Bergsteiger Paradies Ecuador–Chimborazo

 

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Teil 3: Bergsteiger Paradies Ecuador

vom 25.-26. Okt. 2016

Unser dritter Gipfel: Vulkan Chimborazo 6310 m, der höchste von Ecuador

Erfahrungsbericht von Olivia Haessig

 

 

Gemeinsam mit meiner Familie bestieg ich zuerst den Vulkan Illiniza Norte, dann den Cayambe und schließlich den höchsten Gipfel in Ecuador, den Chimborazo.

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Das erste Refugium Hermanos Carrel auf 4.800 m, wo wir einquartiert waren. Kalt war es bei unserer Ankunft und dichter Nebel legte sich über die karge Berglandschaft.

Mit dem Pickup wurden wir zum ersten Refugium Hermanos Carrel auf 4800 m gefahren, wo wir uns einquartierten. 200 Höhenmeter weiter oben befindet sich das zweite Refugium Edward Whymper. Alexander von Humboldt hielt den Chimborazo für den höchsten Berg der Welt, tatsächlich ist er dies – aber nur vom Erdmittelpunkt aus gerechnet. Beim Versuch den Vulkan zu besteigen gerieten von Humboldt und seine Begleiter Aimé Bonpland und Carlos Montúfar am 23. Juni 1802 in einen heftigen Schneesturm und erreichten so nicht den Gipfel, aber die beachtliche Höhe von etwa 5.700 m, eine Meisterleistung in der damaligen Zeit. Dem Erstbesteiger des Matterhorns, Edward Whymper, gelang es dann 1880 auch den Gipfel des Chimborazo als Erster zu bezwingen. So erhielt das Refugium zu Ehren seines Erfolges dessen Namen.

Wir bereiteten in der Carrel-Hütte unser Nachtlager und die benötigte Ausrüstung für den Chimborazo vor. Nebst wärmster Kleidung und Bergschuhen, gehörten dazu auch Steigeisen, Klettergurt, Pickel und Stirnlampe.

clip_image004Bevor wir um 18 Uhr unser Abendessen einnahmen, erkundeten wir noch etwas die Umgebung. Dichter Nebel kam auf, so dass man nur die nähere Umgebung sehen konnte. Bereits war es kalt und so mochten wir uns dann nicht zu lange im Freien aufhalten. Dass die Tour kein Spaziergang werden wird, war uns allen klar. Aber als wir die Tafeln sahen, die man zu Gedenken der zahlreichen Bergsteiger aufrichtete, die in jedem Jahr tödlich verunglückten, wurde man schon nachdenklich. Da brachten uns die wildlebenden zierlichen Vikuñas, welche sich zahlreich um das Refugium aufhielten, rasch auf andere Gedanken.

Nach ein paar wenigen Stunden Schlaf, wurde uns ein Frühstück und heisser Tee serviert. Nach dieser Stärkung, waren wir um Mitternacht bereit zum Abmarsch. Das Wetter war wieder optimal. Die Sterne strahlten klar wie Diamanten am Nachthimmel. Es war traumhaft. Mit langsamen Schritten ging es voran. Nur keine unnötige Energie verbrauchen. Nach einer Stunde erreichten wir das zweite Refugium auf 5.000 m.

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Beim ersten Gipfel Ventimilla (6.275 m) angekommen, war unser Ziel, der Wympergipfel (6.310 m) in greifbarer Nähe. Bereits ging die Sonne auf und erwartete uns schon auf dem höchsten Punkt von Ecuador.

Bald darauf ging es mit den Steigeisen weiter über den Gletscher, der kein Ende nehmen wollte. Steil ging es hinauf. Schritt für Schritt kämpften wir uns weiter, dem ersehnten Ziel entgegen. Es strengte uns unglaublich an. Auch mental war es eine absolute Herausforderung, weil einfach kein Ende und kein Gipfel in Sicht war. Legten wir jeweils eine kurze Pause ein, nutzten wir dabei die Gelegenheit, auf das funkelnde Lichtermeer von Riobamba zu blicken.

Die Freude war dementsprechend gross, als wir endlich den ersten Gipfel Ventimilla (6.275 m) erreichten. Bereits kam die Sonne und ermöglichte uns einen herrlichen Anblick auf die Schneelandschaft zum Hauptgipfel hin. Nun war das Endziel in sichtbarer Nähe. Mit letzter Kraft bewältigten wir auch noch den letzten Abschnitt. Nie werde ich diesen Moment vergessen, als wir auf dem Wympergipfel (6.310 m) ankamen. Die Emotionen über den gemeinsamen Erfolg und der atemberaubende Anblick auf die umliegenden Berggipfel, lies uns alle Strapazen der vergangenen Stunden vergessen.

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Die Freude über den gemeinsamen Gipfelerfolg war gewaltig. Das liess uns den eisigen Wind beinahe vergessen.

Nach dem wir diesen Glücksmoment vollends ausgekostet hatten, machten wir uns an den Abstieg, der nochmals 4 – 5 Stunden unsere Kräfte forderte. Es ging über den steilen Gletscherrücken zurück. Leider war auch dies nicht ohne Anstrengung zu meistern. Pausen waren sehr willkommen. Trotzdem durften wir nicht zu lange verweilen, denn es konnte durch die morgendliche Schneeschmelze gefährlich werden. Auch bestand die Gefahr von Steinschlag, als wir später auf einem felsigen Wegabschnitt unterwegs waren. Als wir uns endlich den Steigeisen entledigen konnten, war das Refugium Wymper nicht mehr weit entfernt.

 

Mit müden Beinen kamen wir schliesslich im Refugium Carrel an. Nachdem wir insgesamt 12 Stunden unterwegs waren. Wir setzten uns an die Sonne, vor dem Refugium und ruhten uns von der gewaltigen Tour aus. Es vergingen einige Minuten, bis wir uns aufrafften, unsere Sachen zu packen, damit wir losfahren konnten, denn nun folgten erholsame Tage, die wir auch wirklich nötig hatten.

 

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Ein atemberaubender Anblick war der Verdienst unserer Anstrengung. Unverkennbar zeigte sich uns auch der Cotopaxi in der Ferne.

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Wie bereits beim Aufstieg, passierten wir auch beim Rückweg das zweite Refugium Eduard Wymper (5.000 m). Da war klar, wir hatten es bald geschafft, unser Lager war nicht mehr weit und man sah sich schon bei einer kalten Cola an der Sonne sitzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie bereits beim Aufstieg, passierten wir auch beim Rückweg das zweite Refugium Eduard Wymper (5.000 m). Da war klar, wir hatten es bald geschafft, unser Lager war nicht mehr weit und man sah sich schon bei einer kalten Cola an der Sonne sitzen.

 

 

Bilder und Erfahrungsbericht von Olivia Haessig.

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