Blick zum Panecillo
Ecuador,  Sommer Fernreisen Redaktion,  Südamerika

Ecuador – Ein Reisebericht

 

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Vom 4. bis 23. September 2012 war ich mit einer kleinen Gruppe unterwegs in Ecuador. Insgesamt waren wir zu dritt plus unseren Führer Mario.

Der Flug nach Ecuador verlief ohne Probleme und in Quito wurde unsere kleine Reisegruppe  von Mario in Empfang genommen. Unsere erste Station war die Hostería Sommergarten in Sangolqui, wo wir nach ungefähr einer Dreiviertelstunde Fahrt ankamen. Den Rest des Tages hatten wir zur Erholung frei und am nächsten Tag ging das Programm los.

Zuerst war eine Stadtbesichtigung in Quito dran. Wir fuhren zunächst auf den Vulkankegel Panecillo, von wo wir einen schönen Ausblick über die Altstadt von Quito hatten. Anschließend ging es weiter mit der Stadtbesichtigung, bei der wir die schöne Altstadt von Quito besichtigten. Am Präsidentenpalast hatten wir dann sogar das Glück und den Wachwechsel gesehen. Wirklich faszinierend wie die es schaffen mit völlig regungslosem Gesicht dazustehen.

Mitad del Mundo
Mitad del Mundo

Am nächsten Tag fuhren wir zum Vulkan Antizana und machten dort eine kleine Wanderung. Leider war es an diesem Tag recht bewölkt, jedoch hat sich der schneebedeckte Gipfel des Antizana dann doch einmal gezeigt und einen schönen Blick freigegeben.

Die 4000 m Höhe machten sich schon bemerkbar bei der Wanderung. Da war ich ein wenig schneller aus der Puste, aber das hab ich einfach als gutes Höhentraining gesehen.

Im Anschluss ging es zum Mica-See, wo wir unsere Lunch-Pause hatten und vor schöner Kulisse unsere Sandwiches genießen konnten.

Die darauf folgenden Tage im Urwald waren jedoch mein persönliches Highlight.

Früh morgens fuhren wir mit dem Taxi zum nationalen Flughafen von Quito. Unterwegs konnten wir einen herrlichen Sonnenaufgang über den Vulkanen beobachten, wo die Bergspitzen in wunderschönes Licht getaucht wurden.

Lagune Canangueno
In der Lagune Canangueno

Angekommen in Lago Agrio wurden wir von unserem Naturführer Luis und einem Fahrer in Empfang genommen und machten uns auf den Weg zur Siona Lodge, wo wir die nächsten 5 Tage übernachteten.  Mit dem Auto ging es etwa 2 Stunden zum Eingang des Nationalparks Cuyabeno und von dort noch einmal 2,5 Stunden mit dem Boot zur Siona Lodge. Unterwegs sahen wir schon einige Vogel- und Affenarten und Luis verriet uns auch sonst schon einige interessante Dinge. Der langen Motorboot-Fahrt hatte ich erst skeptisch entgegengeschaut, aber es war einfach toll über den Fluss zu fahren und unterwegs schon einige Tiere zu beobachten und die Landschaft ist wunderschön.

Am Abend stand in der Siona Lodge schon die erste Nachtwanderung auf dem Programm, während der wir verschiedene Spinnenarten, Frösche und sogar eine kleine Schlange sahen.

Die nächsten Tage waren vollgepackt mit Naturbeobachtungen, dem Besuch eines Schamanen und einer  Siona Kommune sowie Piranha fischen und eine Kanufahrt. Besonders beeindruckend war für mich unter anderem die Kanufahrt. Mit dem Motorboot fuhren wir los und wir stiegen unterwegs in das mitgebrachte Kanu um, mit dem wir in die Lagune Canangueno paddelten, was zunächst eine sehr wacklige Angelegenheit war. Es mussten sich erst alle an das Gefühl im Kanu zu sitzen gewöhnen und vor allem, dass nicht jedes wackeln bedeutet, dass man gleich umkippt, wovor ich die größte Sorge hatte. Unterwegs sahen wir jede Menge Affen. Unter anderem Totenkopfäffchen, Brüllaffen und Monk Saki Affen und es war wirklich ein tolles Erlebnis. Wunderschön waren auch die Sonnenuntergänge an der Laguna Grande und das Schwimmen vom Boot aus.

