Lonesome George
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Riesenschildkröten auf Galapagos

 

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Die Galapagos-Riesenschildkröte

Die Galapagos-Riesenschildkröte (lat.:Chelonoidis nigra; Geochelone elephantopus, Testudo nigra) kommt aus der Familie der Landschildkröten (lat.: Testudinidae) und gehört zur Gattung der Chelonoidis. Man stellte 15 Unterarten fest, von denen bereits vier als ausgestorben notiert wurden.

Verbreitung

Galapagos Riesenschildkröten
Galapagos Riesenschildkröten

Wie der Name schon sagt, kommt die Galapagos-Riesenschildkröte nur auf dem Galapagos-Archipel vor. Die Galapagosinseln befinden sich im Pazifischen Ozean 1.000 km vor der Küste Ecuadors. Pauschal kann man die verschiedenen Unterarten auch nach den verschiedenen Inseln und somit auftretenden Vegetationsunterschieden katalogisieren. Die sogenannten „Graser“ sind Tiere mit kuppelförmigem Panzer und leben auf den größeren Inseln mit üppiger Vegetation, in den regenfeuchten, höheren Regionen. Die Unterarten  mit sattelförmigem Panzer leben wiederum auf den kleineren und flacheren Inseln, mit spärlicher Vegetation und sehr heißem, trockenen Klima. Auf Inseln, wo mehrere Vegetationszonen vorkommen, leben auch verschiedene Unterarten.

Bekannt geworden ist der Lonesome George als einsamstes Reptil der Welt. Er war der letzte Überlebende der Unterart C. nigra abingdoni, welche einst die Insel Pinta bevölkerte. Forscher hofften noch auf einen Fund eines Geschlechtspartners auf der Insel Isabella, wo bereits einzelne Exemplare mit genetischen Merkmalen dieser Unterart entdeckt wurden. Leider ist George am 24.06.2012 verstorben, ohne Nachkommen hinterlassen zu haben.
Im Habitat der einzelnen Unterarten kann man viele verschiedene Vegetationsformen, wie zum Beispiel Dornenbüsche, Kakteen, Büsche und Laubwald, tropische Wälder mit dichtem Unterwuchs und mehr entdecken. Die erwachsenen Schildkröten findet man eher in den Zonen mit üppiger Vegetation. Besonders zur Zeit der Eiablage, gibt es jedoch auch viele Weibchen in den wärmeren Küstengebieten, wo dann auch die Jungtiere aufwachsen.

Vorkommen der Riesenschildkröten auf Inselgruppen
Nun stellt sich die Frage, warum solch Riesenschildkröten nur auf abgelegenen Inselgruppen vorkommen (Aldabra Atoll, Seychellen, Galapagos). Zur Beantwortung dieser Frage gibt es zwei Theorien.
1.    kleine Tiere wurden mit Treibgut angeschwemmt und entwickelten sich auf den Inseln zu Riesenformen (Obst 1985)
2.    Diese Riesenformen sind die letzten Überlebenden, eventuell sogar Verkleinerungsformen, ihrer einst weltweit verbreiteten Vorfahren. (Pitchard 1996, Caccone 1999)
Forscher ermittelten mit Genanalysen, dass die nächste Verwandte der Elefantenschildkröte oder Galapagos-Riesenschildkröte die Patagonische Landschildkröte (Chelonoidis chilensis) aus Südamerika sei und die Seychellen Riesenschildkröte stamme aus Madagaskar.

Ernährung
Da Schildkröten Pflanzenfresser sind, ernähren sich auch die Riesenschildkröten von Galapagos, je nach Unterart und Biotop von Gräsern, Kräutern, Kletterpflanzen, Büschen, Beeren, Flechten und Kakteen, vor allem Opuntien. Im Laufe der Evolution entwickelten die Tiere durch ihre unterschiedliche Ernährungsweise, verschieden geformte Panzer. So bekamen Unterarten, die sich hauptsächlich von Bodenbewuchs ernährten einen kuppelförmigen Panzer. Weil das Abfressen eines Busches einen größeren Bewegungsraum des Halses abverlangte, entwickelte sich bei der buschfressenden Unterart ein sattelförmiger Panzer.

