Kolumbien-Panama Reise, 30 Tage

 

Unsere Reisen finden Sie unter www.sommer-fern.de

 

Sehr geehrter Herr Sommer,

endlich siegen mein schlechtes Gewissen und die Mahnungen meiner Frau über Bequemlichkeit und (vorgeschobene) andere Verpflichtungen. Hier nun also der überarbeitete Bericht über reisetechnisch wesentliche Aspekte unserer Tour, die sowohl für Sie als auch für andere Kolumbien-Reisende förderlich sein können.

Wenn wir hierbei Dinge nennen, die nicht optimal gelaufen sind, sind das keine Klagen, sondern Informationen zur iterativen Verbesserung Ihrer Reiseangebote. Denn wir hatten ja schon am Telefon bestätigt, dass ‘leider‘ nichts zu beklagen ist. Den Dres Steltner haben wir natürlich bereits gedankt für die Empfehlung.

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1. Bei der Ankunft in Bogota mussten wir uns ein Taxi zum Hotel nehmen, da wir mit AVIANCA und nicht mit Lufthansa ankamen, worauf der Mitarbeiter Ihrer Agentur vor Ort eingestellt war.

2. Das Hotel CASA DECO war ein erster, sehr positiver Empfang. Überhaupt haben der von Ihnen gewählte Hotel-Standard sowie auch die  zur Entspannung eingestreuten besseren Häuser unser uneingeschränktes „JA“ erhalten.

3. Der Mietwagentyp ‘Chevrolet‘ dagegen ist nicht zu empfehlen; erstens sind diese GM-Autos billige Klapperkisten, zweitens hätten wir doch einen Allradwagen nehmen sollen. Auf der Fahrt von San Agustin nach Popayan hat der Wagen oft z. T. harten Bodenkontakt gehabt. Auch bei einigen ‘sleeping policemen‘ sowie Hoteleinfahrten usw. knirschte es.

4. Alle eingesetzten guias können wir weiterempfehlen.

– Sefan Stoeber

– Amparo Chaparro Rico (San Agustin – Popayan – Pasto)

– Marura (?) San Agustin

– Guy Van Brackel (driver-guide von Bogota nach Sta. Marta).

5. Die Strecke nach Süden bis Ipiales war gut gewählt und landschaftlich sehr beeindruckend. Auch die Fahrt mit einem Mietwagen war ohne Risiken und einfach in diesem Bereich. Allein das Navigationssystem hat nicht funktioniert, die Karten waren z.T. nicht aktuell und wir mussten uns immer wieder durchfragen, um das Hotel zu finden. Da wir hinreichend Spanisch sprechen, sind wir dann doch gut angekommen. Grundsätzlich ist es für Individualreisende zu empfehlen, eigene Straßenkarten mitzuführen. (Unsere Karte: Reise knw How; Kolumbien; Maßstab 1: 1,4 Mio).

6. San Agustin war sehr interessant und beeindruckend. Amparo ist ein ausgezeichneter Führer, der auch von seiner Mitwirkung bei den Grabungen berichten konnte. Außerdem ist er ein humorvoller und kompetenter guia! Es war eigentlich schade, dass wir nicht noch einen zweiten Tag dort verweilen konnten. Vor Ort gab es Angebote, mit einem geländegängigen Auto zu weiteren Fundstätten mit farbigen Skulpturen zu fahren und dabei einen Wasserfall etc. zu besichtigen. Das könnten Sie bei weiteren Tour-Planungen vielleicht nutzen.

7. Die Strecke über die Schotterpiste nach Popayan war mit dem gemieteten Chevrolet zwar zu meistern.  Wenngleich es an  einigen Stellen nicht so einfach war wegen der geringen Bodenfreiheit des Autos bzw. der die andine Bergwelt abbildenden Mikrotopografie der ‘Straße‘. Wir hatten häufiger teils kräftigen Bodenkontakt, was mit einem Allradwagen wohl nicht passiert wäre. Die Begleitung durch Amparo war sehr angenehm, wäre aber nicht zwingend erforderlich gewesen. Wir haben uns zudem auf allen Straßen in Kolumbien sicher gefühlt.

8. Zweimal sind wir vom Militär oder der Polizei angehalten worden. Das verlief ohne Probleme.

9. Für einen Touristen ist es nur schwierig die Entfernungen und den dafür erforderlichen Zeitaufwand abzuschätzen. Wir haben das ja vor der Abfahrt besprochen, so dass wir hier gute Anhaltspunkte hatten. Das hat geholfen und könnte ggfs. in die Reiseroutenbeschreibung aufgenommen werden.

10. Alle Hotels waren gut gewählt und auch in ihrer Art sehr passend, landestypisch und in ihrem Niveau gut abgestimmt. Sollten wir ein Ranking erstellen, würde das Hotel ‘Santa Barbara‘ in Barichara die meisten Punkte für Gastfreundlichkeit und Atmosphäre erhalten.

Die Eco Habs im Tayrona Park sind einmalig und etwas ganz Besonderes. Die Lage, die Ausstattung und auch die Küche sind hervorragend. Der Aufenthalt dort war ein Sahnehäubchen auf unserer Tour.

