Forschugsstation Rio Palenque
Ecuador,  Sommer Fernreisen Redaktion,  Südamerika

Ecuador: Anden, Bergnebelwald, Küstenvorland und Pazifik, 20 Tage

 

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Reisebericht Teil 1

Anden, Bergnebelwald, Küstenvorland

Ecuador Karte
Reiseroute Ecuador

Schon das detailliert ausgearbeitete Reiseprogramm mit den inhaltlichen Schwerpunkten eines jeden Reisetages ließ eine sehr vielseitige und interessante Tour durch die verschiedenen Klimaregionen des Landes am Äquator erwarten. Genauso empfand dann auch unsere kleine 4-Personengruppe diese Reise (Mercedes-Kleintransporter mit einheimischem Fahrer), ständig begleitet von Herrn Ralph Sommer und in Naturreservaten zusätzlich von einem verantwortlichen Ranger.

Andenfuchs
Andenfuchs

Nach den Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Quito (2800 m NN) wurde uns am dritten Tag ein Eindruck von dem rund 33000 ha großen Nationalpark Cotopaxi (tätiger Vulkan-gipfel liegt 5897 m hoch) in den Ost- Kordilleren  mit seiner spezifischen Pflanzenvegetation in etwa 3800 m NN (Enziangewächse, Asteraceen, Proteaceen, Melastomataceen, prächtig ausgebildete Flechten und Moose auf Steinen und vieles andere) vermittelt; selbst ein Anden-fuchs am Fuße des vergletscherten Gipfels (etwa 4200 m NN) platzierte sich vor unseren Kameras.

Cotopaxi mit Wildpferden
Cotopaxi mit Wildpferden

In La Cienega erhielten wir Einblick in einen bedeutenden Wirtschaftszweig des Landes, in eine Rosenproduktionsanlage (Ecuador exportiert jährlich rund 2 Milliarden Stück Rosen). Die Erzeugungskette „Plantage unter Foliendach – Sortierung – Behandlung und Verpackung für den Export nach Russland, Holland u. a. war sehr interessant zu sehen. In unmittelbarer Nachbarschaft besichtigten wir eine sehenswerte „Hazienda“ aus der Kolonialzeit, dem Schauplatz wichtiger Ereignisse der wissenschaftlichen und sozialen Geschichte Ecuadors. Auch Alexander v. Humboldt wohnte während seiner Studien zum Vulkan Cotopaxi im Jahre 1802 in diesem noch heute sehr gut gepflegten Objekt mit seinen z.T. musealen Räumen sowie einem Hotel und Restaurant.

Der Folgetag führte uns zunächst nach El Quinche (Wallfahrtskirche im Andenbarokstil).
Bald danach, hinter der Ortschaft Oton, exakt auf der Äquatorlinie, präsentierte sich ein erstes Äquatormonument, eine große begehbare Sonnenuhr samt den zentralen Markierungen wie den Sonnenwendepunkten.
Weiter in nördliche Richtung erreichten wir nach einem Stopp in Cayambe bald Otavalo und Peguche. Hier im Zentrum der Otavalo-Indianer (Otavaleños) konnten wir die Fertigung kunstvoller Textilwebearbeiten mit einfachen Hilfsmitteln bewundern und einen Eindruck vom bunten „Ponchomarkt“ in Otavalo gewinnen, dem größten Indianermarkt des Landes.

Auf der Äquatorlinie
Kopfstand auf der Äquatorlinie

Auf unserer weiteren Fahrt in südwestliche Richtung erfolgte erneut die Äquator-Überquerung am Dorf „San Antonio de Pichincha“. Hier, exakt im folkloristischen Touristendorf „Mitad del Mundo“, erhebt sich als Äquator-Denkmal ein gewaltiger Obelisk, der allerdings nicht genau auf der Äquatorlinie, sondern 240 m südlich davon liegt.
Die geodätischen Vermessungsarbeiten von 1736 erfolgten unter der Leitung des Franzosen Charles-Marie de la Condamine und unter Mitarbeit des ecuadorianischen Kartographen Pedro Vicente Maldonado. Den Erdvermessern des 18. Jahrhunderts zu Ehren sind dort die Büsten in einer kleinen Allee in Richtung des zentralen Monuments  „Weltmitte“ erstellt worden.

Bananenplantage
Bananenplantge

Mit Einbruch der Dunkelheit (18.30 Uhr) erreichten wir die Bergnebelwaldregion (1300 bis 2500 m NN) mit ihrem subtropischen Klima im Naturschutzgebiet von Mindo, westlich von Quito gelegen. Hier erwartete uns eine naturkundlich hoch interessante Wanderung durch eine überaus üppige Vegetation mit umfassenden Informationen zu der uns weitgehend fremdartigen Flora, die uns nur teilweise aus Tropenhäusern größerer Botanischer Gärten in der Heimat bekannt vorkam. Besonders beeindruckte uns die Vielfalt der Heliconia-Arten, der Philodendron- und Begonienarten sowie der Aronstabgewächse (u. a. das Großblättrige Elefantenohr), die Arten wie Baumtomate (Tamarillo), Korallenstrauch/-baum, Erythrina, Ameisenbaum (lebt in Symbiose mit Ameisen) und zahlreiche weitere Pflanzenarten. Nicht minder interessant waren ein Besuch in der Schmetterlingsfarm in Mindo sowie der Kolibrifarm in Mindo-Lindo.