Geschlechtsunterschiede und Fortpflanzung

Schildkröten Ei
Schildkröten Ei

Vergleichend mit den kleineren Landschildkröten weisen auch Riesenschildkröten einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus (deutliche Unterschiede im Erscheinungsbild, Verhalten oder in der Physiologie zwischen männlichen und weiblichen Individuen der gleichen Art, die sich nicht auf die Geschlechtsorgane selbst beziehen; siehe Wikipedia) auf. Die größeren Männchen besitzen einen längeren Schwanz und einen konkaven Bauchpanzer in Verbindung mit einem flacheren Rückenpanzer. Kurz vor der Geschlechtsreife, die erst mit 20-30 Jahren beginnt, treten diese sekundären Merkmale auf.

Von Dezember bis August paaren sich die Schildkröten und die Eiablage, welche die Weibchen an die Küstenregionen treibt, findet von Juni bis November statt.

Die Weibchen legen ungefähr 4 bis 17 Eier für 250 Tage in eine Nisthöhle. Ein Ei wiegt im Durchschnitt 80 bis 150 g. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungtiere noch bis zu einem Monat in der Nisthöhle. Meistens graben sich die kleinen Schildkröten nach einem Regen, wenn der Sand weich ist, gemeinsam an die Oberfläche.

Körpergröße, Höchstalter
Tiere die rezent frei leben, erreichen eine Panzerlänge von bis zu 95 cm (gebogene Panzerlänge, MacFarland 1974). Im Freiland gehaltene Tiere dagegen erreichen Panzerlängen von bis zu 134 cm (Stockmaß) und 290 kg. Das größte in Gefangenschaft lebende Männchen wog sogar 422 kg (Ebersbach 2001).
Galápagos-Riesenschildkröten werden oftmals sehr alt und erreichen oft weit über 100 Jahre.

Gefährdungssituation

Schildkröten Babies
Schildkröten Babies

Seitdem der Mensch in das Leben der Galapagos-Riesenschildkröte mit der Entdeckung der Galapagosinseln trat, verringerten sich die Bestände stark. Von 15 bekannten Unterarten, sind vier komplett ausgerottet. Schätzungen zu Folge sind in den letzten 2 Jahrhunderten Hunderttausende von Tieren getötet worden. Heute schätzt man den Bestand der rezenten Unterarten auf ungefähr 12.000 bis 15.000 Tiere.

Aus diesen Gründen wurde die Galapagos-Riesenschildkröte im Anhang A des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgelistet, das die höchste Schutzstufe ist.
Seit 1960 betreibt man auch auf den Inseln ein Artenschutzprojekt, die Charles Darwin Research Station, welche sich zum Ziel genommen hat, Jungtiere nachzuziehen und nach 3 bis 5 Jahren auszuwildern.

Eine weitere Aufgabe dieser Station ist es, eine der großen Bedrohungen der Schildkröten auf Galapagos einzudämmen. Schweine, Ziegen, Katzen und Ratten, die es ursprünglich nicht auf den Inseln gab, stellen gerade für das Gelege oder die Jungtiere eine große Gefahr dar. Außerdem dürfen eingeschleppte Pflanzen die einheimischen Pflanzen nicht verdrängen und somit die Nahrungsgrundlage der Schildkröten zerstören.

Möchten Sie sich selber einmal dieses einzigartige Naturparadies Galapagos ansehen? Hier finden Sie unsere Galapagos-Reisen.

(Quelle: Wikipedia, überarbeitet von SFR, Fotos: Ralph Sommer)

Im Oktober 2015 wurde einen neue Riesenschildkrötenart auf Galapagos entdeckt.

 

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