Reiseblog Carolina Fenner, Baños vom 04.04. bis 07.04.17

Seit nun etwas mehr als einem Monat arbeite ich als Praktikantin in der Hostería Sommergarten in Sangolquí. Meine erste Reise allein führte mich in das kleine Städtchen Baños, das zu Füßen des noch aktiven Vulkans Tungurahua kurz vor dem Dschungel im Osten Ecuadors liegt. Die Stadt ist ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt, vor allem für Backpacker. In dem Hostel, in dem ich unterkam, traf ich auf Reisende aus den verschiedensten Ländern, die mir spannende Geschichten von ihren Unternehmungen in Lateinamerika erzählt haben. Oftmals wurde ich darum beneidet, bei meiner Arbeit in der Hostería in die Kultur und Sprache des Landes eintauchen zu können. Viele Backpacker kommen trotz monatelanger Reisen nämlich nur selten in Kontakt und Austausch mit Einheimischen.

Baños bietet eine Vielzahl an, vor allem sportlichen, Aktivitäten. Am ersten Tag habe ich mich zwei anderen Deutschen angeschlossen. Wir sind gemeinsam mit dem Mountainbike zum Mirador Bellavista hochgefahren, von wo wir einen tollen Blick auf die Stadt hatten. Weiter steil bergauf und durch strömenden Regen ging es zur Touristenattraktion Casa del Árbol, einem Baumhaus auf 2.600 m über dem Meerespiegel (800 m höher als Baños). Oben angekommen, befanden wir uns zunächst über dichten Wolken. Am Baumhaus befinden sich Schaukeln, sodass wir über den Wolken schaukeln konnten – ein tolles Gefühl. Nach einer kleinen Verschnaufpause von der anstrengenden Fahrt klarte es langsam auf und schließlich kam die Sonne hervor, sodass wir eine wunderschöne Sicht auf die umliegenden Berge hatten. Aufregend war dann auch die Talabfahrt, bei der wir für die mühsame Hinfahrt belohnt wurden. Nachmittags haben wir noch einen gemütlichen Bummel durch die Stadt unternommen. Allerdings gibt es in Baños außer zwei schönen Plätzen und einem kleinen Markt nicht viel zu sehen. Es wimmelt von Agenturen, die einem alle möglichen Touren verkaufen möchten sowie Souvenirläden, Hostels und Hotel

 

 

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Mirador Ojos del Volcán

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Mirador Ojos del Volcán

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An meinem zweiten Tag unternahm ich mit einer Kanadierin eine Mountainbiketour zu dem 18 km entfernten, berühmten Wasserfall Pailon del Diablo. Die Strecke besteht überwiegend aus aufregenden Abfahrten. Zwischendurch muss man auf kurzen, steilen Anstiegen aber kräftig in die Pedale treten. Nach einem kurzen Abstieg zum Wasserfall hatten wir einen überwältigenden Anblick auf die tosenden Wassermassen und nahmen unfreiwillig eine kleine Dusche, so weit spritzt das Wasser. Nach weiteren 2 km erreichten wir den nächsten Wasserfall, die Cascada Machay. Auch dieser hohe Wasserfall ist ziemlich beeindruckend. Während meine Begleiterin genug von der Fahrradtour hatte und nach Baños zurückkehrte, fuhr ich die restlichen 40 km bis in die Urwaldstadt Puyo. Die steilen Anstiege auf der Strecke ließen mich ziemlich ins Schwitzen kommen. Belohnt wurde ich aber stets durch lange Abfahrten, bei denen mir der Wind um die Ohren sauste. Interessant waren die Veränderungen der Vegetation und des Klimas. Je näher ich Puyo kam, desto mehr tropische Pflanzen konnte ich entdecken und zunehmend mehr Vogelgezwitscher hören. Außerdem wurde es immer wärmer und schwüler. In Puyo angekommen, nahm ich erschöpft, aber glücklich, den Bus zurück nach Baños.

 

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Baños Canyon

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Baños bei Nacht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An meinem dritten und letzten Tag unternahm ich, wieder mit einer Reisenden, die ich im Hostel kennengelernt hatte, eine Wanderung zum Aussichtspunkt Ojos del Volcán. Der steile Weg führte uns vorbei an Feldern mit der Frucht tomate de árbol und zahlreichen Kürbissen. Unterwegs gesellte sich ein Hund zu uns, der uns den Rest des Weges begleitete. Oben angekommen, konnten wir den Vulkan Tungurahua leider nicht sehen, weil es bewölkt und regnerisch war. Dafür schaukelten wir wieder über den Wolken – diesmal jedoch ganz alleine ohne andere Touristen um uns rum. Die schlechte Sicht trübte unsere Laune nicht, da über und in den Wolken eine ganz besondere, fast mystische Atmosphäre mit einer einzigartigen Stille herrschte. Nach unserer Ankunft in Baños entspannten wir unsere müden Beine in einem Thermalbad, das sich unter freiem Himmel direkt neben einem Wasserfall befindet und mit Wasser aus natürlichen Quellen gespeist wird. Ein Bad im heißesten Becken mit 41 °C war eine richtige Wohltat nach den letzten sportlichen Tagen und ein ruhiger Ausklang meiner wunderschönen kleinen Reise innerhalb Ecuadors.

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Baños Canyon

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Baños Wasserfall

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder und Praktikumsbericht von Carolina Fenner

Praktikum in Ecuador