Holi-Fest, Farbpulver
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Farbenrausch für den Frühling: Traditionelles Holi-Fest in Indien

 

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Je bunter, desto besser! Einmal im Jahr, zumeist im März, wenn im indischen Monat Phalguna der Vollmond den Wechsel vom Winter zum Frühling markiert, herrscht in Indien für einige Tage Ausnahmezustand. Dann sieht die halbe Nation aus, als wäre sie kopfüber in einen Farbkasten gefallen, denn dann feiert das Land Holi, auch „Fest der Farben“ genannt, eine Art indische Variante des Karnevals. Bei diesem Frühlingsfest sind Farben die wichtigste Zutat!

Das Festival gehört zu den wichtigsten Hindufesten und wird vor allem im Norden des Landes und in der Metropole Delhi ausgiebig zelebriert. Je nach Region dauert der kollektive Farbrausch mindestens zwei und bis zu zehn Tage lang an. Man feiert so den Sieg des Frühlings über den Winter, den Triumph des Guten über das Böse und ehrt die Götter. Deshalb wird mit Farbpulver umhergeworfen, gesungen und getanzt bis das letzte Grau des Winters verschwunden ist.

Holi-Fest in Indien
Junge beim Holi-Fest

Allerorts beschmieren und bewerfen sich Menschen gegenseitig mit parfümiertem Farbpulver, bis sie von Kopf bis Fuß bunt eingetaucht und bestäubt sind. Oder sie bespritzen sich mit farbgefüllten Wasserbomben oder -pistolen. Ähnlich wie bei uns im Karneval fallen alle sozialen Schranken – zwischen Mann und Frau, Arm und Reich, Jung und Alt – an Holi sind alle Menschen gleich, das strenge indische Kastensystem lockert sich während der Feiertage. Grenzen und Schranken spielen keine Rolle mehr. Hauptsache man ist bunt – so heißt es an Holi!

Um die Ursprünge des Holi-Festes ranken sich gleich mehrere Mythen und Legenden, die sich von Gebiet zu Gebiet unterscheiden. Manche Bräuche deuten auch darauf hin, dass es auf ein Fruchtbarkeitsfest zurückgeht. Das Spritzen mit gefärbtem Wasser könnte als Reminiszenz an Fruchtbarkeitsriten gedeutet werden, welche die Befruchtung der Erde durch den göttlichen Regen versinnbildlichen. Vielfach erinnert man sich heute aber gar nicht mehr an diesen Ursprung. Holi gilt daneben auch als Fest der Versöhnung, an dem alte Streitigkeiten beigelegt werden. Und es geht schlichtweg auch darum, unterdrückte Gefühle freizusetzen. Entsprechend ausgelassen tanzen und feiern die Gläubigen. Im größten Teil von Indien ist Holi jedenfalls vor allem eins: eine ausgelassene Farbenschlacht!

Das Holi-Fest begehen die Inder am Vorabend in ihren schönsten Gewändern, um sich am nächsten Tag in alten Kleidern bis zur Unkenntlichkeit mit Farbe zu bespritzen. Die Festtage beginnen vielerorts mit dem Entzünden von Freudenfeuern, um die Luft von bösen Geistern zu reinigen. Darin wird eine Strohfigur, die Holika (daher auch der Begriff Holi-Fest), verbrannt. Dies soll der Mythologie folgend an den kindlichen Prinzen Prahlada erinnern, der auf wundersame Weise der Dämonin Holika entfliehen konnte. Krischna besiegte und tötete der Legende nach die Dämonin, so dass sich der Boden von ihrem Blut rot einfärbte. Noch heute spielt deshalb die Farbe Rot eine so große Rolle beim Holi-Fest. Die anderen Farben sind offenbar eine spätere Zufügung, die entweder die Mannigfaltigkeit der Farben der Frühlingsblumen symbolisieren sollen oder lediglich das Konfetti westlicher Karnevalsfeste ersetzen. Sind Sie neugierig auf dieses facettenreiche Land geworden? Hier finden Sie unsere Indienreisen.

(Quelle: FAZ online; Fotos: REUTERS)

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