Meine Ecuadortour, Teil 3, 18.08.-26.08.17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

18.08. Canoa: Strandtag
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Der kleine Küstenort Canoa wurde im April 2016 von einem schweren Erdbeben getroffen; viele Hotels, Wohnhäuser und Restaurants wurden komplett zerstört. Noch heute sieht man die Auswirkungen. In einigen Häuserreihen klaffen Lücken, viele Häuser weisen Risse in den Mauern auf und es gibt zahlreiche Baustellen zur Errichtung neuer Gebäude. Kommt man mit Einheimischen ins Gespräch, erzählen sie oft traurig von ihren ehemals großen Hotels und wie mühsam das Leben seit dem Erdbeben für sie war. Umso erstaunter war ich, wie lebendig – und auch fröhlich – der kleine Ort ist; sowohl tagsüber als auch abends sind die sandigen Straßen von Einheimischen und Touristen bevölkert, am Strand befinden sich zahlreiche Bars, die Spezialitäten aus dem Meer sowie Cocktails verkaufen und überall ist Musik zu hören. An meinem ersten Tag in Canoa machte ich einen Bummel durch den Ort, entspannte am Strand und unternahm einen langen Strandspaziergang. Abends genoss ich ein leckeres Fischmenü unter Palmen am Strand.

19.08. Canoa: San Vicente und Bahía de Caráquez
Am darauffolgenden Tag unternahm ich einen Ausflug in das nur 15 km entfernten San Vicente. Dort spazierte ich an der Uferpromenade entlang und überquerte anschließend die 1,98 km lange Brücke, die die Kleinstadt mit Bahía de Caráquez verbindet. Ursprünglich war der Ort eine Touristenhochburg mit zahlreichen teuren Hotels und einer schicken Strandpromenade. Jetzt waren die Straßen fast menschenleer und die wenigen Hochhäuser, die noch standen, leerstehend und teilweise einsturzgefährdet. Nur wenige Hotels hatten bereits wieder geöffnet oder waren wieder aufgebaut. Auch der Strand war ziemlich verlassen, aber wunderschön. Von einem Aussichtspunkt bei einem Hügel der Stadt konnte ich Bahía de Caráquez, San Vicente und die Umgebung überblicken. Anschließend kehrte ich wieder in das konträre Canoa zurück, wo abends am Strand unter Palmen getanzt wurde.

 

20.canoa-strand208. Canoa: Strandtag


21.08. Quito: centro histórico und mariscal
Nach einem weiteren Strandtag in Canoa fuhr ich wieder zurück in die Anden nach Quito. Dort unternahm ich am ersten Tag einen Rundgang durch die koloniale Altstadt mit ihren zahlreichen eindrucksvollen Kirchen. Die historischen Bauten und die kleinen Gässchen gefielen mir auf Anhieb. Jeden Montag um 11 Uhr findet die pompöse Wachenablösung mit Kapelle und Reitern vor dem Parlament statt, die ich mir ansah. Sogar der Präsident Lenin Moreno winkte der Menge vom Balkon aus zu. Nachmittags spazierte ich durch Mariscal, ein modernes, bei Touristen sehr beliebtes Viertel. Dort gibt es viele Bars und einen großen Kunsthandwerkmarkt, auf dem man unter anderem Woll- und Lederwaren günstig erwerben kann.

 

 

 

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22.08. Quito: Mitad del Mundo und Krater Pululahua
Am nächsten Tag fuhr ich zur Mitad del Mundo (Mitte der Welt), so nennen Ecuadorianer die Äquatorlinie nördlich von Quito. Dort erfuhr ich im interaktiven Museum Sitio Intinan einiges über die indigene Bevölkerung Ecuadors sowie Mythen und Fakten bezüglich des Äquators. Beispielsweise ist es einem fast unmöglich, auf der Äquatorlinie mit geschlossenen Augen geradeaus zu laufen. Man schwankt und verliert das Gleichgewicht, als ob man von der Süd- und Nordhalbkugel jeweils magnetisch angezogen würde. Nach dem Museumsbesuch ging es weiter zum Krater Pululahua, dem einzigen Vulkankrater weltweit, indem Landwirtschaft betrieben wird und Menschen leben. Von einem Aussichtspunkt am Kraterrand hatte ich einen tollen Blick in den Krater, in welchen ich anschließend hinunterwanderte. Nach einem Picknick im Krater, umgeben von Vogelgezwitscher und duftenden Pflanzen, machte ich mich wieder an den anstrengenden Aufstieg und zurück nach Quito.

