Orang Utan
Sommer Fernreisen Redaktion

Orang Utans – Meister im Bettenbau

 

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Tiere schlafen, aber nur Menschen gehen zu Bett? Von wegen! Britische Wissenschaftler von der University of Manchester haben jetzt Orang-Utans beim Bau ihrer Schlafnester beobachtet und dabei verblüffende Erkenntnisse gewonnen: Die rothaarigen Primaten scheinen wie Ingenieure beim Bau ihrer Schlafnester vorzugehen und dabei über ein recht ausgefeiltes technisches Fachwissen zu verfügen – sie basteln sich sogar Matratzen, Decken und Kopfkissen! Vom Bauprinzip her wählen die Menschenaffen für die Konstruktion der tragenden Teile besonders starke Äste aus, mit dünneren und biegsameren Ästen füttern sie ihr Nest dann aus.

Die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans sind Pflanzenfresser und leben auf den südostasiatischen Inseln Sumatra und Borneo. Das Forscherteam um Adam van Casteren hat nun für seine jüngsten Studien insgesamt 14 Schlafnester von Orang-Utans auf der indonesischen Insel Sumatra untersucht: die Nester wurden vermessen, die Belastungsfähigkeit einzelner Nestregionen getestet und die einzelnen verwendeten Äste genau unter die Lupe genommen. Die Schlafnester von Orang-Utans müssen tatsächlich einiges aushalten können, denn die Affen bringen bis zu 90 Kilogramm auf die Waage. Täglich bauen sie sich in den Baumkronen ein neues Nest zum Schlafen, das nicht nur als Nachtlager, sondern vermutlich auch zum Schutz vor Feinden und Parasiten dient.

Wie die Forscher herausfanden, wählen die Orang-Utans, deren malaiischer Name auf Deutsch „Waldmensch“ bedeutet, einen stabilen Seitenast als Grundlage ihrer luftigen Bettstatt aus. Darauf sitzend, biegen sie Äste und Zweige aus der direkten Umgebung nach innen zu einem zentralen Punkt. Die Affen brechen die dicken Äste jedoch nicht vollständig ab, sondern biegen diese nur, bis eine sogenannte Grünholzfraktur entsteht und die beiden Astteile an der Bruchstelle noch durch die Holzfasern miteinander verbunden sind. Dadurch wird eine extrem hohe Festigkeit erreicht.

In einem weiteren Schritt verweben die Affen die Äste so ineinander, dass eine ovale Grundstruktur entsteht. Zu guter Letzt kleiden sie das Nest mit dünneren und biegsameren Ästen aus, die sie von Bäumen abreißen. Sie bauen sich zum Beispiel eine „Matratze“, bei Bedarf sogar eine Decke oder ein Kopfkissen. Die Forscher schließen daraus, dass die technischen Kenntnisse bei der Auswahl des Baumaterials und bei der Bettkonstruktion mit jenen vergleichbar sein müssen, die für die Herstellung von Werkzeugen notwendig sind.

Die Wissenschaftler stellten auch fest, dass die Nestmitte eine größere Nachgiebigkeit aufwies als die äußeren Ränder, was für die Affen vermutlich einen höheren Schlafkomfort bedeutet. Die Orang-Utans scheinen nach Ansicht der Forscher also ganz genau zu wissen, welche Äste ideal für ein sicheres und bequemes Nest sind.

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(Quelle: Focus online; Bild: © tirot / pixelio.de)

 

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