Alle städtischen Hotels unserer Reise waren zentral gelegen, sodass wir von dort gut alleine zu Stadtbesichtigungen etc. aufbrechen konnten. Das Hotel ‘Monterrey‘ in Cartagena z. B. ist allein wegen dieser zentralen Lage schon zu empfehlen.

11. Auf der Strecke zur Hacienda Combia sind wir bereits am ersten Tag von Popayan bis nach Salento weitergefahren. Das lässt sich eigentlich bei der Entfernung gut machen. In Salento haben wir dann eine ca. 3 stündige Wanderung in die Berge unternommen und die Wachspalmen bewundert. Das war ein schönes Erlebnis. So hatten wir den Vorteil, dass wir am nächsten Tag etwas freier in der Programmauswahl waren. Eine englischsprachige Führung wurde nämlich von der Hacienda Combia nur nachmittags angeboten. So konnten wir morgens noch in den Jardin Mariposario (liegt nur 5 Auto-Minuten von der Hacienda entfernt) gehen und dort in einer ca. 2 stündigen Tour Interessantes über die kolumbianische Flora und Fauna erfahren. So wurde uns z. B. berichtet, dass der Bambus pro Tag ca. 10 – 15 cm wächst bis er seine Gesamthöhe von ca. 25 m erreicht – das ist enorm. Auch konnten wir einige Vögel und natürlich Schmetterlinge bewundern. Also für Naturinteressierte sehr zu empfehlen.

12. Danke für den Tipp, die Salzkathedrale in Zipaquira zu besuchen. Besonders die Gestaltung des Kreuzweges mit den unterschiedlichen Darstellungen des Kreuzes war sehr beeindruckend, aber auch die riesige dreischiffige Kirche.

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13. Guy ist mehr als ein Fahrer; er war uns ein freundlicher und sehr kundiger Begleiter. Ihm verdanken wir einige besondere Erlebnisse links und rechts der Straße, so z. B. den Besuch einer Panela-Produktion: Wir sind zu einem kleinen Betrieb (landwirtschaftliche Genossenschaft?) gefahren und konnten einen Eindruck von der mühsamen Arbeit der – bzw. Panela-Herstellung erhalten (s. hierzu auch die Ihnen im März zugestellten Bilder). Das ist in den großen Fabriken sicher mechanisiert, aber umso eindrucksvoller war es, diesen traditionellen „handwerklichen“ Betrieb kennenzulernen.

Es ist eben aufschluss- und erlebnisreich, wenn man nicht nur durch die Landschaft rast, sondern auch das Arbeiten und das Leben der Menschen etwas kennen lernt. Dazu hat der Besuch  beigetragen. Für uns wäre auch der Besuch einer Ananasplantage oder eines Obstanbauers interessant gewesen. Leider haben wir zu spät darüber gesprochen, und Guy hat dann keinen passenden Ort mehr gefunden.

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14. Die Boots-Tour auf dem Rio Magdalena war ein Erlebnis eigener Art: Die Unmittelbarkeit der Flusslandschaft wie der einheimischen Mitreisenden erschließt sich hier besonders intensiv. Die Boote sind ja klein und bei regelmäßig voller Besetzung auch eng; so ist ein dauerhafter Körperkontakt – in der Technik nennt man das ‘Press-Sitz – unvermeidbar. Das fördert natürlich auch die Kontaktaufnahme mit den Einheimischen. Einmal mussten wir umsteigen, aber auch das hat gut funktioniert. Das lag sicher auch an der Organisation durch die Guia vor Ort, die den Kapitän unseres ersten Bootes wohl gebeten hatte, auf die Alemanes aufzupassen.

15. Für Literaturbegeisterte, insbesondere Freunde des kolumbianischen Nobel-Preisträgers Gabriel García Márquez, ist der Besuch des Museums in Aracataca, etwa 75 km südlich von Santa Marta, unbedingt zu empfehlen. Insbesondere, wenn man vorher das Buch: ‘Leben, um davon zu erzählen‘ (Vivir para contarla) gelesen hat. Beim Eingang in das Städtchen überquert man nicht nur die Eisenbahngleise, auf denen der Dichter 1950 mit seiner Mutter hierher kam, um das elterliche Anwesen zu veräußern, man kann dieses zu einem beeindruckenden Museum umgestaltete Reich seiner Jugenderinnerungen auch mit geschlossenen Augen wahrnehmen, indem man den melodischen Reminiszenzen der Museumsleiterin lauscht.

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16. Der Besuch des ‘Parque Isla de Salamanca‘ zwischen Santa Marta und Barranquilla ist unbedingt einen Besuch wert. Der Parkhüter, ein Biologe, hat sich sehr mit dem Projekt identifiziert und konnte Interessantes über Flora, Fauna und Habitat des Mangroven-Naturparks berichten.

17. Der Besuch des ‘Museo del Caribe‘ war insofern aufschlussreich, als es sehr modern konzipiert und ausgestattet ist. Bei einem engeren Zeitplan kann man aber darauf verzichten und die ca. 2 Stunden bis nach Cartagena durchfahren.