Viel zu schnell gingen die Tage in der Siona Lodge vorbei und schon waren wir wieder auf dem Weg nach Quito, wo wir uns an diesem Tag erholen konnten für den nächsten Tag. Da stand ein Ausflug zum Vulkan Cotopaxi auf dem Programm.

Vor dem Cotopaxi
Vor dem Cotopaxi

Der Cotopaxi ist mit 5.897m der zweithöchste Berg Ecuadors und der höchste aktive Vulkan der Welt.

Auf dem Weg sahen wir den Indiomarkt Latacunga, der sehr farbenfroh und interessant wirkte. Schließlich fuhren wir weiter zum Nationalpark, wo wir eine Wanderung um die Lagune Limpiopunga unternahmen. Es war sehr stürmisch und man musste aufpassen, dass man nicht davongeweht wurde, aber der Spaziergang um die Lagune war sehr schön. Unterwegs erklärte uns ein lokaler Naturführer einige Pflanzen und es gab natürlich auch ein paar Vögel zu beobachten.

Natürlich stand auch der Besuch des Äquatordenkmals auf dem Programm. Dort konnte man sich einen Stempel in den Pass geben lassen, dass man am Äquatordenkmal war. Den Beweis musste ich mir natürlich geben lassen. Wir schauten uns das Museum an und Mario erzählte uns viel über die Regionen Ecuadors und die verschiedenen indigenen Völker, was sehr interessant war. Nach den üblichen Fotos ging es wieder zurück zum Auto und wir setzten unser Programm fort mit der Fahrt zum Pululahua Krater, in dem Getreide angebaut wird.

Kolibris in Mindo Lindo
Kolibris in Mindo Lindo

Im Anschluss fuhren wir nach Mindo, auf 1250m gelegen. Wir besuchten eine Schmetterlingsfarm, wo nicht nur Schmetterlinge umherflatterten, sondern auch Kolibris an den Futterstationen herumschwirrten. Man könnte diesen winzigen fliegenden Diamanten stundenlang zusehen. Auch ein Besuch von Mindo Lindo, das von einem deutsch-ecuadorianischen Ehepaar geleitet wird, stand auf dem Programm. Hauptattraktion hier waren wieder die Kolibris, von denen man hier  bis zu 20 verschiedene Arten beobachten kann.

Der weitere Routenverlauf ging über das kleine afro-amerikanische Dorf Silanche, den tropischen Wasserfall Shishink, der eine herrliche Erfrischung bot und weiter über die Spondylusroute. Im Trockenwald Lalo Loor machten wir eine kleine Wanderung, wir besuchten den Holzschnitzer Ricardo Alvicar und bekamen eine Führung über eine tropische Plantage in der Posada Stauble.

In San Vicente war der Besuch der Fregattvogelinsel Isla Corazon vorgesehen. Diese besuchten wir mit einem kleinen Motorboot. Unser Bootsführer erzählte uns einiges über dieses Gebiet und die Fregattvögel. Unterwegs „retteten“ wir auch einen Fregattvogel, der schon zu lange im Wasser war und nicht mehr fliegen konnte. Der hat dann die Bootsfahrt mit uns mitgemacht und sich über die Mitfahrgelegenheit gefreut bis er wieder soweit getrocknet war, dass er wieder fliegen konnte.