23.08. Quito: Parque Carolina und Jardín Botánicoparque-carolinarose-botanischer-garten
An meinem letzten Tag in der Hauptstadt unternahm ich einen Ausflug in den großen Park Carolina, der mit vielen gepflegten Grünflächen, einer künstlichen Lagune mit Tretboten, Spielplätzen und Imbissbuden eine Oase der Erholung inmitten der verkehrsreichen Großstadt bildet. Zum Park gehört auch ein sehr interessanter Botanischer Garten, den ich besuchte. In diesem sind die verschiedenden Vegetationszonen Ecuadors nachgestellt und erklärt. Zudem gibt es unter anderem ein Orchideenhaus, einen wunderbar duftenden Rosengarten und eine Bonsai-Ausstellung. Nachmittags fuhr ich weiter in den Norden Ecuadors nach Otavalo.

24.08. Otavalo: Lagune Cuicocha
Von dort machte ich mich am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein zum Kratersee Cuicocha auf. An dem malerischen See mit seinem satten Blau konnte ich mich gar nicht satt sehen. Auf einem 14 km langen Pfad umrundete ich die Lagune. Es ging steil hoch und runter auf einer Höhe von über 3.000 m über dem Meeresspiegel, doch die Anstrengung merkte ich bei dem ständigen Anblick des Kratersees, der grünen, abwechslungsreichen Natur sowie der umliegenden Berge kaum. Neben dem benachbarten Vulkan Imbabura konnte ich sogar den schneebedeckten Vulkan Cayambe in der Ferne erkennen.

25.08. Otavalo: El Lechero und See San Pablo
Am nächsten Tag wanderte ich zu El Lechero, einem knorrigen Baum auf einem Hügel unweit der Stadt, der als Aussichtspunkt dient. Der Weg führte mich an kleinen Höfen und Feldern, auf denen Landwirtschaft betrieben wird, vorbei. Oben angekommen wurde mir die Sicht leider größtenteils durch Wolken versperrt, dennoch lohnte sich der Weg für die friedvolle Stille. Anschließend wanderte ich auf der anderen Seite des Hügels bergab zum See San Pablo. Nach einem Picknick am Ufer des Sees mit Blick auf die Anden machte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Otavalo.
26.08. Otavalo: Markt
Mein letzter Tag in Ecuador fiel ausgerechnet auf einen Samstag: wöchentlich findet dann der größte Indiomarkt Lateinamerikas in Otavalo statt. Morgens machte ich zunächst einen Abstecher zum Viehmarkt am Rande der Stadt, auf dem hauptsächlich Hühner, aber auch Meotavalo-markterschweinchen, Hasen und andere Kleintiere größtenteils lebend, teilweise bereits tot, verkauft werden. Der Anblick der (Ver-)Käufer, die beispielsweise mit einem Huhn in jeder Hand umherliefen, war doch etwas sonderbar. Danach lief ich weiter zur Plaza de los Ponchos, dem Hauptplatz in Otavalo. Dort reihte sich ein Stand neben den anderen. Aber auch in den anliegenden Straßen setzten sich die Verkaufsstände scheinbar endlos fort und überall herrschte dichtes Gedränge. Am meisten wurde Stoffware verkauft, z. B. Schals oder Decken aus Alpacawolle, aber auch Musikinstrumente, Keramik, Schlüssenanhänger und vieles mehr. Ich konnte mich an den wunderschönen, meist handgefertigten Waren gar nicht sattsehen und mir gefiel das bunte Treiben in der Stadt.  Handeln ist ein absolutes Muss – dann kann man tolle Schnäppchen ergattern.

Nach 6 Monaten in Ecuador, in denen ich so viel von diesem vielfältigen Land gesehen habe, kann ich gar nicht mehr sagen, welche Orte mir am besten gefallen haben. Highlights meiner Reise waren aber eindeutig die Quilotoa-Wanderung, die Tour in den Dschungel sowie der Ausflug zur Isla de la Plata. Insgesamt ist die Natur in Ecuador atemberaubend! Die Einheimischen sind so freundlich und hilfsbereit, dass man sich stets willkommen fühlt. Und egal für wen – ob Wanderer, Gipfelstürmer, Tierliebhaber, Kulturinteressierte oder einfach nur für Reisende, die am Strand entspannen wollen: In Ecuador findet jeder genau das Richtige.

 

hier geht es zu meinem 1. Teil Bericht

hier geht es zu meinem 2. Teil Bericht

 

 

 

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