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18. Die Überfahrt mit der Fähre von Cartagena nach Colón verlief von Anfang an ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Nach der pünktlichen Abfahrt um 19.00 Uhr dauerte die Überfahrt allerdings statt 18 Stunden insgesamt 24 Stunden. Für uns Touristen war das nicht schlimm, unser Taxifahrer musste allerdings 6 Stunden warten, ohne zu erfahren, wann das Schiff denn endlich ankommt.

Bei dem Transfer ist zu beachten, dass die Koffer nicht in die Kabine gebracht, sondern zentral gelagert werden. Man muss also das Nötige für die Nacht im Handgepäck mitführen, egal ob man eine Kabine gebucht hat oder lediglich einen Schlafsitz im Großraum. Die Kabine hatte Hochbetten und ein kleines Bad. Das ist für die Fahrt absolut ausreichend. An Bord waren drei verschiedene Restaurants. Die Kapazität der Fähre beträgt etwa 1.300 Personen, und im Unterdeck ist viel Raum für Fahrzeuge, die allerdings zurzeit noch nicht transportiert werden. Wir schätzen, es waren höchstens 500 Personen an Bord. Die meisten Passagiere – Kolumbianer, die in Panama arbeiten – haben in diesem Gemeinschaftsraum mit Sesseln wie im Flugzeug übernachtet. Das ist dann sicher die preisgünstigere Variante.

19. Die Einreise-Formalitäten in Panama sind aufwändig und langwierig. Hier wird sehr genau geprüft, wer einreist, ob er finanzkräftig genug für den Aufenthalt ist und ein Rückflugticket hat. Bis hin zur „Beschnüffelung“ des Gepäcks nach Drogen durch einen „Polizei-Hund“ wurden so ziemlich alle bekannten Grenzkontrollen angewandt.

20. Die Reisezeit war ideal, und wir hatten nur gutes Wetter. Zu Beginn konnten wir uns – aus dem kalten Deutschland kommend – gut in Bogotá akklimatisieren. Dazu hat auch das hübsche und freundliche Hotel beigetragen. Die Route führte uns dann langsam in wärmere Gefilde und schenkte uns zuletzt im Norden karibisch-sommerliche Tage.

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Wohlbehalten sind wir mit vielen sehr freundlichen Impressionen aus Kolumbien heimgekehrt. Und nachdem wir Ende Mai 2015 aus den Medien erfuhren, dass in gewissen Regionen dieses wunderschönen exotischen Landes die beendet geglaubten politischen Spannungen wieder zu aktiven Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und den verschiedenen Revolutionsgruppen geführt haben, sind wir froh, das richtige Zeitfenster des inneren Friedens ausgenutzt zu haben.

Da zudem erst seit November 2014 eine Fährverbindung zwischen Kolumbien und Panama besteht, haben wir mit der Überschneidung dieser beiden Zeitfenster wohl im geeigneten Augenblick den richtigen ‘Fensterflügel‘ geöffnet, um auf unserer Traumroute, der Panamericana, ein schwieriges Teilstück terrestrisch zu meistern.

bootsfahrt

Herzlichen Dank sagen wir Ihnen für die hervorragende Vorbereitung und Planung unserer Reise, an die sich die sog. ‘großen‘ Reiseagenturen nicht herangewagt hatten. Es hat alles bestens geklappt. Wir haben noch keine Südamerikareise gehabt, die so gut vorbereitet war und abgelaufen ist. Wir sind überzeugt, dass der Reiseveranstalter Sommer Fernreisen (Spezialist für Mittel- und Südamerika) mit seinem kolumbianischen Netzwerk den größten Anteil an diesem Erfolg hat.

Vielleicht nützen Ihnen diese Rückmeldungen auch bei weiteren Planungen.

Nochmals herzlichen Dank für alles und herzliche Grüße.

 

Ihre

Klaus Peter und Rita Emde

Und hier noch ein Post Scriptum:

 

Da Kolumbien ja das Land der Smaragde ist, kann für den einen oder anderen Gast das Folgende hinsichtlich der Erstattung der IVA von Interesse sein:

· Die Erstattung der IVA kann in einem Büro der Finanzbehörde in der Abflughalle des Flughafens Bogotá, linker Flügel, beantragt werden;

· In diesem Büro liegt eine Liste mit erstattungsfähigen Warengruppen aus; hierzu zählen u. a. Leder- und Textilwaren und natürlich Smaragde;

· Vorzulegen sind:

1. Der Reisepass;

2. Die Bordkarte für den Rückflug;

3. Die Originalrechnung mit fortlaufender, paginierter Rechnungsnummer;

4. Der Kreditkartenbeleg (gelber Durchschlag); bei Barzahlung erfolgt keine Erstattung;

5. Die gekaufte Ware.

· Der Grenzwert für Erstattungen liegt bei 1.2XX.XXX Pesos, d.h. bei Käufen unterhalb von ca. 1,3 Mio. Pesos wird nicht erstattet.

· Schließlich ist ein umständliches Formular auszufüllen;

· Erstattung erfolgt nur auf das für den Kauf benutzte Kreditkartenkonto.

So einfach ist das!!

 

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