Blaufußtölpel auf der Isla de la Plata
Blaufußtölpel

Im Feuchtgebiet La Segua machten wir einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, von wo wir eine schöne Aussicht über das Gebiet hatten und viele verschiedene Vogelarten sehen konnten. Ein weiterer Höhepunkt war dann schließlich der Besuch von Isla de la Plata oder auch „Klein-Galapagos“. Mit dem Boot fuhren wir  zu der etwa 32 km vom Festland entfernten Insel. Unterwegs hatten wir sogar das Glück Wale beobachten zu können. Es war eine Freude den Giganten dabei zuzuschauen wie sie aus dem Wasser sprangen und mit einem Klatschen wieder ins Wasser tauchten. Eine ganze Weile beobachteten wir die Riesen aus der Entfernung, bis wir schließlich unsere Fahrt zur Insel fortsetzten. Mit einer nassen Landung erreichten wir schließlich das Ufer. Wir hatten die Möglichkeit zwischen drei verschieden langen Wegen zu wählen und entschieden uns schließlich für den mittleren Weg. Unterwegs stolperten wir regelrecht über Blaufußtölpel, die überall auf den Wegen zu finden waren, teilweise brütend. Es war schon faszinierend, dass diese Vögel überhaupt keine Angst zeigten, wenn man (mit dem gebotenen Abstand) an ihnen vorbeilief. Über den Steilklippen flogen Fregattvögel und Pelikane. Wir sahen sogar noch einige Männchen mit einem roten Kehlsack, obwohl die Balzzeit eigentlich vorbei war. Dieser Ausflug war wirklich sehr gelungen und interessant. Es ist aber unbedingt zu raten genügend Sonnencreme einzupacken, da die Sonne schon recht stark ist.

Auf dem Boot bekamen wir unser Mittagessen und hatten dann die Möglichkeit zu schnorcheln. Vom Boot aus sahen wir schon einige Fische und sogar zwei Schildkröten. Die Schildkröten warteten leider nicht bis wir alle im Wasser waren, aber wir bekamen sehr viele bunte Fische zu sehen. Schließlich wurden alle wieder ins Boot beordert und nach ca. 2,5 Stunden Bootsfahrt kamen wir wieder in Puerto Lopez an.  Von dort besuchten wir noch den wunderschönen Strand Los Frailes, wo wir 1,5 Stunden Zeit zum Entspannen hatten.

Viel zu schnell kam der letzte Tag der Reise, an dem wir nach Guayaquil fuhren. Einen Zwischenstopp machten wir in Montecristi, wo wir uns anschauten wie die Panamahüte hergestellt wurden. Außerdem hatten wir die Möglichkeit einen Panamahut zu kaufen, was ich natürlich direkt ausnutzte. In Guayaquil angekommen machten wir eine Stadtbesichtigung. Die Hafenstadt ist wirklich sehenswert und der Bummel entlang der Uferpromenade Malecon 2000 war sehr schön. Auch der Leguanpark war interessant. Dort musste man aufpassen, dass man nicht über die Leguane drüber stolpert. Auf den Bäumen teilten sie sich den Platz mit den ebenfalls sehr zahlreich vorhandenen Tauben. Im Park selber steht das Reiterdenkmal von Simon Bolivar, dem Befreier von Südamerika und gegenüber befindet sich die Kathedrale, die ebenfalls sehenswert ist.

Nach einem schönen letzten Ausflugstag wurden wir schließlich zum Flughafen gebracht, wo wir uns von unserem Führer Mario verabschiedeten, bevor wir die lange Reise zurück nach Deutschland antraten.

Fazit der Reise: Ecuador ist ein kleines Land, das unheimlich viel zu bieten hat. Vom tropischen Regenwald bis hin zur Küste gibt es Natur Pur. Mein persönliches Highlight war der Urwald. Es war ein herrliches Gefühl mal weg von der Zivilisation zu kommen. Ohne Handy, ohne Internet usw. Absolute Ruhe mit Ausnahme von den Urwaldgeräuschen, die einen bis in den Schlaf begleiteten. Die Landschaft und die Tierwelt ist einmalig und ich war jedesmal aufs Neue begeistert, wenn ich ein neues Tier entdeckt habe. Die Nachtwanderungen, Bootsfahrten und das Schwimmen in der Lagune waren ein einmaliges Erlebnis.

Insgesamt waren es viele tolle Erlebnisse auf einer wunderschönen Reise, die ich jedem nur empfehlen kann. Hier finden Sie Informationen zu dieser Reise.

 

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