Fluss in Trashiyangtse
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Bhutan – Von Ost nach West in 15 Tagen

 

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Ende Januar 2013 war ich mit Sommer Fernreisen für 15 Tage im Königreich Bhutan unterwegs und durchquerte das Land von Ost nach West. Gestartet bin ich am 28. Januar im indischen Guwahati. Die Hauptstadt des Bundesstaats Assam liegt nur knappe 3 Autostunden vom bhutanischen Grenzort Samdrup Jongkhar entfernt. Schon bei der Einreise empfing mich mein Führer Pema und unterstützte mich bei den Formalitäten. Das Visum wurde vorab von Sommer Fernreisen organisiert, ich musste nur eine Passkopie abliefern und bekam ein Reisedokument, das ich zusammen mit meinem Pass an der Grenze vorzeigen musste.
Die ersten Eindrücke von Bhutan waren überwältigend, vor allem wenn man vorher ein paar Tage im geschäftigen Indien verbracht hatte. Mir fiel sofort auf, dass in Bhutan ein größeres Umweltbewusstsein herrscht als in vielen anderen asiatischen Ländern, die ich bereist habe. Die Straßen und der Fluss in Samdrup Jongkhar waren erstaunlich sauber, eigentlich wie bei uns Zuhause in Deutschland. Außerdem scheint das alltägliche Leben in Bhutan eine Spur langsamer (und traditioneller) zu verlaufen. Ich verspürte ein tolles Gefühl der Entschleunigung, einen Zustand, den man ja in unserer hektischen Welt oftmals vermisst. Da Samdrup Jongkhar eine sehr kleine Stadt ist und hauptsächlich als Einreiseort fungiert, stand an diesem Tag kein größeres Programm mehr auf dem Plan. Ich nutzte die Zeit um etwas durch die Straßen zu schlendern und die warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Abends gab es dann im Hotel mein erstes Ema Datshi – ein Gericht, auf das ich schon vorher sehr gespannt war, da ich sehr gerne scharf esse. Ema Datshi ist eine vegetarische Speise und mischt lange grüne Chilischoten mit Yak-Käse. Auch wenn man sich vielleicht die

Trashigang Dzong
Trashigang Dzong
Chorten Kora in Trashiyangtse
Chorten Kora in Trashiyangtse

Kombination aus Käse und Chili nur schwer vorstellen kann, Ema Datshi schmeckt fantastisch! Dazu gibt es meist Reis oder Kartoffeln und weitere Gerichte, wie etwa Hähnchenschenkel.
Am 2. Tag stand eine länger Autofahrt nach Trashigang an. Auf der Fahrt blieb viel Zeit für interessante Gespräche mit Pema und meinem Fahrer Balimann. Beide beherrschten ein sehr gutes Englisch und so waren auch tiefgründigere Konversationen über die spezielle Form des Buddhismus in Bhutan kein Problem. War es in Samdrup Jongkhar noch richtig warm und bestand die Vegetation noch aus üppigen Palmenwäldern, fuhren wir in Richtung Trashigang in die Berglandschaft, die bereits zum Himalayagebirge gehört, hinein, was natürlich bedeutete, dass es merklich kälter wurde. Bei Sonnenschein hatte es allerdings noch immer frühlingshafte 15 Grad, nur Nachts fielen die Temperaturen im Laufe der Reise auf den Nullpunkt. Als wir Trashigang gegen Sonnenuntergang erreichten, sah ich bereits diesen herrlichen Dzong, der die am Hang erbaute Stadt schmückt. Ein Dzong ist in Bhutan ein Bauwerk, das einerseits als administrative Verwaltungseinheit und andererseits als Herberge eines Klosters dient.
Nach einer erholsamen Nacht machten wir uns am nächsten Morgen für einen Tagesausflug auf nach Trashiyangtse. Die ca. 2-stündige Fahrt führte uns durch wunderschöne Täler an Flüssen entlang, aber auch kleine Passstraßen über Bergrücken hinauf, von wo sich tolle Fotomotive anboten. In Trashiyangtse angekommen, sah ich schließlich den riesigen Stupa „Chorten Kora“. Das religiöse Bauwerk wurde nach dem Vorbild der Stupa „Jarung Khashor“ in Nepal errichtet. Auf dem Rückweg stoppten wir am Kloster „Gomphu Kora“ für ein leckeres Picknick. Später ging es zurück nach Trashigang, wo ich den Nachmittag nutzen konnte um die Stadt zu erkunden.

