hängenden Glocken der Fuchsien bis zum Weihnachtskaktus und zum Weihnachtsstern und zu den Heliconien.

Quelle: Andreas Suchantke „Der Kontinent der Kolibris“


Wir möchten Sie auf unsere Naturreisen und die „Orni“-Reisen und Reisebausteine aufmerksam machen, wo Sie beste Möglichkeit haben, Kolibris zu beobachten, umgeben von einer großartigen Natur.

Wo können Sie am besten Kolibris beobachten:

Westkordillere:

Yanacocha: Naturreservat (ca. 1,5 Std. von Quito), ohne Unterkunft

Bellavista Lodge: Naturreservat (, 2-3 Std. von Quito), mit Unterkunft

Mindo Lindo: Naturreservat bei Quito, 2-3 Std., mit Unterkunft

Santa Lucia: Naturreservat bei Quito, 2-3 Std., mit Unterkunft

La Perla: Urwaldreservat im Küstenvorland, 20 Minuten von Cabañas Heliconia, Unterkunft

Ostkordillere:

Pasochoa: Naturreservat, 30 Minuten von Hostería Sommergarten/Sangolquí, Unterkunft

Guango Lodge: Naturreservat 2,5 Std.von Quito, Unterkunft

San Isidro-Loge: Naturreservat, 3,5 Stunden von Quito, Unterkunft

Regenwald im Oriente (Amazonien):

Sani-Lodge: Naturreservat, 3,5 Stunden von Coca mit Schnellboot + Kanu, Unterkunft

Napo-Wildlife-Centre: Naturreservat, 4 Std. von Coca mit Schnellboot + Kanu, Unterkunft

 

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