Kurzbericht: Reise nach Nicaragua, Honduras, El Salvador und Guatemala (11. Februar bis 11. März 2017)

Gut vier Wochen ist es nun schon her, dass wir nach einer gut organisierten, gut verlaufenen und ebenso gut abgeschlossenen Reise aus Zentralamerika zurückgekehrt sind. Da wird es höchste Zeit, einen kurzen Rückblick schriftlich festzuhalten.

1. Nicaragua haben wir als ein sicheres Land (man sieht keine Polizei und kaum Militär, aber Sicherheitsdienste) mit sehr freundlichen Menschen erlebt. Das Land bietet genügend Natur- und Kulturschätze, um einen Aufenthalt von vier Wochen zu empfehlen. Die Naturschönheiten werden nur überboten durch die ausgezeichneten Straßen. Ich habe noch kein Land (Deutschland eingeschlossen) erlebt, in dem alle Straßen in einem so guten Zustand sind wie in Nikaragua. Auch die Straßenränder sind sauber; man wirft (fast) nichts einfach aus dem Auto.

reisebericht-emde-2017-solentinameEine lustige Begebenheit am Rande: Wie Sie wissen, stand der Archipel Solentiname mit der gleichnamigen, von Ernesto Cardenal gegründeten christlich-kommunistisch-kulturellen Gemeinschaft ganz oben auf unserer Interessenliste; wir hätten uns natürlich sehr gefreut, wenn wir ihm dort begegnet wären. Zwei Tage nachdem wir wieder zu Hause waren, lesen wir in der hiesigen Zeitung, dass Ernesto Cardenal in Polch, einem kleinen Eifel-Ort, etwa 20 km von Mülheim-Kärlich entfernt, aufgetreten ist. Ihm war von der Universität Wuppertal die Ehrendoktorwürde verliehen worden, und in einem kirchlich-musikalischen Zusammenhang ist der 92-Jährige dann hierher gekommen. Ich hätte mit dem Fahrrad zu ihm fahren und mir die weite Reise nach Nicaragua ersparen können!

 

2. Honduras haben wir lediglich an einem Tag durchquert, so dass wir nicht viel beurteilen können. Neu für uns und auch einmalig: Wir mussten bei der Einreise von Nicaragua den internationalen Impfpass vorlegen, weil wir vor zwei Jahren in Kolumbien waren. Das Ganze erschien uns allerdings eher als ein Vorwand, um ein Bakschisch zu ergaunern; die Volkshygiene und -gesundheit waren wohl nicht der Antrieb.

3. El Salvador ist wie Nicaragua ein touristisches Juwel, allerdings noch nicht so erschlossen. Es ist auch nicht so sauber, aber freundlich und friedlich sind die Menschen uns auch hier begegnet. Wir erlebten auch einen Karnevalsumzug, was für uns Rheinländer natürlich eine besondere Ausstrahlung hat.

Nicht optimal war hier, dass wir fünf Tage hintereinander den gleichen Reisebegleiter hatten; das kann sehr anstrengend sein, zumal Joaquin, der in Bezug auf Geschichte, Geologie, Vulkanismus, Ethnologie usw. zwar ehr beschlagen, aber nicht sehr kommunikativ war. Das macht das Zusammensein mühevoll.

 

 

reisebericht-emde-2017-antigua4. Guatemala hatten wir 1990 von USA kommend zum letzten Mal besucht. Mit einem Bummel durch das Zentrum von Guatemala Stadt verbrachten wir den Ankunftstag; am zweiten und letzten Tag unserer Reise erlebten wir Antigua neu. Wir heuerten einen Taxifahrer an, der uns morgens hin- und abends wieder zurückchauffierte (80 $). Er fuhr mit uns noch auf einen nahe gelegenen Berg, von wo wir ein wunderbares Panoramabild der Stadt und der Vulkane geboten bekamen.

 

5. Sonstiges

· Nach unserer Erfahrung und dem Erfahrungsaustausch mit anderen Reisenden ist Nicaragua nicht nur ein wunderschönes, sondern auch ein sicheres Reiseland; die vielen Warnungen vor diesem Land erscheinen uns unzutreffend und vielleicht eher politisch als faktisch motiviert zu sein. Wir würden das nächste Mal auf jeden Fall ein Mietauto nehmen und als Selbstfahrer das Land erkunden – übrigens auch in El Salvador. Die vielen Grenzübertritte und das mehrtägige Verweilen an jeweils einem Ort rechtfertigte aber auf jeden Fall die von Ihnen vorgeschlagene Lösung mit Fahrer.

· Wir hatten mehrmals gebeten, in das Reiseprogramm kulturelle Angebote einzubeziehen, das entspricht unserem Reiseinteresse und auch Ihrem grundsätzlichen Gestaltungsangebot. Das kam allerdings zu kurz. Eher durch Zufall erlebten wir in Granada öffentliche Dichterlesungen, in Somoto eine Fiesta Cultural mit dem oben erwähnten Karnevalsumzug; in Managua gibt es unter anderem ein klassisches Theater usw. Solche kulturellen oder folkloristischen Darbietungen sind uns auf der Reise entgangen. Schade!

· Summa summarum war die Reise durch vier Länder in vier Wochen eine gelungene und lange in guter Erinnerung bleibende Tour. Wir haben damit die Spange zwischen dem Norden und dem Süden des gesamtamerikanischen Kontinents geschlossen.

· Wir danken Ihnen für die qualitativ hochwertige Reiseplanung, die ausgesprochen gute Betreuung vor Ort mit ausgezeichneter zeitlicher Abstimmung bei den Grenzübertritten und der Auswahl der Hotels. Jetzt bleibt uns noch eine Lücke zu schließen: Im nördlichen Teil Chiles ist die Strecke zwischen Val Paraiso und Antofagasta noch ein ‘weißer‘ Fleck auf unserer Panamericana-Reise. In diesem Zusammenhang werden wir demnächst wieder auf Sie zukommen.

Klaus Peter und Rita Emde

Mülheim-Kärlich, den 22. April 2017