Fluss in Trashiyangtse
Fluss in Trashiyangtse

Am nächsten Tag brachen wir früh auf und besichtigten morgens noch den Dzong von Trashigang. Als ich im Innenhof des Gebäudes stand, erzählte mir mein Führer, dass es 1659 erbaut wurde und somit über 350 Jahre alt ist, ein biblisches Alter, wenn man sich vor Augen führt, dass der Dzong aus enorm viel Holz besteht. Selbst die hübschen Verzierungen kann man heute noch klar erkennen. Unser Zielt war an diesem Tag Mongar, eine Kleinstadt mit knapp 3500 Einwohnern, die herrlich an einem Berg liegt. Dort hatte ich den Nachmittag zur freien Verfügung und ich blieb über eine Stunde an einem Fußballplatz sitzen um den netten Kindern, die mich sogar gefragt haben, ob ich nicht mitspielen wolle, beim Kicken zuzusehen.

Ausritt in Bumthang
Ausritt in Bumthang

Die Reise führte uns am darauffolgenden Tag nach Bumthang – ein Tal, das den Beinamen „kleine Schweiz“ trägt. Diesen Zusatz kann ich nur bestätigen, man fühlt sich wirklich ein wenig wie in den Alpen.
Mein Zimmer in einer Lodge war herrlich gemütlich, mit eigenem Holzofen in der Ecke, was eine angenehme Wärme verbreitete. Hier in Bumthang stand einer der absoluten Höhepunkte auf dem Programm. Unweit der Stadt Jakar bietet Sommer Fernreisen die Möglichkeit, einen Nachmittag mit Pferdereiten zu verbringen. Da ich noch nie zuvor auf einem Pferd gesessen bin, war mir zwar etwas mulmig, aber die Vorfreude überwog und meine Bedenken, ob ich denn das Reiten hinbekäme, schwanden schnell. Für das Pferdereiten ist Sonam zuständig, ein Bhutaner, der sich darauf spezialisiert, die mongolischen Pferde einfühlsam zu trainieren, so dass Jedermann auf den schönen Tieren reiten kann. Nach einer kurzen Einweisung, bei der Sonam mein Pferd an der Leine geführt hatte, ging es auch schon los und wir ritten in einer kleinen Gruppe über die weitläufigen Hänge. Das Terrain war leicht zugänglich und ich hatte auf dem Rücken des Pferds schnell ein gutes Gefühl. Zum Mittagstee machten wir an einer kleinen Farm Halt und hier durfte ich endlich die bhutanische Nationalsportart, das Bogenschießen, ausprobieren. Traditionell wird in Bhutan noch mit alten Holzbögen geschossen und wir probierten uns daran, ein kleines Schild in etwa 150 Metern Entfernung zu treffen, was mir leider nicht gelang. Allerdings wurde mir versichert, das meine Schüsse für einen Anfänger gar nicht so schlecht seien. Später ritten wir mit den Pferden weiter über die Felder und kehrten Abends mit dem Auto nach Bumthang zurück.