Manilahanf
Bearbeitung von Manilahanf

Im weiteren Reiseverlauf in westliche Richtung gelangten wir in die Regionen mit tropischem Klima; zunächst in die ganzjährig feuchten Tropen mit entsprechend hohem Luftfeuchtegehalt (oberhalb 70 %). Hier lernten wir das breite Spektrum der in den Tropen gedeihenden Nutzpflanzen kennen.
Die monokotylen Pflanzen der Bananen, Hauptexportfrucht von Ecuador, sind bei den kleinen Farmen und Selbstversorgern bis hin zu intensiv wirtschaftenden großen Unternehmen allerorts anzutreffen. Neben der Obstbanane spielt auf den Lokalmärkten noch die Kochbanane eine Rolle, die, in verschiedenen Varianten zubereitet (gegrillt, gebraten, gekocht), morgens wie auch abends zu den Mahlzeiten serviert wird.

Palmölfabrik La Concordia
Palmölfabrik La Concordia

In geringerem Umfang wird die Faserbanane (Musa textilis Nee), als Abaca (oder auch Manilahanf) bekannt, angebaut. Deren Sklerenchymfasern, eingebettet in die äußeren Schichten der Blattscheiden der Scheinstämme, werden auf mechanischem Wege direkt neben den Plantagen gewonnen. Von 5-8 cm breiten Streifen der Blattscheiden wird maschinell das Blattgewebe zwischen einem stumpfen Messer (glatt oder gezähnt) und einem Holzklotz unter Druck abgeschabt. Die dadurch freigelegten glatten weißen Fasern gelangen vor Ort unter einer provisorischen Überdachung zur Trocknung.

Fruchtstände der Ölpalmen
Fruchtstände von Ölpalmen

Lukrativ ist gegenwärtig der Anbau von Ölpalmen. Auf den 12 bis 15 m hohen Palmen entwickelt sich ein mächtiger Fruchtstand mit bis zu 1000 Palmkernen. Bei der Führung durch ein Verarbeitungswerk erfuhren wir, dass im Fruchtstand (Fruchtfleisch) 24 % Fett enthalten sind, wovon

etwa 22 % im Prozess der Verarbeitung als Palmöl gewonnen werden. Dies geschieht nach einer 1- bis 1,5stündigen Hitzebehandlung mittels Dampfeinwirkung bei 120 bis 130 °C. Die beim Bearbeitungsprozess abgetrennten Palmkerne gelangen in ein anderes Werk, um dort das wertvollere und für

die Ernährung und kosmetische Industrie geeignete Palmkernöl auszupressen.

Reisende:
Dr. Werner Schöberlein und Frau Dr. Lore
Dr. Andreas Geisenheiner und Frau Reinhild
Leipzig und Schriesheim, am 15.07.2012

Verschiedene Ecuador Reisen finden Sie bei Sommer Fernreisen/ Ecuador Discover

 

puerto cayo
Reisegruppe bei Puerto Cayo

 

Anmerkung des Reiseveranstalters Ralph Sommer (SOMMER FERNREISEN GMBH):
Bei der im Mai 2012 von mir geleiteten Reise stand im Vordergrund der Wunsch meiner Reisegäste, möglichst viel über die Papaya zu erfahren, d.h. Anbau, Vermarktung und möglichst auch, wissenschaftliche Aspekte. Das Professoren-Ehepaar Dr. Werner Schöberlein und Frau Dr. Lore waren in Deutschland von den vielseitigen Anwendungen und Heilwirkungen der Papaya sehr angetan und das war ihr Auslöser,nach dem ersten Kennenlernen auf der Leipziger Messe 2011, mit SFR im Mai 2012 nach Ecuador zu reisen. Lore und Werner waren überzeugte und begeisterte „Papayistas“ (Wortschöpfung von mir), und hatten sich voll dem Genuss dieser „Zauberfrucht“ verschrieben, die köstlich schmeckt und im Volksmund als Allheilmittel geschätzt wird; aufgrund ihrer wissenschaftlichen Neugierde und Erfahrung und nicht zuletzt ihrer positiven Einstellung zu Land und Leute schöpfte das Ehepaar bei allen Unternehmungen aus dem Vollen. Begleitet wurde Lore und Werner von dem nicht weniger engagierten Ehepaar Reinhild und Dr. Andreas Geisenheiner. Reinhild interessierte sich besonders für die tropische Pflanzenpracht und konnte sich immer herrlich für die
tropische Flora und Fauna begeistern und Andreas interessierte sich zusätzlich noch für alle Art von Arbeitsprozessen auf Plantagen, für eingesetzte Maschinen, Antriebe und insbesondere für Holz in allen Formen (von den lebende Bäumen über Holzverarbeitung und sein Hobby Schnitzen). Mit seinem Interesse, Fachwissen und Humor trug er ebenfalls zur richtigen „Chemie“ der Reise bei.

 

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