Mein Dschungelabenteuer in der Siona Lodge in Ecuador

 

15.05. bis 18.05.2017

Nach zweieinhalb Monaten Praktikum in der Hostería Sommergarten in Sangolquí/Ecuador hieß es: Rucksack packen und auf in den Dschungel, von dem mir schon so viele Touristen, die bei uns in der Hostería zu Gast waren, vorgeschwärmt und Bilder gezeigt hatten. Vor meiner Reise war ich ziemlich aufgeregt und zugegeben auch etwas ängstlich vor den vielen Tieren.

 

 

 

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Babyanakonda

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Äffchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Dschungel-Stadt Lago Agrio im sogenannten Oriente von Ecuador traf ich auf meine netten Mitreisenden: 2 Französinnen und 5 Australier. Wir fuhren mit einem Kleintransporter eine kurvenreiche Strecke zum Eingang des Naturreservats Cuyabeno, wo wir in ein Motorkanu umstiegen. Auf der zweieinhalb-stündigen Bootsfahrt konnten wir bereits unzählige Tiere beobachten und bestaunen, unter anderem eine Babyanakonda, Totenkopfäffchen und verschiedene Vögel. Kurz nach Ankunft in der Siona Lodge ging es wieder auf’s Boot, um einen malerischen Sonnenuntergang von der Lagune direkt neben der Lodge zu erleben. Ich war beeindruckt, wie viel weiter und vor allem dreidimensional der Himmel wirkte. Anschließend ging es zurück zur Lodge, um im Dunkeln einen ersten Spaziergang durch den Urwald zu unternehmen. Ausgerüstet mit Gummistiefeln und Taschenlampen folgten wir unserem Guide, der uns auch nach kurzer Zeit schon die erste Vogelspinne zeigte. Auf unserem weiteren Weg sahen wir noch weitere unzählige Spinnen, Insekten, Frösche, eine kleine Schlange und eine Maus, die nach den anderen exotischen und teils giftigen Tieren seltsam fehl am Platz wirkte. Zurück in der Lodge erwartete uns ein leckeres ecuadorianisches 3-Gänge-Menü. Nach dem Abendessen erlebten wir ein, wenn nicht sogar das Highlight unserer Dschungeltour: Eine ausgewachsene Anakonda kam aus dem Wasser langsam den Steg zur Lodge empor. Die mehrere Meter lange, züngelnde Schlage zu beobachten, war tief beeindruckend. Unser Guide hat sie dann aber mithilfe der anderen Lodge-Mitarbeiter vorsichtig wieder ins Wasser geführt, damit wir nach diesem erlebnisreichen Tag beruhigt schlafen konnten, begleitet von den immerwährenden lauten Dschungelgeräuschen.

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Spinne

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Tukan

 

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Am nächsten Tag unternahmen wir, nachdem wir während des Frühstücks schon Affen in den Bäumen bei deren Frühstück zuschauen konnten, eine vierstündige Dschungelwanderung. Mit unseren Gummistiefeln stapften wir durch den Wald und wateten durch teils kniehohen Schlamm. Neben den vielen verschiedenen Pflanzen zeigte unser Guide uns allerlei Insekten und Vögel, darunter sogar einen Tukan. Einmal hörten wir einen Tapir davonrennen und konnten seinen Fußstapfen folgen. Gesehen haben wir ihn leider nicht. Auf dem Spaziergang haben wir auch gelernt, dass man im Dschungel Geduld braucht. Die Tiere zeigen sich nicht uns Menschen, wenn wir das wollen; die freie Natur ist schließlich kein Zoo. Wir müssen uns den Tieren anpassen, leise warten und brauchen dazu noch eine kleine Portion Glück.

Nachmittags unternahmen wir eine Bootsfahrt, auf der wir zahlreiche bunte Papageien, Affen sowie ein Faultier beobachten konnten und sogar die Schwanzflossen mehrerer rosa Flussdelphine sahen. Nach einem erfrischenden Bad in der Lagune, begleitet vom spektakulären Sonnenuntergang, fuhren wir mit Taschenlampen erneut mit dem Boot raus, um Kaimane zu entdecken. Und tatsächlich sahen wir mehrere leuchtend rote Augenpaare aus dem Wasser auftauchen.

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Neben dem höchsten Baum des Urwalds

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Schamane beim Blasrohrschießen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag stand ein Ganztagsausflug zur indigenen Kommune Siona auf dem Programm, wo wir unter Anleitung das traditionelle Yuca-Brot backten. Dannach konnten wir auf einem kleinen Spaziergang den höchsten Baum des Urwalds bestaunen, der ca. 45 m hoch ist. Anschließend empfing uns ein Schamane in einer Hütte. Er erzählte uns, wie man zu einem Schamanen wird und was seine Arbeit beinhaltet. Zum Abschluss zeigte er uns das Blasrohrschießen und wir durften uns alle einmal darin probieren. Nach unserer Rückkehr zur Lodge konnten wir ein letztes Mal bei Sonnenuntergang in der Lagune baden. Gerade im Wasser rief uns unser Guide allerdings schon wieder raus, da eine, ca. zwei Meter lange, Schlange auf dem Wasser direkt auf uns zu kam! Kaum wieder im Boot, war sie auch schon dort, wo wir gerade noch gebadet hatten. Der Guide einer anderen Reisegruppe nahm sie aus dem Wasser, um Sie uns allen aus der Nähe zu zeigen. Trotz zwei kleiner Bisse war er überglücklich und meinte, dass sie eine der schönsten Schlangen wäre, die er in 15 Jahren Arbeit im Dschungel gesehen habe. Nach diesem aufregenden Erlebnis schliefen wir ein letztes Mal in den gemütlichen Holzhütten, begleitet vom nächtlichen Dschungelkonzert. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Motorkanu, diesmal durch strömenden Regen – zu Recht wird der Amazonas auch Regenwald genannt! – zurück zur Anlegestelle, wo der Bus bereits auf uns wartete, um uns zurück zu Lago Agrio zu bringen. Dort endete diese erlebnisreiche, unvergessliche Dschungelreise!

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Yuca Brot backen, Siona-Kommune

 

Autorin: Unsere Praktikantin Carolina Fenner
Bilder: Carolina Fenner
Hier finden Sie den Urwaldaufenthalt Siona Lodge