Nationalsport Bogenschiessen
Nationalsport Bogenschiessen
Großer Buddha in Thimpu
Großer Buddha in Thimpu

Am letzten Tag in Bumthang besichtigten wir die Klöster Jam-Lhakhang und Kurjey-Lhakhang sowie den örtlichen Dzong. Außerdem machten wir auf meinen Wunsch hin kurz Halt an der „Panda Beer“-Brauerei. Dort wird ein Weißbier nach bayrischer Art gebraut, was für so einen abgelegenen Ort in Asien durchaus ungewöhnlich ist, vor allem, weil das Bier sogar noch richtig lecker schmeckt! Meine Reise setzte sich fort nach Trongsa, einer Hügelstadt, wo sich der längste Dzong Bhutans befindet. Von meinem Hotelbalkon aus hatte ich beste Sicht auf das Bauwerk und konnte zahlreiche Fotos schießen.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Punakha, mit einem kleinen Abstecher in das Wangdue-Tal. Dort hausen in den Wintermonaten Schwarzhalskraniche, eine bedrohte Art, von der es nur noch knapp 5000 bis 6000 Tiere gibt. Punakha ist die ehemalige Hauptstadt Bhutans und hier befindet sich auch heute noch der größte Dzong des Königreichs. Über den knapp 3100 Meter hohen Dochu-La-Pass fuhren wir zunächst zum Fruchtbarkeitstempel „Chimi Lhakhang“ und schließlich in die jetzige Hauptstadt Thimphu, der weltweit einzigen Hauptstadt, die ohne eine einzige Ampel auskommt. Thimphu liegt in einem Tal, das von einer riesigen, noch im Bau befindlichen Buddhastatue überblickt wird. In Thimphu nutzte ich die Gelegenheit um einige Souvenirs einzukaufen, wie zum Beispiel ein Glas bhutanischen Honig.

Schwarzhalskraniche im Wangdue-Tal
Schwarzhalskraniche im Wangdue-Tal

Zum Abschluss meiner Reise ging es über das Haa-Tal und den höchsten Pass Bhutans, den Chelela-Pass, nach Paro. In Paro befindet sich das berühmte Tigernest, ein Kloster das in luftiger Höhe an einem Fels erbaut wurde. Mein Führer Pema bestand natürlich darauf den Aufstieg zu Fuß zurückzulegen, alternativ wären Pferde zur Verfügung gestanden, aber der Fußmarsch war auch kein Problem und dauerte knappe drei Stunden.

Tigernestkloster in Paro
Tigernestkloster in Paro

Oben bot sich ein fantastischer Ausblick, es scheint mir nach wie vor ein Ding der Unmöglichkeit an solch einem Ort ein Kloster zu erbauen. Vom Restaurant aus, das auf etwa halber Strecke liegt, hatte ich beim Mittagessen perfekte Sicht auf das Kloster, das war ohne Übertreibung der beste Ausblick, den ich je bei einer Mahlzeit genießen durfte.
Natürlich sah ich in Punakha auch noch den herrlichen Dzong und den Kyichu-Tempel. Bei meiner Abreise musste ich von Paro über Kathmandu nach Delhi fliegen, was ich vorab als etwas umständlich empfand, sich aber als Höhepunkt herausstellte, denn der 45-minütige Flug nach Kathmandu bot mir, dank klarem Wetter, eine unvergessliche Sicht auf das Himalaya-Gebirge. Der Pilot machte auch mehrmals Durchsagen, welche Berge (darunter K2 und Mount Everest) wir gerade sehen.
Abschließend bleibt mir als Fazit nur festzuhalten, dass Bhutan ein Land wie kein Zweites ist. Die Menschen sind unheimlich freundlich, man wird wirklich mit offenen Armen und keinerlei Scheu empfangen. Zu dieser angenehmen Reise gehörte auch die wunderbare Betreuung durch meinen Führer Pema und meinen Fahrer Balimann, die mir alle meine Fragen beantwortet haben und mich stets mit zahlreichen neuen Informationen über die besuchten Orte versorgt haben.

Diese Reise finden Sie bei unseren Bhutan-Reisen.

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