Carolina Fenner: Mein Ausflug in den Bergnebelwald bei Mindo (22. bis 24. Juni 2017)

Ein weiterer Kurztrip während meines Praktikums in der Hostería Sommergarten in Sangolquí führte mich nach Mindo. Zahlreiche Hotelgäste hatten mir schon von ihrem Aufenthalt dort erzählt und meine Reiselust geweckt. Also machte ich mich nach Feierabend auf den Weg dorthin. Die Busfahrt von Quito nach Mindo führte durch eine beeindruckende Landschaft. Je länger die Fahrt dauerte, desto waldiger und nebliger wurde es. Nach genau zwei Stunden kam ich in Mindo an und wurde, ganz das Klischee des Bergnebelwaldes erfüllend, mit Regen begrüßt. Ich begab mich deshalb direkt zu meiner Unterkunft, der Yellow House Lodge, wo ich von der sehr freundlichen Besitzerin herzlich begrüßt wurde. Am nächsten Tag traf ich mich früh morgens mit einem schwedischen Backpacker, den ich auf der Busfahrt kennengelernt hatte. Gemeinsam wanderten wir zur Tarabita, einer Seilbahn, die uns auf einer spektakulären Fahrt über ein Tal brachte. Auf der anderen Seite angelangt, wanderten wir zu verschiedenen Wasserfällen. Diese waren zwar längst nicht so spektakulär wie die, die ich bereits in Baños gesehen hatte, dafür war die Wanderung selbst umso schöner. Die Pfade führten auf und ab durch den Bergnebelwald, der Ähnlichkeiten mit einem Urwald hat. Wir konnten verschiedene Tiere, unter anderem Kolibris, bunt schillernde Schmetterlinge und Frösche, beobachten. Nach insgesamt sechs Stunden Wanderung gelangten wir wieder ins Dorf. Nachmittags nahmen wir an einer Kakao-Führung bei Yumbos Chocolate teil (sehr zu empfehlen!). Uns wurden die verschiedenen Kakaosorten Ecuadors gezeigt und alles über den Anbau bis hin zur Herstellung von Schokolade erklärt. Wir konnten Kakaobohnen in den verschiedenen Stadien probieren sowie verschiedene Schokoladensorten, z. B. Zartbitterschokolade mit Zitronengras – sehr lecker! Außerdem gab es frische Brownies und heiße, ungesüßte Schokolade, die frisch gekocht wurde. Diese hat einen ganz anderen Geschmack als die Trinkschokolade, die wir kennen.

Am nächsten Tag unternahm ich eine Wanderung auf den selbstführenden Pfaden der Yellow House Lodge. Nach kurzer Zeit hatte ich wieder das Gefühl, im Dschungel zu sein. Ich war umgeben von Farnen, Bäumen, Insekten und Vogelgezwitscher und musste mir meinen Weg manchmal regelrecht frei kämpfen. Von einer Aussichtsplattform hatte ich eine tolle Sicht über den Bergnebelwald und Mindo. Wieder zurück in der Lodge musste ich dann leider auch schon den Heimweg antreten.